Innovationsorientierung im Unternehmen

27.05.2015 |  Von  |  Marketing, Wissenschaft
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Geht es um die Innovationsorientierung von Unternehmen, stellen sich zunächst einmal drei wichtige Fragen:

Welches Ausmass soll die Innovationsorientierung des Unternehmens annehmen? Wie stark soll die Erschliessung neuer Märkte oder die Entwicklung neuer Produkte ins Gewicht fallen? Und zuletzt: Welche Technologien sollen wie intensiv genutzt und weiterentwickelt werden?

Das Ausmass der Innovationsorientierung

Die Frage nach dem Ausmass der Innovationsorientierung ist schon einmal nicht leicht zu beantworten. Für jedes Unternehmen und für jede Branche kann sich hier ein anderer Weg anbieten. Allgemein wird zwischen drei Strategietypen unterschieden:


Defender
Geringe Innovationsorientierung, der Fokus liegt auf der Verteidigung der erreichten Markposition. (Tritt häufig kombiniert auf.)
Prospector
Hohe Innovationsorientierung, ständige und aktive Suche nach neuen Möglichkeiten, meist risikofreudig, investieren stark in Forschung und Entwicklung.
Analyzer
Mittlere Innovationsorientierung, weniger risikofreudig aber offen für Innovationen, analysieren Möglichkeiten sehr systematisch.
Reactor
Kein bestimmtes Muster, reagieren direkt auf Veränderungen in der unternehmerischen Umwelt. Kann gerade in einer unsicheren Umgebung sehr sinnvoll sein.

Geht es um die Frage wie stark die Erschliessung neuer Märkte bzw. die Entwicklung neuer Produkte gewichtet werden sollen, bezieht sich das direkt auf das Objekt der Innovationsorientierung. Auch hier ergeben sich vier Strategietypen:


Produkte, Leistungen / Märkte Jetzige Neue
Jetzige Marktdurchdrigungsstrategie -> Geringster Innovationsgrad -> Z.B. Cross-Selling, Intensivierung der Produktnutzung durch Kunden Marktentwicklungsstrategie -> Innovationsbezogene Erschließung neuer Märkte, z.B. durch Erweiterung des Marktes in geographischer Hinsicht
Neue Produktentwicklungsstrategie -> Erneuerung und Erweiterung des Leistungsangebotes -> z.B. durch Sortimentserweiterungen, Produktsubstitution, Ausbau des physischen Produktangebotes um ergänzende Dienstleistungen Diversifikationsstrategie -> Höchster Innovationsgrad

Bei der dritten Frage geht es darum, Technologien zu beurteilen. Dafür existieren zwei zentrale Konzepte, das Konzept des Technologielebenszyklus und das S-Kurven-Konzept.



Innerhalb des ersten Konzepts wird wiederum zwischen drei verschiedenen Technologietypen unterschieden. Die Unterschiede entstehen im Bezug auf das Wettbewerbspotential und darauf wie lange die Technologie bereits existiert.


Schrittmachertechnologien
Sie stehen am Anfang ihres Lebenszyklus, sie wurden gerade erst entwickelt und befinden sich teilweise noch in der Entwicklungsphase. Sie weisen hohes Potential auf auch wenn die weitere Entwicklung noch unsicher ist. Eine Investition kann sich trotzdem lohnen.
Schlüsseltechnologien
Sie sind in ihrem Lebenszyklus fortgeschritten. Derzeit befinden sie sich in der Wachstumsphase und zeigen relativ hohes Zukunftspotential wodurch eine Investition empfehlenswert ist.
Basistechnologien
Sie sind weit in ihrem Lebenszyklus fortgeschritten. Eine Investition lohnt sich häufig nicht mehr, da das Potential weitestgehend ausgeschöpft ist.

Im S-Kurven-Konzept wird die Leistungsfähigkeit einer Technologie dargestellt und in Bezug zu den kumulierten Ausgaben in Forschung und Entwicklung gesetzt, wodurch eine S-förmige Kurve entsteht. Doch wie genau kommt diese Kurve zustande?

Die Aufwendungen in Forschung und Entwicklung wirken sich zunächst einmal nicht proportional auf die Leistungsfähigkeit der Technologien aus. Eine Vorleistung ist notwendig. Erst mit der Zeit entfaltet die Technologie ihr Potential. Wird immer mehr in eine Technologie investiert, stösst diese mit der Zeit an ihre Leistungsgrenze, gleichzeitig nimmt der Grenznutzen der Aufwendungen in Forschung und Entwicklung stark ab.

Diese Tatsache führt dazu, dass bei Erreichen der Leistungsgrenze eine Technologie oft durch eine neue, effizientere Technologie ersetzt wird. Auch hier muss wieder zuerst eine Vorleistung erbracht werden, damit die neue Technologie ihr Potential entfalten und schliesslich die alte ablösen kann.

Es bietet sich für Unternehmen an ein Portfolio aus alten und neuen Technologien aufzubauen um so die Ausgaben in Forschung und Entwicklung auf einem gleichmässigen Niveau zu halten.

Originalartikel erschienen auf my-business-blog.de.

 

Oberstes Bild: © fotogestoeber – Fotolia


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