Wie Sie auch verhasste Jobs wieder lieben lernen – Teil 1: Wege aus der Passivität

01.12.2014 |  Von  |  Allgemein, Arbeitsmarkt
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Wie Sie auch verhasste Jobs wieder lieben lernen – Teil 1: Wege aus der Passivität
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Weltweit können sich nur vier von zehn Menschen wirklich mit der Arbeit identifizieren, die sie als Broterwerb ausführen. Dennoch üben die restlichen sechs ihre Jobs oft jahre-, wenn nicht jahrzehntelang aus, nachdem sie schon innerlich gekündigt haben. In vielen Fällen ist dies der Unsicherheit zuzuschreiben, die jedem Neuanfang innewohnt; oft ist es auch durch tatsächliche Alternativlosigkeit begründet.

Dieses Leiden an der eigenen Tätigkeit ist keinesfalls auf repetitive Beschäftigungen mit schlechter Bezahlung und objektiv ungünstigen Arbeitsbedingungen beschränkt. Es zieht sich horizontal durch alle Berufssparten und vertikal bis hinauf ins gehobene Management.




Zweiteilige Mini-Serie: Wie Sie auch verhasste Jobs wieder lieben lernen

Teil 1: Wege aus der Passivität
Teil 2: Gestaltungsräume selbst schaffen


Deshalb ist die zunehmende Zahl der Burn-out-Diagnosen nicht weiter verwunderlich. Dennoch: Wenn Sie zu der grossen Zahl der Arbeitnehmer zählen, die ihre Arbeit aus welchen Gründen auch immer nicht mögen, müssen Sie nicht in Depressionen versinken oder auf Leerlauf umschalten. Es gibt erstaunliche Wege, auch einen eigentlich verhassten Job wieder lieben zu lernen. In diesem zweiteiligen Beitrag stellen wir Ihnen einen zehnwöchigen Stufenplan vor, mit dessen Hilfe Sie auch ohne Arbeitgeberwechsel aus der Sackgasse kommen.



1. Woche: Machen Sie einen Deal mit Ihrem inneren Schweinehund



Das Gefährlichste an der inneren Kündigung sind die folgende Resignation und der zwangsläufig einsetzende Fatalismus: „Es wird sich ja doch nichts ändern, egal was ich tue; ich kämpfe gegen ein in Stein gemeisseltes System/einen unbeweglichen Vorgesetzten/einen nicht modellierbaren Arbeitsablauf“. Leider ist ebendies eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Denn eine solche Einstellung führt dazu, dass Sie nicht länger Impulse ausstrahlen. Entscheiden Sie sich deshalb als Erstes ganz bewusst dafür, gerade im Angesicht der Sie umgebenden Verkrustungen zu neuer Dynamik zu finden.

Aktivieren Sie Ihren Trotz-Faktor. Betrachten Sie die kommenden zehn Wochen als Experiment, bei dem Sie nur gewinnen können – unabhängig davon, ob sich im Arbeitsumfeld Substanzielles verändert. Hören Sie damit auf, sich als Opfer der Umstände zu sehen, und finden Sie zu dem proaktiven Ich Ihres Karriereanfangs zurück, das überall Gestaltungsmöglichkeiten statt Systemfehler sah. Schliessen Sie um Ihrer selbst willen diesen Deal mit Ihrem inneren Schweinerhund ab – für die nächsten zehn Wochen, unabhängig davon, wie frustrierend Ihre Erfahrungen sein werden. Schenken Sie sich diesen Zeitabschnitt selbst beschlossener Resilienz.





Aspekte, die Sie an Ihrem Job immer noch mögen, sollten Sie potenzieren. (Bild: Cara-Foto / Shutterstock.com)

Aspekte, die Sie an Ihrem Job immer noch mögen, sollten Sie potenzieren. (Bild: Cara-Foto / Shutterstock.com)

2. Woche: Destillieren Sie Befriedigung und potenzieren Sie sie

Es ist selten, dass Menschen überhaupt keine Freude mehr an ihren Jobs haben. Meist gibt es Teilaspekte, bestimmte Projekte und Aufgaben, die sie immer noch an dem mögen, was sie tun. Investieren Sie eine bis zwei Stunden in die klare Definition dessen, was Ihnen an Ihrer jetzigen Position Befriedigung verschafft. Berücksichtigen Sie dabei auch periphere Fakten, wie das Klima im Team, der Ihnen entgegengebrachte Respekt, die materielle oder immaterielle Honorierung, der persönliche Kundenkontakt, die betriebsinternen Weiterbildungsmöglichkeiten.

Entwickeln Sie nun ein realistisches, aber ambitioniertes Szenario, in dem diese Faktoren multipliziert auftauchen. Entwickeln Sie dann eine Strategie, wie Sie dies umsetzen können – eventuell mithilfe Ihres Teams oder Ihrer Kollegen, aber auch durch Gespräche mit Vorgesetzten. Schon diese Visualisierung wird Sie mit Energie versorgen.

3. Woche: Überkommen Sie Ihren Bore-out

Unterforderung kann zu sehr ähnlichen Symptomen führen wie ein stressbedingter Burn-out, wird aber oft in seiner Wirkung unterschätzt. Wenn Sie sich eigentlich konstant langweilen (egal wie scheinbar vollbeschäftigt Sie sind), dann sollten Sie sich schleunigst selber fordern. Generieren Sie sich proaktiv eine Aufgabe, die Sie wirklich über Ihre Grenzen hinausträgt, selbst wenn sie einen zeitlichen Mehraufwand mit sich bringt.

Das Interessante: Dem Gesetz der Anziehung zufolge wirkt ein derartiges Engagement oft wie ein Magnet auf weitere Herausforderungen und führt nicht selten zu einer positiven Wahrnehmungsverschiebung Ihrer Kompetenzen durch Vorgesetzte und Teammitglieder. Entscheiden Sie sich bewusst für eine Tätigkeit, die Ihre vorhandenen, aber momentan ungenutzten Fähigkeiten anspricht, damit diese sichtbar werden können.

4. Woche: Simplify your Office

Wenn Sie damit aufhören, sich mit Ihrer Arbeit zu identifizieren, leiden darunter meist auch die Struktur und die Ästhetik Ihres Arbeitsplatzes. Kehren Sie den Effekt um; lassen Sie sich von Ihrer Umgebung neu inspirieren. Nehmen Sie nicht nur kosmetische, sondern grundsätzliche Eingriffe vor – wechseln Sie etwa vom Chefsessel an ein Stehpult oder verändern Sie die Ausrichtung Ihres Schreibtisches so, dass Sie aus dem Fenster statt zur Tür schauen.

Gönnen Sie sich eine wirklich ergonomische Anordnung Ihres Mobiliars, die schon beim Betreten des Büros Energie ausstrahlt. Werfen Sie alles Überflüssige weg; schaffen Sie Raum für Ideen und Gedanken. Machen Sie sich im Aufräumprozess bewusst Gedanken darüber, was für Sie von Wert ist und was nicht. Das hilft auf einem befreienden Umweg dabei, auch inhaltlich wieder Prioritäten zu setzen.




 

Oberstes Bild: © Syda Productions – Shutterstock.com


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