Visionen entwickeln und für die Unternehmens-Entwicklung einsetzen

30.03.2014 |  Von  |  Organisation
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Visionen entwickeln und für die Unternehmens-Entwicklung einsetzen
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„Wir sind visionär!“, mit dieser Aussage schmücken sich viele Unternehmen. Nach den konkreten Visionen nachgefragt, herrscht dann oftmals ein wirres Durcheinander von Aussagen und nicht selten auch betroffenes Schweigen.

Wie Visionen richtig entwickelt werden und in die Unternehmensentwicklung eingebracht werden können, möchte ich hier in einem Abriss darlegen. Dabei kommt es weniger auf das konkrete Unternehmen, sondern vielmehr auf das Entwickeln und die Wirkung von Visionen an.



Vision oder Re-Vision

Eine Vision richtet sich immer in die Zukunft. „Was wir alles schon erreicht haben…“, ist demnach der denkbar schlechteste Start für die Entwicklung von Visionen. Diese richten sich nämlich nicht in die Vergangenheit, wenn sie eine echte Investition in die Zukunft werden sollen. Eine Vision beginnt immer im Heute, Hier und Jetzt und richtet sich auf künftige Entwicklungen und Ziele.

Visionen werden in vielen, vor allem in produzierenden Bereichen gern als Träumerei abgetan, die nichts mit der Realität zu tun haben. Das ist falsch und bremst zukunftsweisende Entwicklungen im Unternehmen aus. Eine Vision ist kein Traum, sondern eine ganz konkrete Vorstellung davon, wie ein Teil der Zukunft aussehen soll.

Wer jedoch beim Entwickeln von Visionen in der Vergangenheit startet, beginnt eher eine Re-Vision, die sich auf das Gestern ausrichtet, anstatt konsequent in die Zukunft zu schauen. Nicht zu verleugnen ist dabei, dass sich nicht alle Visionen wirklich umsetzen lassen. Aber immer wirken sie nach vorn und sind eine gute Basis, um weitere Entwicklungen anzustossen.





Vision-Entwickeln-everything possible-Shutterstock.com

Ideen Entwickeln. (Bild: everything possible / Shutterstock.com)

So entwickeln Sie Visionen

„Wir könnten ja…“, ist die meistgebrauchte Einstiegsformel, wenn Mitarbeiter und Führungskräfte in einem Unternehmen nach möglichen zukünftigen Entwicklungen gefragt werden. Dabei schliesst diese Formulierung immer auch den Zweifel an die Machbarkeit einer Idee ein. Das ist zunächst in der Entwicklung von Visionen nicht schlimm, macht aber unnötig Raum frei für Zweifler und Rückwärtsgewandte. Viel besser erscheint da schon „Wir können…“, oder „Wir dürfen…“. Ein gern eingebrachtes „Wir müssen….“, nimmt der Vision die kreative Komponente und verbannt sie von Beginn an in den Bereich des Zwanghaften und Unausweichlichen.

Dabei beschreiben echte Visionen zunächst neue Möglichkeiten, in die sich in Prozess, ein Projekt oder ein ganzes Unternehmen entwickeln kann.

Wenn echte Visionen entwickelt werden sollen stellen sich drei Fragen:



1. Wo stehen wir jetzt?
2. Wo wollen wir hin?
3. Wie kommen wir dorthin?

Mit der Beantwortung dieser drei Fragen gelingt der Start in visionäre Entwicklungen besonders gut. Dabei sind es vor allem die letzten zwei Fragen, deren Beantwortung viele abweichende Möglichkeiten zulässt und damit echte Entwicklungen anstossen kann. Die Antwort auf die erste Frage ist eher eine aktuelle Standortbestimmung, die die Grundlage für neue Entwicklungen sein kann.

Wo stehen wir jetzt?

Für die Entwicklung von Visionen ist es eigentlich egal, wie diese Standortbestimmung ausfällt. Wichtig ist, dass die Einschätzung des momentanen Standes realistisch ist. Damit wird die Grundlage dafür geliefert, was künftig anders werden kann. Veränderungen, und darauf kommt es auch bei Visionen an, sind nur dann möglich, wenn der aktuelle Stand erkannt und akzeptiert ist. Dazu muss die Fähigkeit zur Veränderung kommen. Ohne diese Fähigkeit eines Unternehmens wird sich letztlich auch nichts ändern.

Die Einschätzung des aktuellen Standes kann sich an konkreten Zahlen genauso orientieren wie an bereits angestossenen Entwicklungen. Auch für Neugründungen, für die es bestenfalls prognostizierte Zahlen gibt, wird ohne Visionen eine zukunftsweisende Entwicklung nicht möglich sein. So gehören Visionen mit der Diagnose des aktuellen Sachstandes untrennbar zur Unternehmensentwicklung für moderne Firmen und Einrichtungen. Wer seinen Weg finden will, muss als Erstes wissen, wo er momentan steht. Das ist ebenso logisch wie teilweise auch unangenehm. Unangenehm vor allem dann, wenn die aktuelle Situation im Unternehmen so gar nicht befriedigen kann. Dann aber sind Visionen und klare Zielfestschreibungen besonders wichtig.

Wo wollen wir hin?



Klar, jedes Unternehmen will möglichst ganz nach oben. Diese Aussage ist aber ebenso oberflächlich wie kaum zu realisieren. Nicht jedes Unternehmen kann ganz oben stehen. Aber jedes Unternehmen muss sich entwickeln und nach Möglichkeit eine ganz eigene Identität entwickeln. Hier setzen Visionen mit der Fragestellung „Wo wollen wir hin?“ an. Die nächste Stufe einer möglichen Entwicklung ist es, was es zu erkunden gilt. Dazu bieten Visionen als Vorstellungen von der Zukunft hervorragende Möglichkeiten.

Ausgehend vom aktuellen Stand mögliche nahe und auch fernere Entwicklung vorwegzunehmen macht Visionen interessant und zielführend für die Weiterentwicklung von Unternehmen in den unterschiedlichsten Bereichen. Dabei geht es zunächst um eine reine Ideensammlung, die aufzeigen kann, was alles möglich ist. Aus dieser Sammlung von Ideen müssen in einem weiteren Schritt die umsetzbaren Ideen von den (derzeit) unrealistischen Träumereien getrennt werden. Ist erst einmal klar was möglich ist, kann auch die Frage nach der Umsetzung gestellt werden.

Wie kommen wir dorthin?

Wie aus einer Vision ein Ziel wird und wie dieses Ziel erreicht werden kann bestimmt sich daraus, welche Wege möglich sind. Auch diese Wege zur Umsetzung von Visionen sind vielseitig und gehen in unterschiedlichste Richtungen. Dabei ist nicht immer der gerade Weg der wirklich einfachste. Umwege sind manchmal genauso gefragt, wie das zwischenzeitliche Aufgeben einer Richtung und die eventuell notwendige Umkehr vom Irrweg. Das genau ist es auch, was Visionen spannend und interessant, aber eben auch flexibel in der Umsetzung macht. Ohne Visionen bleibt ein Unternehmen einfach nur da, wo es gerade ist und wird sich der Zukunft kaum stellen können. Bleiben Sie also schön visionär oder werden Sie es!



 

Oberstes Bild: © kraphix / Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus…die Berater.

Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.

Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt – die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.



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