Der Chef = der Häuptling?

21.05.2014 |  Von  |  Organisation
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Soll mit einer Gruppe ein Ziel erreicht werden, ist die Aufgabenteilung das beste Mittel. Doch einer muss stets an der Spitze stehen, damit der Weg zum Ziel nicht im Nirgendwo endet. Dies ist gruppendynamisch seit Menschengedenken so.

Es ist also legitim, den Chef und den Häuptling eines Stammes als identisch in Funktion und Verantwortung zu benennen. Doch wenn man die Analogie des Stammes auf einen Chef übertragen möchte, dann ist es reizvoll, dies auch auf den Rest der Firma zu tun. Wie stellen sich die modernen Business-Teams im Vergleich zu den urzeitlichen Mammutjägern dar?



Alles beginnt beim Chef und beim Häuptling. Ihre Aufgabe hat sich nicht verändert. Nur heissen Jagdgrund und Lagerplatz heute Marktnische und Geschäftsidee. Ihre Funktion ist die gleiche: Zugang zu Ressourcen, Raum für Organisation und Sicherstellung der Versorgung – das ist bei Produktionsstätte und Handelsraum ebenso gegeben wie bei Weidegrund und Platz für das Zeltdorf.

Die Verantwortung des Chefs ist dabei auch in unseren sozial abgesicherten Gesellschaften absolut unverändert. Letzten Endes bedeutet das Versagen eines Häuptlings in den meisten Fällen auch heute noch den Untergang des Stammes – oder der Firma. Gleichgültig, ob die Rolle des Häuptlings geerbt, gewählt oder zuerkannt wurde. Es bleibt ein Posten, an welchem jede Entscheidung eine unmittelbare Wirkung hat, zum Wohl und Wehe von Stamm oder Team.

Die Äquivalenz von Stamm und Firma gibt den Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre eigene Position innerhalb des Teams kritisch zu beleuchten. Vor allem der Vergleich mit den Vorbildern ist dabei durchaus erhellend.

Wie wäre das eigene Verhalten wohl im Kreis der furchtlosen und tatendurstigen Jäger angekommen? Hätte man sich mit seinen Talenten dort bewährt? Oder hätten die eigenen Defizite das Team gefährdet? Heute stehen den Mitarbeitern zahlreiche Möglichkeiten offen, eine Minderleistung zu kaschieren, Aufgaben zu verschleppen oder endlos viel Zeit zu vertrödeln. Das Mitziehen vermeintlicher Blender, Faulpelze und Versager ist häufig ein Preis, den viele Unternehmen allzu leicht zu zahlen bereit sind. Dies konnten sich die Urzeitjäger keinesfalls leisten. Doch wo genau liegt die Ursache, wenn ein Mitarbeiter den Anschluss an die Beute verliert?



Auch hier hilft die Rückbesinnung auf die Ursprünge des Teamworks. Aktion und Reaktion waren zu Zeiten der Urzeitjäger noch unmittelbar. Das Tier wurde erlegt und der Stamm wurde satt – oder eben nicht und alle mussten hungern. Im Gegensatz dazu laufen heute viele anstrengende und ermüdende Arbeiten der Mitarbeiter ins Leere. Präsentationen, welche ohne Wirkung bleiben, eingereichte Ideen, welche im Nirvana verschwinden oder ganz einfach der tägliche Trott, welcher die stete Frage aufwirft: „Warum mache ich das eigentlich?“, zehren an der Motivation der Mitarbeiter.



Die Häuptlinge von einst und ihre rechte Hand, der Medizinmann, waren in diesem Punkt äusserst erfinderisch. Fest, Ritual und die abendliche Versammlung am Feuer waren die Regulatoren, welche über die Frustrationen des Alltags der Urzeitvölker hinwegtrösten konnten. Denn man sollte nicht glauben, dass das Urzeitleben frei von ermüdenden und sich wiederholenden Aufgaben war. Wer einmal für 20 Personen Getreide zu Mehl zermahlen möchte und dafür nur zwei Steine zur Verfügung hat, wird dem sehr schnell zustimmen.

Rezepte rund um die Motivation der Mitarbeiter gibt es heute zuhauf. Im Kern sollen sie jedoch eines bewirken: die Wichtigkeit des Einzelnen und seiner Leistung für den Stamm bzw. die Firma betonen. Das ist auch heute noch möglich – und zwar ohne Lobhudelei, bei der sowieso nie das richtige Mass getroffen wird. Wichtiger ist es, dass Chef und Mitarbeiter überhaupt in Kontakt stehen und nicht durch endlose Hierarchien voneinander getrennt sind. Isoliert vom Kopf verkümmert der Körper – dies ist in biologischen wie in soziologischen Systemen zu beobachten.





Die Verantwortung für die gute Jagd und den guten Geschäftserfolg liegt sowohl beim Chef wie beim Mitarbeiter. (Bild: Artco / Shutterstock.com)

Die Verantwortung für die gute Jagd und den guten Geschäftserfolg liegt sowohl beim Chef wie beim Mitarbeiter. (Bild: Artco / Shutterstock.com)

Die Verantwortung für die gute Jagd und den guten Geschäftserfolg liegt sowohl beim Chef wie beim Mitarbeiter. Ebenso wenig, wie der Häuptling bei allen Gruppen seiner Jäger dabei sein konnte, kann der Chef in alle Projekte und Abteilungen seines Unternehmens involviert sein. Was er braucht, sind Mitarbeiter, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und auf deren Teamfähigkeit er sich verlassen kann. Dazu ist Vertrauen nötig, welches heute ein äusserst knappes Gut darstellt. Um das Vertrauen in die Geschäftsidee, die Kollegen und selbst in den Chef ist es bei vielen Mitarbeitern heute sehr schlecht bestellt.

Alleine die Praxis der Zeitverträge ist per se zur Vertrauensbildung nur sehr schlecht geeignet. Was soll mit dem Angebot einer befristeten Beschäftigung kommuniziert werden? Das Unternehmen hat kein Vertrauen in das eigene Produkt, wenn seine Marktfähigkeit anscheinend durch eine zögerliche Ausstattung mit Manpower in Zweifel gezogen wird. Weiterhin fehlt es dem Unternehmen an Vertrauen gegenüber dem Mitarbeiter, so dass ihm Planungssicherheit und das Gefühl, in einem Unternehmen geborgen zu sein, vorenthalten werden.

Der Wunsch nach Geborgenheit ist nicht mit einem übertriebenen Kuschelbedürfnis gleichzusetzen. Es ist vielmehr der Kern der Motivation, sich einem hierarchischen System, wie es Stamm und Unternehmen nun einmal immer sind, unterzuordnen. Dies einem neuen Mitarbeiter jahrelang vorzuenthalten, ist der Keim, aus dem Misstrauen und Frustration schnell gedeihen können. Und dies ist immer der Anfang vom Ende von Stamm und Unternehmen.



 

Oberstes Bild: © venimo – Shutterstock.com



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