Was macht der Einzelunternehmer, wenn er krank ist?

15.11.2014 |  Von  |  Organisation, Start-up
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Eine gute Frage. Während in Unternehmen mit mehreren Beschäftigten die Erkrankung eines einzelnen Mitarbeiters durchaus durch die anderen Beschäftigten kompensiert werden kann, greift dieser Mechanismus beim Einzelunternehmer nicht. Hier müssen zwingend andere Wege gefunden werden, um gerade bei schwereren Erkrankungen oder längeren Ausfallzeiten das Geschäft am Leben zu erhalten.

Die rein finanziellen Einbussen durch Krankheit lassen sich meist durch eine entsprechend ausgebaute Krankenversicherung gut abfedern. So besteht für den Einzelunternehmer zumindest während der Dauer der Erkrankung keine existentielle Not. Darüber hinaus kann oftmals auch auf Rücklagen und Ersparnisse zurückgegriffen werden.

Was wird mit den offenen Aufträgen?

Hier offenbart sich eine Problematik, die nicht zu vernachlässigen ist. Kann ein Einzelunternehmer wegen einer schweren Krankheit seine übernommenen Aufträge nicht erfüllen, kommt er in deutlichen Zugzwang. Gefährlich ist hier nicht nur die Tatsache, dass der Einzelunternehmer wichtige Kunden auf Dauer verlieren könnte, sondern auch, dass im Ernstfall Schadensersatzklagen wegen einer nicht erbrachten, vertraglich geregelten Leistung ins Haus flattern könnten. Solche Ansprüche können im Extremfall dem betroffenen Einzelunternehmer das finanzielle Rückgrat brechen und damit zu einem Totalverlust führen.

Kommunikation ist wichtig

Während bei einem schweren Unfall mit gravierenden Folgen oftmals eine schnelle und direkte Kommunikation mit den Auftraggebern kaum möglich ist, lassen sich kurzfristige Ausfälle beispielsweise wegen leichterer Erkrankungen durchaus an den Kunden melden. Hier sollte der Einzelunternehmer mit offenen Karten spielen und dem Auftraggeber möglichst klar kommunizieren, wann die vereinbarten Leistungen erbracht werden können.

Sind Auftraggeber aus Erfahrung mit den Leistungen des Unternehmers in der Vergangenheit sehr zufrieden, dürfte hier kaum eine echte Hemmschwelle für eine weitere Zusammenarbeit vorhanden sein.

Der kluge Mann baut vor

Klug agierende Einzelunternehmer sorgen auch für den Fall der Krankheit vor. So ist es durchaus möglich, den Lebenspartner oder einen mit der Materie betrauten Freund für den Fall der Fälle mit den erforderlichen Informationen zu versorgen. Diese Personen können dann entweder einen Teil der Arbeiten selbst übernehmen, für Ersatz sorgen oder zumindest die wichtigen Informationen an die Kunden und gegebenenfalls auch an Lieferanten und die Steuerbehörde weiterleiten.

Damit ist zumindest für den Moment vorgesorgt. Ist absehbar, dass das Geschäft wegen der Erkrankung des Einzelunternehmers aufgegeben werden muss, sollten davon auch die bestehenden Kunden und Zulieferer erfahren. Das vermeidet Unsicherheiten und lässt die Kunden und Geschäftspartner nicht im Zweifel über die Kompetenz des Einzelunternehmers.

In jedem Fall muss ein Einzelunternehmer Vorsorge dafür treffen, dass er zeitweise oder längerfristig sein Geschäft nicht ausüben kann. Tut er dies nicht, läuft er Gefahr, schon wegen einer kurzfristigen Erkrankung eventuell wichtige Kunden und damit auch Aufträge zu verlieren. Mit den entsprechenden nachhaltigen Folgen.

 

Oberstes Bild: © baranq – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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