Was versteht man unter PageRank als SEO-Grundlage für das Content-Marketing?

21.01.2015 |  Von  |  Marketing
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Was versteht man unter PageRank als SEO-Grundlage für das Content-Marketing?
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Wer Content-Marketing betreibt, hat meist auch Interesse an guter Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bei der Recherche zum letzten Beitrag wurde uns klar, dass spätestens beim Brückenschlag zum Alt-Content einige SEO-Grundlagen vonnöten sind, um die Entscheidungsfindung leichter zu machen. Darum soll es in diesem Artikel gehen.

Er ist zwei Bewertungsmethoden von Suchmaschinen gewidmet, die die Relevanz einer Website für die Suchanfrage eines Nutzers bestimmen: der PageRank und die sogenannten seitenspezifischen Faktoren. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch deutlich beim PageRank.

Suchmaschinen sind dazu da, Webseiten in eine Reihenfolge zu bringen, die deren Relevanz für die Suchanfrage wiedergibt. Eine intuitive Funktion besteht im Wortvergleich zwischen einer Anfrage und dem Webseitentext. Hier wird geprüft: „Welche Webseite enthält Wörter der Suchanfrage und wie häufig treten sie auf?“. Somit lässt sich eine effektive Grobfilterung und eine erste Sortierung vornehmen. Dieses Vorgehen wird auch als Keyworddichte-Check bezeichnet – es ist ein Beispiel für die Bewertung von Webseiten aufgrund eines seitenspezifischen Faktors, in dem Falle der Keyworddichte.

PageRank: aus Backlinks und deren Gewichtung geschaffen

Zur weiteren Verfeinerung des Suchergebnisses und zur Erschwerung von bewusster Manipulation beziehen Google & Co. für die Ermittlung der Seitenrelevanz sogenannte Backlinks mit ein. Damit werden Links bezeichnet, welche von anderen Präsenzen auf eine Seite hin verlinken. Suchmaschinen werten einen Backlink von Seite X auf Seite Y sozusagen als eine positive Empfehlung, somit nimmt die Relevanz der Seite Y zu.

Aber auch die Kombination von Keyworddichte-Check und Backlink-Analyse ist noch ziemlich manipulationsanfällig. Sie bringt im Allgemeinen keine qualitativ guten Suchergebnisse hervor. Beispielsweise können viele „Billigseiten“ auf eine Website verlinken, bei der die Keyworddichte für die am häufigsten gesuchten Wörter künstlich aufgeblasen wurde. Eine auf die Art manipulierte, niedrig qualitative Seite würde vom Algorithmus her wahrscheinlich höher gelistet als viele, die wirklich relevante Inhalte zur entsprechenden Suchanfrage enthalten. Aus diesem Grund führten Sergey Bin und Lawrence Page Ende der 90er-Jahre eine Handlungsvorschrift ein, die jeder Webseite eine Autorität bzw. Popularität zuweist, die dann bei der Backlink-Bewertung Berücksichtigung findet: der berühmte PageRank-Algorithmus.

Google setzt seit Ende August 2013 zwar nicht mehr auf PageRank, sondern auf den Hummingbird-Algorithmus. PageRank ist allerdings ein fester Bestandteil von Hummingbird: „PageRank ist eine von über 200 Zutaten des Hummingbird-Rezepts“, vermerkte der SEO-Experte Danny Sullivan in einem Beitrag auf searchengineland.com kurz nach Bekanntwerden des neuen Suchalgorithmus. „Hummingbird nutzt PageRank – bei der Festlegung, wie relevant ein Link zu einer Seite zu erachten ist – zusammen mit anderen Faktoren.“

Details des Algorithmus

Der PageRank-Algorithmus besteht aus nur vier Variablen, die zur Berechnung der Autorität bzw. des PageRanks einer Seite i berücksichtigt werden:

  1. Dämpfungsfaktor: d
  2. PageRank einer Seite j, die auf Seite i verlinkt: PR(j)
  3. Gesamtzahl von Links, die Seite j aufweist: C(j)

SEO-Grundlage für das Content-Marketing (Bild: © vetkit - shutterstock.com)

SEO-Grundlage für das Content-Marketing (Bild: © vetkit – shutterstock.com)


Verfügt eine Webseite i mit jeweils einem Backlink von den Webseiten A und B (PR(A)=5 und PR(B)=7), von denen die eine nur auf Seite i verlinkt und die andere auf fünfzig andere Seiten, berechnet sich der PageRank der Seite i wie folgt:

PR(i) = (1− d) + d·PR(A)/C(A) + d·PR(B)/C(B) = (1 – d) + d·(5/1) + d·(7/51)

Sicherlich passiert die konkrete Umsetzung des Algorithmus von Suchmaschinen in weit komplexerer Form. Es lassen sich aber ein paar relevante Punkte für das eigene SEO von dieser Formel ablesen:

  1. Je höher die Anzahl C an Links zu anderen Seiten ist, desto geringer fällt der PageRank aus. Links zu externen Webseiten oder zu nicht so relevanten Unterseiten der eigenen Präsenz sollten nicht gedankenlos gesetzt werden.
  2. Der Wert eines Backlinks von einer Seite mit hohem PageRank ist auch davon abhängig, wie viele Links von dieser Seite insgesamt ausgehen. Somit können Seiten mit mittlerem bis geringem PR durchaus wertvoll sein, selbst wenn sie bisher nur wenige Links gesetzt haben.
  3. Da der PageRank einer Seite grundsätzlich vom PageRank jeder Webseite beeinflusst ist, kann man intelligente interne Verlinkungen konstruieren, die den PageRank an andere, diesem Seitenbetreiber ebenfalls gehörende oder befreundete Seiten weitergeben.

Drei verlinkte Seiten – ein konkretes Berechnungsbeispiel

Der Betreiber einer Domain hat drei Blog-Artikel auf den Seiten A, B und C, die ausschliesslich im Dreieck untereinander verlinkt sind. Interessant wird es jetzt, wenn eine externe Seite X auf eine dieser Seiten verlinkt. Hat diese externe Seite beispielsweise einen PR von 5 und wird ein Dämpfungsfaktor d=0,85 angenommen – der typisch ist für Links – berechnet sich der SEO-Effekt folgendermassen:

Vor der Linksetzung gelten diese Gleichungen für die drei PR-Werte:

  • PR(A) = (1 – d) + d·PR(C)
  • PR(B) = (1 – d) + d·PR(A)
  • PR(C) = (1 – d) + d·PR(B)

Die Lösung des Gleichungssystems ergibt für alle drei Seiten jeweils den PageRank 1, kommt dann die Verlinkung von Seite X hinzu, ändert sich die erste Gleichung und – weil diese Gleichung Teil eines voneinander abhängenden Systems ist – ändern sich auch die Werte für die beiden anderen:

  • PR(A) = (1 – d) + d·PR(C) + d·PR(X)
  • PR(B) = (1 – d) + d·PR(A)
  • PR(C) = (1 – d) + d·PR(B)

Die Lösung dieses Gleichungssystems lautet:

  • PR(A) = 5,25
  • PR(B) = 4,61
  • PR(C) = 4,07

Durch die interne Verlinkung wurde der SEO-Wert von Seite X nicht nur auf die Seite A übertragen, sondern von dort auf die beiden anderen weitergegeben. Insgesamt erhöht sich die Summe des PageRanks aller Seiten von 3 auf 13,93. Somit übernimmt die Seite A die Funktion als „giver“ und überträgt PageRank auf Schwesterwebseiten.



Wichtig ist zu beachten, dass in den PageRank-Algorithmus allein die Backlinkstruktur einfliesst. Suchmaschinen werten aber darüber hinaus noch weitere Faktoren aus, die teilweise aus ganz anderen Bewertungskategorien stammen: guter Seitennavigation, übersichtlicher Seitenaufbau, Keywords, guter Content und viele mehr.

 

Oberstes Bild: © Manczurov – shutterstock.com


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