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Kein europäischer Staat ist teurer als die Schweiz

07.08.2014 |  Von  |  Finanzen

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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Kein anderes europäisches Land ist für seine Bewohner derart teuer wie die Schweiz. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung der europäischen Statistikbehörde “Eurostat”, die für das Jahr 2013 erstellt wurde. Demnach lagen die hiesigen privaten Konsumausgaben um 56 % über dem Durchschnitt der Länder der Europäischen Union (EU).

Derart teuer wie die Schweiz war 2013 laut der Untersuchung nur Norwegen. Dort lagen die privaten Konsumausgaben um 55 % über dem EU-Durchschnitt. Innerhalb der Union ist Dänemark am kostspieligsten, mit einem Plus von 40 % gemessen am Unionsdurchschnitt. In den Nachbarländern der Schweiz lagen die Konsumausgaben für Privatpersonen im vergangenen Jahr hingegen wesentlich tiefer. Deutschland lag 2 % über dem Durchschnitt, Italien 3, Österreich 7 und Frankreich 9 %, zitiert die “Schweizer Depeschen Agentur” die Untersuchungsergebnisse.

Ost- und Südosteuropa am billigsten

Allerdings verzerren die Zahlen inzwischen etwas durch die EU-Erweiterungen der vergangenen Jahre. So wurde beispielsweise Bulgarien neu aufgenommen, das wirtschaftlich noch einen gewaltigen Nachholbedarf hat. Hier lagen die Konsumausgaben etwa 50 % unter dem EU-weiten Durchschnitt. Überhaupt drücken alle Staaten im Osten sowie im Südosten der Union den Durchschnitt nach unten.

Schweiz fällt aus der Reihe

In gewisser Hinsicht fällt die Schweiz aus der Reihe, weil die Konsumausgaben zumeist in grösseren Regionen vergleichbar bleiben. Dies gilt beispielsweise für Deutschland, Frankreich und Österreich oder Bulgarien, Rumänien sowie Albanien. Im Norden Europas versammeln sich die teuersten Staaten. Lediglich die Schweiz ragt aus der Statistik wie ein Leuchtturm heraus. Als Erklärung wird hierfür stets das sehr viel höhere Einkommensniveau angeführt. Zudem ist es nicht grundsätzlich schlecht, wenn die Konsumausgaben hoch sind. Dies gilt insbesondere für wirtschaftlich schwierige Zeiten, da die Binnennachfrage auf diese Weise einen Einbruch der Auslandsnachfrage abfedern kann.

Konsumausgaben ohne verfügbares Einkommen nur das halbe Bild

Das Bild ist darüber hinaus differenziert zu betrachten: In der Schweiz gibt es beispielsweise das Gefühl, immer mehr Geld für Mieten aufwenden zu müssen. Ein Bericht von “20 Minuten”, der sich auf “Avenir Suisse” beruft, zeigt den Irrtum: Gemessen an der Lohnentwicklung zahlen Schweizer inzwischen für Mieten sogar weniger als vor 25 Jahren. Gemessen am verfügbaren Einkommen wohnen in den Nachbarländern nur die Deutschen günstiger. Dies zeigt, dass das verfügbare Einkommen immer mitbetrachtet werden muss, um Konsumausgaben richtig einschätzen zu können.

 

Oberstes Bild: © Nataliya Hora – Shutterstock.com


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