Wie kühne Ziele Start-ups beflügeln

08.06.2014 |  Von  |  Start-up
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Wie kühne Ziele Start-ups beflügeln
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Gerade Entrepreneure stehen naturgemäss vor der Aufgabe, Gelder für eine Idee statt eines existierenden Unternehmens einwerben zu müssen. Das verlangt eine innovative Perspektive, Begeisterungsfähigkeit (die eigene sowie das Talent, andere mitzureissen), Risikobereitschaft und noch einige andere Eigenschaften, die so wertvoll wie in der Summe selten sind und auch den wagemutigsten jungen Unternehmer manchmal fassungslos vor der selbst gewählten Aufgabe stehen lassen.

Es ist nie leicht, eine virtuelle Welt glaubhaft und erstrebenswert darzustellen. Aber geben Sie nicht auf, wenn Sie tatsächlich von Ihrer Zukunftsvision überzeugt sind – Gründer zu sein bedeutet auch, aus bestehenden Paradigmen auszusteigen. Widerstehen Sie also dem Drang, auf Nummer sicher zu gehen und in Ihrem Exposé durchgerechnete Worst-Case-Szenarien mit eingebautem Risikomanagement zu präsentieren. Skizzieren Sie lieber Ihre Geschäftsidee in leuchtenden Farben. Denn faszinierenderweise gilt tatsächlich: Je grösser und visionärer die Idee, desto wahrscheinlicher, dass Sie dafür Anhänger finden.



Vor Ihnen haben schon andere grosse Ideen scheinbar aus dem Nichts gezaubert und mussten diese dann vermarkten. Ein Beispiel liegt bereits fast 45 Jahre zurück, hat aber nichts von seiner Faszination eingebüsst: John F. Kennedys selbstgewählte Mission, der amerikanischen Öffentlichkeit die Landung des Menschen auf dem Mond schmackhaft zu machen.

Es muss wohl als eine der gelungensten Kommunikationsstrategien aller Zeiten anerkannt werden, dass ein amerikanischer Präsident seine Wähler davon überzeugen konnte, 4 % des Staatshaushaltes in den Sci-Fi-artigen Versuch zu investieren, einen Menschen in die Untiefen des Weltalls hinauszuschiessen und auf einem weit entfernten Himmelskörper landen zu lassen. Natürlich hatte der Erfolg dieses Werbefeldzuges auch viel mit dem Charisma des Präsidenten zu tun. Vor allem aber hat dieser sich weder von der Macht des Faktischen noch der Trägheit des scheinbar Machbaren einschüchtern lassen – und ebenso wenig sollten Sie das tun.

In Ihrer kognitiven Dachstube ist Ihre Idee schliesslich behütet und genährt auf eine Grösse angewachsen, die Sie selbst gegen jedes Risiko zur Gründung motiviert. Bekommen Sie dann bloss nicht im Licht der (scheinbaren) marktwirtschaftlichen Wirklichkeit selber Angst vor ihr. Sie beginnen, Ihre Vision unter Beifall von Finanzinstituten und Beratern zurechtzustutzen und den wohlrecherchierten vorhandenen Verbraucherbedürfnissen anzupassen. Hören Sie damit auf!

Im Endeffekt sind es immer die waghalsigen Pläne, die Menschen zum Handeln motivieren. Kennedy beschloss, die Landung auf dem Mond zum glorreichen Ziel der amerikanischen Raumfahrt zu erklären – eine Mission voller Symbolik, mit mitreissenden Bildern und für jedes Kind verständlich. Tatsache ist: Weder der Rest des weissen Hauses noch das NASA Center glaubte zum Zeitpunkt dieses Versprechens an eine 100%ige Möglichkeit seiner Erfüllung. Aber es wurde eingehalten (oder, wenn man einigen Verschwörungstheorien Raum einräumen möchte, zumindest exzellent inszeniert).

Tatsache ist: Grosse Ziele sind wie kein anderes Mittel dazu in der Lage, Motivation, Kreativität und Resilienz gegen zwischenzeitliche Fehlschläge zu generieren. Dies gilt, interessanterweise, gerade für Zeiten der Krisen und Unsicherheiten. Wahrscheinlich wird damit der Sehnsucht des Menschen nach Transzendenz Genüge getan – an etwas mitzuwirken, das ihn heraushebt aus den trivialen Sorgen des Status quo.

Wo auch immer die motivationspsychologischen Gründe liegen mögen, eines lässt sich für jeden Unternehmer und jeden Business-Trainer aus der Wiege der amerikanischen Raumfahrtgeschichte mitnehmen: Grosse Ziele machen auch grosse Schritte möglich. Und auch wenn das Ziel selbst nicht erreicht wird, hat seine Setzung doch ihren Zweck erfüllt: Energie freizusetzen.



 

Oberstes Bild: © Jirsak – Shutterstock.com



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