Das Franchise-Prinzip: Ein möglicher Weg in die Selbstständigkeit

18.05.2014 |  Von  |  Finanzen, Marketing, Produkte
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Das Franchise-Prinzip: Ein möglicher Weg in die Selbstständigkeit
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Franchising ist eine Möglichkeit, den Weg in die Selbstständigkeit zu beschreiten. Dazu gehen ein Franchise-Nehmer und ein Franchise-Geber eine Partnerschaft ein, die durch einen Vertrag begründet wird und mit gegenseitigen Leistungspflichten verbunden ist. Wie bei anderen Geschäftsmodellen gibt es auch hier Vorteile und Nachteile, die man als Existenzgründer kennen und gegeneinander abwägen sollte.

Die wesentlichen Merkmale des Franchisings



Beim Franchising bietet ein Franchise-Geber dem Franchise-Nehmer ein komplett geschnürtes Geschäftspaket an. Rechtlich arbeitet dieser als Unternehmer auf der Basis eines vertraglichen Dauerschuldverhältnisses. Der Franchise-Nehmer übernimmt gegen Bezahlung ein durch den Franchise-Geber organisiertes Absatzsystem inklusive Namen, Know-how und Marketing. Dabei übt der Franchise-Geber eine Weisungs- und Kontrollfunktion aus und stellt so ein systemkonformes Verhalten sicher.

Sein Leistungsprogramm besteht unter anderem in der Bereitstellung eines Beschaffungs-, Absatz- und Organisationskonzeptes, während der Franchise-Nehmer zur Nutzung des Franchise-Paketes gegen Entgelt verpflichtet ist.

Die drei Grundtypen des Franchisings

Es gibt eine grosse Vielfalt an speziellen Franchise-Typen, wobei hier nur die Grundtypen beschrieben werden, nämlich das Vertriebsfranchising, das Produktfranchising und das Dienstleistungsfranchising.



  • Das Vertriebsfranchising hat den Vertrieb von Waren oder Produkten zum Inhalt und wird entweder von einem Händler oder dem Erzeuger erteilt.
  • Das Produktfranchising, bei dem der Franchise-Nehmer ein oder mehrere Produkte nach Anweisung und unter dem Warenzeichen des Franchise-Gebers selbst herstellt, hat in der Praxis einen vergleichsweise geringen Stellenwert.
  • Den grössten Stellenwert in der Franchisingwirtschaft hat das Dienstleistungsfranchising, bei dem der Franchise-Geber sein Warenzeichen oder seinen Handelsnamen zur Verfügung stellt und das seinen Ursprung in der Gastronomie und Hotellerie hat.

Die Vorteile: Was Franchising auszeichnet

Der wesentliche Vorteil des Franchisings sind die Rahmenbedingungen, die der Franchise-Geber zur Verfügung stellt. Sind das Produkt, die Dienstleistung oder die Vertriebsstrukturen fest am Markt etabliert, profitiert der Franchise-Nehmer von diesem sehr engmaschigen Sicherheitsnetz. Gleiches gilt für das Marketing einschliesslich des Corporate Designs, dessen Existenz einen zeitnahen Start in die Selbstständigkeit ermöglicht.



Ein weiterer Vorteil sind die fachlichen oder auch betriebswirtschaftlichen Fortbildungen, die auf die unternehmerische Aufgabe vorbereiten und diese unterstützend flankieren. Weitere Faktoren, die für das Franchise-System sprechen, sind unter anderem der zumeist hohe Bekanntheitsgrad einer bereits etablierten Marke und der damit verbundene Wettbewerbsvorsprung sowie die zumeist überregionale Präsenz.



Die Kehrseite des Franchise-Prinzips

Wer sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig macht in dem Bewusstsein, die unternehmerischen Freiheiten ausschöpfen zu können, wird sicher mit dem eingeschränkten unternehmerischen Gestaltungsspielraum des Franchising-Systems nicht glücklich werden. Denn der Franchise-Nehmer verpflichtet sich gegenüber dem Franchise-Geber, die vertraglich festgeschriebenen Rahmenbedingungen einzuhalten, die dem gestalterischen Spielraum Grenzen setzen, was gleichermassen die Geschäftspolitik insgesamt betrifft. Auch die fortlaufend zumeist relativ hohen Franchise-Gebühren und auch die Eintrittsgebühr können sich insbesondere in der Anfangsphase als grosse finanzielle Belastung entpuppen, so dass der Franchise-Nehmer mit seinem Unternehmen scheitern kann.

Franchisenehmer. (Bild: Wilson / Shutterstock.com)

Franchisenehmer. (Bild: Wilson / Shutterstock.com)

Die oftmals zuungunsten des Franchise-Nehmers restriktiven Verträge zwingen diesen häufig zur Abnahme einer bestimmten Anzahl von Produkten oder Marketingmaterialien, auch wenn sie in diesem Umfang nicht benötigt werden. Trotz der eng gesteckten Rahmenbedingungen trägt der Franchise-Nehmer das alleinige unternehmerische Risiko. Das gilt auch dann, wenn die Gefahr besteht, dass der Franchise-Geber durch seine Geschäftspolitik massgeblich das Image des Franchise-Nehmers schädigt.

Tipps für einen guten Start oder wie Sie entscheidende Fehler von Anbeginn vermeiden

  1. Achten Sie bei der Wahl des Franchise-Gebers darauf, dass sich das von ihm angebotene Konzept bereits auf dem Markt etabliert hat. Hinterfragen Sie die Leistungen des Franchise-Gebers in Bezug auf die Einstiegsgebühr und die laufenden Franchise-Gebühren.
  2. Ohne Einblick in die Zahlenwelt eines Franchise-Gebers sollten Sie keine Vertragsunterschrift leisten. Auch hier gilt wie bei allen anderen Beteiligungen an oder Übernahmen von Unternehmen: Lassen Sie sich die wirtschaftlichen Eckdaten anhand von mindestens zwei Projekten offenlegen.
  3. Erbitten Sie die Namen anderer Franchise-Nehmer oder recherchieren Sie diese selbst beispielsweise über das Internet. Befragen Sie sie nach möglichen Schwierigkeiten beim Aufbau oder der Abwicklung des Unternehmens und nach den Auswirkungen der vom Franchise-Geber vorgegebenen Rahmenbedingungen.
  4. Achten Sie bei der Wahl des Franchise-Gebers auf ein seriöses Gegenüber. So händigen Ihnen seriöse Geschäftspartner ein Franchise-Handbuch aus, das die zugrunde liegende Geschäftsidee sorgfältig dokumentiert und auch das Know-how für Strategie und Management enthält.
  5. Bedenken Sie, dass eine Unternehmensgründung immer mit einer anfänglichen finanziellen Durststrecke einhergeht und berücksichtigen Sie bei der Kalkulation, dass auch Sie als Unternehmer ein Gehalt für die Finanzierung Ihres Lebensunterhaltes benötigen. Es ist deshalb wie bei jeder anderen Unternehmensgründung sinnvoll, einen Businessplan mit dem notwendigen Zahlenmaterial zu erstellen.
  6. Beschäftigen Sie sich bereits vor der Vertragsunterzeichnung mit einer möglichen vorzeitigen Beendigung des Vertrages. Klären sie auch, welche Aufgaben und Pflichten beide Seiten im Falle einer vorzeitigen oder termingerechten Vertragsauflösung zu erfüllen haben.
  7. Lassen Sie das Vertragswerk vor der Unterschrift von einer fachkundigen Person Ihres Vertrauens prüfen.

In der Schweiz, in Österreich und in Deutschland gibt es jeweils Franchise-Verbände, die sich zu Qualitätsgemeinschaften zusammengefunden haben und über die Sie wertvolle Informationen beziehen können.



 

Oberstes Bild: © Maksim Kabakou – Shutterstock.com



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