Tage wie dieser

24.07.2014 |  Von  |  Allgemein
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Kein Datum hat sich so sehr ins Gedächtnis von Börse und Banken eingebrannt wie Freitag, der 25. Oktober 1929. Es gilt bis heute als Synonym für einen bemerkenswert hohen Kursverlust und die daraus folgende finanzielle Krise. Doch gab es diesen sogenannten „Schwarzen Freitag“ tatsächlich? Und war der damit in Verbindung gebrachte Sturz der Aktienkurse wirklich so einzigartig, dass er sich nicht wiederholen wird?

Um das herauszufinden, lohnt sich ein Blick zurück auf die Ereignisse im Oktober 1929: Nachdem die Aktienkurse in New York während der gesamten 20er-Jahre beinahe kontinuierlich gestiegen waren, fielen sie im Spätsommer 1929 erstmals wieder leicht ab. Der Kursverlust setzte sich bis Oktober fort und erreichte am 24. des Monats einen Tiefstand. Für die nun wertgeminderten Aktien fanden sich kaum Käufer, sodass die Makler die Kurse noch weiter senkten. Doch die damit verbundene Hoffnung, Interessenten zu gewinnen, erfüllte sich nicht – im Gegenteil: Durch die immer weiter sinkenden Aktienkurse drohte ein Börsencrash, der durch Stützkäufe von Banken gerade noch abgewendet werden konnte.



Das komplette Ausmass des Desasters zeigte sich jedoch erst in den darauffolgenden Tagen. Nachdem die Nachrichten aus New York das europäische Festland erreicht hatten, begannen auch hier die Aktienkurse zu sinken. Die Verluste datieren vom 25. Oktober 1929 – dem später als „Schwarzer Freitag“ bekannt gewordenem Datum. Noch stärkere Einbrüche aber wurden zu Beginn der neuen Woche verzeichnet. An der Wall Street in New York erwies sich erst der 29. des Monats als besonders verlustreich – und ging daher als „Schwarzer Dienstag“ in die Geschichte der Börse ein.

Er blieb aber keinesfalls der letzte „Crashkurs“, den New York erlebte, denn auch 1987 verzeichneten die Aktien in den USA noch einmal aussergewöhnlich hohe Verluste. Doch obwohl diese sogar noch stärker waren als 1929, erregten sie kein solches Aufsehen. Die Makler an der Börse hatten nämlich dazugelernt: Bis heute ist es üblich, den Handel bei auffallend starken Ausschlägen der Kurse zu unterbrechen. Ein Trauma wie damals verhindert diese Massnahme allerdings nicht. Bei einem ungünstigen Verhältnis zwischen Aktien-Angebot und Aktien-Nachfrage ist ein Börsencrash nach wie vor denkbar.



 

Oberstes Bild: © ratch – Shutterstock.com

Über Christiane Dietering

Christiane Dietering hat eine handwerkliche, zwei kaufmännische und eine Autoren-Ausbildung absolviert. Sie arbeitet als freie Texterin, Rezensentin und Journalistin in den Themenbereichen Kunst und Kultur. Ihre Hauptauftraggeber sind Veranstalter von Musikaufführungen, Lesebühnen und Erotik-Events.


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