Wie kommen Start-ups an das benötigte Geld?

08.04.2014 |  Von  |  Finanzen
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Wie kommen Start-ups an das benötigte Geld?
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Die Idee ist da, geprüft und für gut befunden. Auch der Businessplan in sich ist stimmig, Partner und interessierte Kunden sind vorhanden, nur eines fehlt – das gute Geld. Viele, auch wirklich gute unternehmerische Ideen scheitern an der Finanzierung. Und das, noch bevor sie eigentlich an den Start gehen konnten.

In der Folge werden die Ideen auf Eis gelegt, ganz verworfen und das Marktsegment wird nicht bedient oder der Konkurrenz überlassen. Damit gehen modernen Volkswirtschaften Jahr für Jahr wirtschaftliche Potenzen in Milliardenhöhe verloren. Die Ursache scheint klar zu sein, nur die Lösung wird von vielen Jungunternehmern nicht oder nicht zur richtigen Zeit erkannt. Fremdfinanzierung klingt hier immer nach Banken und Krediten, geht aber durchaus auch mit Privatanlegern – wenn man diese erreicht.




Der Markt sagt ja, die Banken sagen nein

Viele hervorragende Ideen und gut vorbereitete Selbstständigkeiten verfügen über ein ausgereiftes Konzept, das Produkte und Leistungen beinhaltet, die vom Markt wirklich nachgefragt werden. Oftmals wird hier nicht das Rad neu erfunden, sondern bestehende Konzepte werden erweitert oder durch besondere Details wirtschaftlich noch interessanter gemacht. Hier entwickeln die künftigen Gründer eine konzeptionelle Kraft, die weit über das Bewährte und Althergebrachte hinausreicht.

Ausgefeilte Businesspläne machen diese Visionen greifbar und lassen kaum Zweifel an der möglichen Umsetzung offen. Prinzipiell ist der Markt bereit für solche Neugründungen, aber oftmals sagen die Banken nein. Auf der Seite der institutionellen Kreditgeber herrschen meist nur die Zahlen, die sich besonders bei neuen Ideen kaum an vorhandenen Modellen rechnen lassen. Das Risiko scheint hoch, auch die Kreditsumme bewegt sich ausserhalb eines Kleinkredites und die Umsetzbarkeit der neuen Idee ist für die kühlen Rechner auf den Banken ohnehin fragwürdig.

Wenn der künftige Gründer hier nicht aus dem Stand heraus überzeugen kann, ist eine mögliche Finanzierung über die Bank futsch. Vorbei sind dann oftmals auch die frischen Ideen und die Innovationskraft eines Unternehmens, das gerade aus den Kinderschuhen herauswachsen will.




Private Investoren finden und begeistern

Hartnäckige Gründer geben an diesem Punkt längst noch nicht auf. Wenn die Banken nicht wollen, muss es eben andere Wege der Finanzierung geben. Mit dieser Überzeugung klappern die Gründer Familie und Verwandtschaft, Freunde und Bekannte und selbst völlig Fremde nach möglichen Investoren ab. Die Erfolgsquote bei dieser Suche nach privaten Investoren führt meist nicht zum gewünschten Ergebnis. Hier fehlt es einfach an der erforderlichen Breite der Kontakte.




Eine weitaus bessere Möglichkeit bieten private Investoren, die sich im Internet in öffentlichen Gruppen versammeln. Wer hier als Gründer sein Konzept schlüssig darlegen kann, darf auch mit der Finanzkraft einer breiten Masse rechnen. Viele kleine oder auch grosse Einzelbeträge rechnen sich auf zur erforderlichen Investitionssumme, die für den Schritt in eine profitable Phase des Unternehmens erforderlich ist.




Hier werden letzten Endes echte Privatinvestoren gewonnen, die natürlich auch am Ergebnis des Unterfangens teilhaben wollen. Sprich, die privat investierten Gelder müssen natürlich auch in einer entsprechenden Form profitabel eingesetzt werden. Aber die ersten nächsten Schritte für die Unternehmensentwicklung können mit der privaten Finanzierung getan werden. Dabei geht es eben nicht um Kredite mit Zinsen und Zinseszinsen, sondern um echte Beteiligungen auf Dauer.

Voraussetzung für diese Finanzierungsform über private Beteiligungen ist natürlich, dass die künftigen Geldgeber vom wirtschaftlichen Konzept der Unternehmens überzeugt werden können. Dabei geht es nicht einmal so sehr um konkrete Inhalte, sondern oftmals mehr um die reine Vision und die finanziellen Chancen, die sich dabei für den Investor ergeben. Es muss also eine wirkliche Begeisterung erreicht werden, damit private Investoren auf den Zug des Start-ups aufspringen und dort auch gern langfristig mitfahren.

Wann steigen private Investoren besonders gern ein?

Beschäftigt man sich genauer mit den Entwicklungsphasen eines Unternehmens und dem Finanzierungsgebaren privater Anleger, dann wird klar, dass sich Privatinvestoren selten bereits in der Startphase für ein Engagement in ein neues Unternehmen entscheiden können. Hier ist das Risiko für ein Verbrennen von Geldern noch viel zu gross, zumal keinerlei in der Realität bestätigte wirtschaftliche Kennziffern vorliegen. Hier muss sich der Gründer doch oftmals auf Familien, Freunde und kleinere Kredite von Banken verlassen.




Kann er damit den Start meistern, dann kommt der Gründer mit seinem Unternehmen im günstigen Fall irgendwann auch einmal in die Early Stage, die Frühe Phase. Hier beginnt die Rentabilität des Unternehmen anzusteigen, erste stabile Gewinne können nachgewiesen werden, die Profitabilität des jungen Unternehmens wird messbar und steigt. In dieser Phase steigen private Investoren gern ein, weil hier die Gewinnchancen mit einer gewissen Nachhaltigkeit am ehesten wahrscheinlich sind. Wenn dem Unternehmen jetzt eine Expansion gelingt, dann können auch die Gewinne steigen und damit die Beteiligungschancen der privaten Geldgeber.

Gewinne sollen langfristig mitgenommen werden. (Bild: EtiAmmos / Shutterstock.com)

Gewinne sollen langfristig mitgenommen werden. (Bild: EtiAmmos / Shutterstock.com)

Gewinne sollen langfristig mitgenommen werden

Privatinvestoren wollen meist nicht nur kurzfristig Gewinne über die Zinsen von gegebenen Krediten einstreichen. Am liebsten wollen sie langfristig am Erfolg des Unternehmens teilhaben. Deshalb geben viele Investoren nicht einfach nur einen Kredit, sondern beteiligen sich mit festen Anteilen langfristig am jungen Unternehmen. In Abhängigkeit von der Höhe ihrer Investition sind sie dann auch am Betriebsergebnis beteiligt und profitieren natürlich am meisten von den Gewinnen des Unternehmens.

Aber auch für die Gründer bleibt genügend Geld übrig, da sie selbst ja die wichtigsten Investoren im Unternehmen sind. Selbst wenn ein Start-up nur zu 30 Prozent in den Händen des Gründers bleibt, profitiert dieser eben auch mit diesen 30 Prozent am Betriebsergebnis. Den Rest teilen sich dann private Investoren in der anteiligen Höhe ihrer Beteiligung. Ein durchweg interessantes Konzept, das den Banken die erdrückende Macht über so manches Start-up entzieht und für private Investoren bei kluger Anlage einen oftmals unerwartet hohen Gewinn verspricht.

 

Oberstes Bild: © ClickHere – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.



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