Wer die Zukunft vorhersehen will, muss sie gestalten

22.08.2014 |  Von  |  Organisation
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Wer die Zukunft vorhersehen will, muss sie gestalten
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Oh ja, Weissager und Scharlatane gibt es reichlich. Auch in der Schweiz. Die Weissagungen erzählen dann dem Einzelnen oder ganzen Gesellschaften, wie ihr Leben wohl in der Zukunft aussehen wird. Mal in schillernd bunten Farben, manchmal im bedrohlichen Schwarz. Letztlich sei doch alles Schicksal, dem wir nicht ausweichen könnten.

Zukunftsforscher arbeiten da ganz anders. Sicherlich auch mit einem guten Stück Intuition, nicht aber mit der göttlichen Vorhersehung werden hier Prozesse betrachtet. Dabei wird eines klar: Wer die Zukunft voraussagen will, muss diese jetzt schon gestalten.



Scharlatanerie oder bestechende Logik

Ein wenig klingt es immer nach Scharlatanerie, wenn jemand meint, die Zukunft voraussagen zu können. Ganz abwegig ist das dennoch nicht. Wer heute schon an den Entwicklungen der Zukunft arbeitet, wird auch ein gewisses Auge darauf haben, wie das Leben in der näheren und ferneren Zukunft aussehen wird.

Ein Musterbeispiel für solches Vorausdenken ist die Raumsonde Rosetta. Vor über zehn Jahren wurde der Weltraumforscher auf die Reise geschickt. Ziel war die Landung auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Die Umlaufbahn ist erreicht, die Landung steht direkt bevor. Erkundet werden sollen beispielsweise bestimmte Umgebungsvariablen der Entstehung und Entwicklung von Planeten im All. Eine kühne Vision, die jetzt zur Wirklichkeit wird.

So konnten bereits vor zehn Jahren die Macher des Projektes voraussagen, dass die Landung einer Weltraumsonde auf einem fliegenden Kometen möglich sein wird. Solche Voraussagen gewinnen eben dann an Wahrscheinlichkeit, wenn daran auch konkret gearbeitet wird. Das hat nichts mit den wundersamen Weissagern zu tun, sondern eher mit einer bestechend klaren Logik.



Für Unternehmen gilt: Heute am Morgen arbeiten

Mit gleicher Weitsicht und Voraussicht müssen auch Unternehmen im Heute arbeiten, wenn sie das Morgen erreichen und erfolgreich überleben wollen. Dazu gehört eine gewisse Vision, die aber nicht nur das Unternehmen als solches im Blick hat, sondern vor allem auch einzelne Leistungen und Produkte.

Zukunftsforschung ist auch in der Wirtschaft das Stichwort für den künftigen Erfolg. Zukunftsforscher entwickeln Bilder davon, wie das Leben beispielsweise in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren aussehen könnte. Daraus müssen dann in den Unternehmen konkrete Visionen entwickelt werden, an denen natürlich auch gearbeitet werden muss.

Wer dabei in der Entwicklung stehenbleibt, hat eigentlich schon verloren. Das betrifft vor allem die Produkt- und Leistungsentwicklung. Hier muss auf viele Signale geachtet werden. Diese auch richtig zu deuten und in die Unternehmensentwicklung einzubinden, ist eine der grundlegenden Aufgaben des Managements. An dieser Stelle müssen die Weichen für die Zukunft gestellt werden.

Das gelingt allerdings nur dann erfolgreich, wenn auch klare Vorstellungen davon bestehen, wie die Zukunft aussehen wird.

Phantasien gegen Realitäten tauschen



Phantasterei ist bekanntermassen gerade in der Wirtschaft nicht gefragt. Hier zählen Realitäten und klare Fakten. Allerdings sind Visionen keine Phantasien, sondern lediglich der Vorgriff auf künftige Entwicklungen. Dementsprechend haben Visionen schon sehr viel mit Realitäten zu tun, zumindest mit erwartungsgemässen.

Es gilt also, Phantasien gegen Realitäten zu tauschen, vor allem gegen solche Realitäten, die heute noch Visionen sind. Wer dazu keinen Mut hat, begibt sich freiwillig in eine Stagnation, die letztlich Rückschritt statt Fortschritt bedeutet.





Vom Sport lernen - Spätestens bei internationalen Grossveranstaltungen, wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen, zeigt der Sport, wie Visionen gemacht werden und letztlich zum Einzelerfolg führen können. (Bild: Maxisport / Shutterstock.com)

Vom Sport lernen – Spätestens bei internationalen Grossveranstaltungen, wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen, zeigt der Sport, wie Visionen gemacht werden und letztlich zum Einzelerfolg führen können. (Bild: Maxisport / Shutterstock.com)

Vom Sport lernen

Spätestens bei internationalen Grossveranstaltungen, wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen, zeigt der Sport, wie Visionen gemacht werden und letztlich zum Einzelerfolg führen können. Quasi jeder Teilnehmer an den hochrangigen sportlichen Wettbewerben hat eine solche Vision, die im Vorfeld der Grossereignisse als Ziele deklariert werden. An diesen Visionen wird im täglichen Training hart gearbeitet. Und wenn dann alles auf den Punkt genau stimmt und die Leistungen passgenau abgerufen werden können, dann klappt es auch mit der Überführung der Vision in die Realität. So werden Weltmeister und Olympiasieger gemacht.

Und auch die Wirtschaft ist letztlich nichts anderes als ein grosser Wettbewerb. Gerade deshalb lohnt es hier auch, klare Visionen zu entwickeln und diese letztlich zu Realitäten zu machen. Den Unternehmen, denen das als Erstes gelingt, stehen grossartige Entwicklungschancen und natürlich neue Märkte offen. Insofern kann die Wirtschaft gut vom Sport lernen.

Politik gibt den Takt vor

Wichtig für eine visionäre Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft ist die Rolle der Politik. Die nationale und internationale Politik hat die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für künftige Entwicklungen zu gestalten. Deshalb ist eben auch in der Politik Voraussicht und Zukunftsorientierung verbunden mit wünschenswerten Visionen wichtig.

Ein Politikstil, der sich ständig nur mit gegenwärtigen Problemen oder gar der Geschichte befasst, wird über kurz oder lang keine günstigen Entwicklungsbedingungen für die Wirtschaft und Gesellschaft schaffen können. Hier lohnt sich durchaus auch eine Warnung an die deutsche Politik: Gern wird hier mit Blick auf die Rolle im Ersten und im Zweiten Weltkrieg eine Nabelschau betrieben, die gegenwärtige und künftige Entwicklungen regelrecht bremst. Ständig wird sich entschuldigt, der deutsche Bürger gerät unter den Generalverdacht, Kriegstreiber und Faschist zu sein und letztlich hofiert man alle, die unter den Ereignissen der beiden Weltkriege leiden mussten. Nicht immer mit Sinn und Verstand. Besser wäre es da, echte Zukunftsvisionen zu entwickeln, die wahre Entwicklungsschritte provozieren und diese nicht allein der Wirtschaft überlassen.

Die Schweiz geht hier oft und gern andere Wege und gehört nicht zuletzt deshalb zu den bedeutendsten Wirtschaftsmächten der Welt.



 

Oberstes Bild: © 2jenn – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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