Des einen Freud’ ist des anderen Leid – welche Überraschung Ihnen mit Blumen im Büro blühen kann

03.07.2014 |  Von  |  Allgemein
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Des einen Freud’ ist des anderen Leid – welche Überraschung Ihnen mit Blumen im Büro blühen kann
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Da haben Sie es nun gut gemeint und einen Strauss frisch geschnittene Blumen ins Büro gestellt – doch der Kollege bittet Sie, diese umgehend wieder zu entfernen, weil er Kopfschmerzen davon bekommt. Äussert er mit dieser Aussage versteckte Kritik an Ihren dekorativen Einfällen oder ist er ein unverbesserlicher Kulturbanause?

Weder noch! Hinter der vermeintlichen Überreaktion Ihres Kollegen verbirgt sich vielmehr ein wissenschaftlich beobachtetes Phänomen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen sehr individuell auf den Duft von Blumen reagieren. Bei manchen lösen die Aromen stark riechender Arten wie Lilien, Hyazinthen oder Rosen eine Migräneattacke aus, in deren Folge die meisten Betroffenen Kopfschmerzen verspüren.



Die Ursache dafür vermuten die Forscher im limbischen System – dem Teil des Gehirns, das am stärksten auf Gerüche reagiert. Von hier aus werden Signale in jene Bereiche gesendet, die für das Hervorrufen von Emotionen und die Steuerung der Hormonproduktion zuständig sind. Und genau an diesen Stellen können Blumen bzw. die von ihnen ausgehenden Düfte eine erstaunliche Wirkung entfalten.

Die bis zu 500 Moleküle im Geruch einer einzelnen Blüte hemmen die Nervenzellen und führen zur Ausschüttung von Botenstoffen, welche die Produktion von Prostaglandin begünstigen. Dieses Hormon ruft in unmittelbarer Umgebung der Blutgefässe des Hirns eine Entzündung hervor – die sich in den bereits genannten Kopfschmerzen äussert.

Weitere Symptome einer solchen durch Duft ausgelösten Migräneattacke können

  • Übelkeit
  • Gereiztheit
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Nachlassen der Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit

sein. Sollten Ihre Kollegen beim Anblick bzw. nach dem Aufstellen von Blumen über derartige Beschwerden klagen, lassen Sie Nachsicht walten und bringen Sie die Vase so schnell wie möglich in ein anderes Zimmer.

In der Regel beruhigt sich der Organismus bereits kurze Zeit nach dem Entfernen der Duftquelle wieder. In einigen Fällen können Kopfschmerzen und sonstige Symptome aber auch länger andauern – nämlich so lange, bis die winzigen Geruchsmoleküle vollständig aus dem Raum verschwunden sind und der Körper die Auswirkungen der Migräneattacke überwunden hat.

Der gleiche Hinweis gilt übrigens auch für andere intensive Gerüche wie zum Beispiel das Tragen von Parfüm. Behandeln Sie jede Beschwerde darüber mit dem nötigen Feingefühl und verzichten Sie zum Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter auf bestimmte Düfte.



 

Oberstes Bild: © terekhov igor – Shutterstock.com

Über Christiane Dietering

Christiane Dietering hat eine handwerkliche, zwei kaufmännische und eine Autoren-Ausbildung absolviert. Sie arbeitet als freie Texterin, Rezensentin und Journalistin in den Themenbereichen Kunst und Kultur. Ihre Hauptauftraggeber sind Veranstalter von Musikaufführungen, Lesebühnen und Erotik-Events.


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