Die neue Mittelschicht kann auf Luxus verzichten

10.11.2014 |  Von  |  Finanzen
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Die neue Mittelschicht kann auf Luxus verzichten
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Das Streben nach mehr Einkommen und damit wirtschaftlicher Potenz galt lange als allgemeingültige Maxime. Doch mit der Generation Y kehrt ein neuer Geist ein – Luxus und nach aussen demonstrierter Status verlieren an Bedeutung, zur Elite zu gehören ist kein Ziel mehr, dem man allzu viel kostbare Lebenszeit opfern möchte. Die neue Lust auf Verzicht und Selbstbeschränkung zugunsten immaterieller Werte wie Zeit mit der Familie macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar.

Nicht zuletzt in der Schweiz wird der Bewusstseinswandel sichtbar.

Immer mehr Schweizer Familien bescheiden sich bewusst mit einem Mittelklasse-Dasein: Wenn das Geld auch nicht für eine eigene Immobilie reicht, so sind die Mietzahlungen für eine hübsche Wohnung oder ein kleines Häuschen doch gesichert, man isst gesund und vielseitig, nutzt ein praktisches, wenngleich nicht luxuriöses Auto und fährt einmal im Jahr ins Ausland in die Ferien.

Ein Zweitwagen oder eine weitere Ferienreise wäre zwar schön, doch fehlt damit nichts wirklich Essenzielles. Auch wenn die Einkommen steigen, definieren jüngere Schweizer ihr Lebensglück in diesem Wohlstandsrahmen, mehr verlangen sie nicht. Das gilt insbesondere für die Angehörigen der sogenannten Generation Y.

Was sie kennzeichnet, ist ein Wertewandel weg von Karriere und Status hin zu sinnvoll und erfüllend verbrachter Lebenszeit. Wie viel man verdient, ist zweitrangig; ein hohes Einkommen wird mitunter eher als entzweiend empfunden, da es Distanz innerhalb einer sozialen Gruppe schaffen kann. Und gerade diese steht mit ihrer Geborgenheit und Sinnstiftung zunehmend hoch im Kurs. Wer hier – in der Familie, im Freundeskreis, im Klub oder Verein – mit protzigem Luxus und Verschwendung negativ auffällt, läuft Gefahr, auf kurz oder lang ausgegrenzt zu werden.

Der neue Luxus heisst Zeit

Der Mittelstand ist in der Schweiz wie in anderen Ländern ein oft beschworenes Problemkind der Politik. Es gehört fast schon zum guten Ton, auf die Existenz- und Abstiegsängste in den mittleren Einkommensschichten zu verweisen und Gegenmassnahmen zu fordern. Die junge Generation jedoch legt gar nicht mehr so viel Wert auf eine stetige Verbesserung des Lebensstandards – ihr sind im Zweifel Gestaltungsfreiräume und die entsprechende Zeit wichtiger als ein Plus auf dem Gehaltszettel. Diesem Trend müssen Arbeitgeber, die dem Fachkräftemangel trotzen wollen, zukünftig mit mehr Flexibilität bei der Gestaltung des Beschäftigungsverhältnisses nachkommen.

 

Oberstes Bild: © Kinga – shutterstock.com

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