Zu viel Politik in der Geldpolitik

21.07.2016 |  Von  |  Finanzen, News
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Generalsekretär der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)Peter Dittus warnt, dass die Politik zu viel Einflussnahme auf die Notenbanken habe.

Nach der Finanzkrise – und im Rahmen der Nullzinspolitik – sei den Zentralbanken eine stärkere fiskalische Aufgabe „in die Schuhe geschoben“ worden, sagt er im Interview mit der „Handelszeitung“.

Die Interventionen seien wohl richtig gewesen. Gleichzeitig sei damit aber die Trennung zwischen Fiskal- und Geldpolitik aufgeweicht worden. „Wir versuchen die Fahne hochzuhalten, dass man auf diese Trennlinie achtet“, sagt Dittus. „Denn es gibt gute Gründe dafür, dass es diese gibt.“

Die BIZ spielt in Zeiten von Brexit und Bankenkrise eine zunehmend wichtige Rolle. Alle zwei Monate treffen sich die Chefs der wichtigsten Notenbanken in Basel zum vertraulichen Austausch – und zur Absprache.

Etwa in den Tagen vor der wichtigen Abstimmung in Grossbritannien. An Bedeutung gewannen dabei auch die Finanzdaten, die von der BIZ verwaltet werden. So pflegt die Bank eine geheime Sammlung von Aufsichtsberichten über wichtige Grossbanken.

Die am Austausch beteiligten Regulierungsbehörden können so auf die Erkenntnisse anderer Länder zugreifen. „Das ist extrem vertraulich, da hat noch nicht einmal die BIZ selber Zugriff“, sagt Dittus. Die Bank fungiere bloss als Vermittlerin der Daten.

Dieser Geheimcharakter der BIZ wird von Kritikern immer wieder bemängelt. Generalsekretär Dittus sagt selber: „Wir sind ein Club.“ Aufgenommen werde nur, wer den bisherigen Mitgliedern einen Vorteil bringe.

 

Artikel von: Handelszeitung
Artikelbild: © g0d4ather – shutterstock.com

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