Home Office – Fluch oder Segen?

13.05.2014 |  Von  |  Organisation, Selbstmanagement

Geschätzte Lesezeit: 4 minutes

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Home Office? Brauche ich nicht! Wenn Sie wirklich effektiv in Ihren eigenen vier Wänden arbeiten möchten, liegen Sie mit dieser Philosophie wahrscheinlich falsch. Wir zeigen Ihnen, wie Sie effiziente Arbeit mit den vertrauten Gegebenheiten Ihrer Wohnung verbinden.

Wieso ist Heimarbeit so verlockend?



Alle zeitraubenden Angelegenheiten, welche Sie mit Ihrer Arbeitsstelle verbinden, könnten Sie im Home Office unter den Tisch fallen lassen – Flexibilität ist Trumpf. Wenn Sie es für nötig erachten, könnten Sie sogar im Schlafanzug an Ihrem Computer sitzen und es würde niemanden stören. Sie sparen sich das möglicherweise zu schnelle Frühstück, viel Zeit im Badezimmer, den Weg zu Fuss, per Auto oder mit anderen Verkehrsmitteln und all die Ablenkungen, welche Sie tagtäglich während dieser Routine erleben. Zahlreiche weitere Vorteile lassen das Home Office in einem geradezu gleissenden Licht erscheinen.

So können Sie beispielsweise Familie und Arbeit verbinden und komplett ungestört arbeiten – wenn man von Telefonanrufen oder E-Mails absieht. Verlockend sind auch viele Kleinigkeiten: Sie können Ihren Kaffee so trinken, wie Sie es für richtig halten, und müssen sich nicht nach dem allgemeinen “Bürogeschmack” richten. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass sehr viele Arbeitnehmer ein solches Angebot gerne annehmen würden, sofern sie sich selbst dafür motivieren können. Damit es aber auch tatsächlich so funktioniert wie in Ihrer Fantasie, sind einige wichtige Schritte notwendig.

Getrennte Räume sind ein Muss!

Ihr Schlaf- oder Wohnzimmer oder auch die Küche ist kein Büro. Sie können natürlich auch abends im Bett an Ihrem Laptop noch einmal einige Dokumente prüfen, aber für die ernsthafte Arbeit ist ein separater Raum, den Sie tatsächlich nur für die Arbeit nutzen, schon fast ein Zwang. Weisen Sie dieses Zimmer explizit für die Arbeit aus: Sie betreten es, wenn Sie mit der Arbeit beginnen, und verlassen es, wenn Sie fertig sind. Auf diese Weise trennen Sie Privates strikt von Geschäftlichem und laufen nicht Gefahr, beide Welten miteinander zu vermischen. Auf Dauer führt das nämlich zu einem Verlust Ihrer Freizeit.



Kümmern Sie sich um die Ausstattung

In einem Büro kümmert sich der Arbeitgeber um das Mobiliar, benötigte Computer, Schreibutensilien und andere Technik, welche Sie für die Ausübung Ihrer Tätigkeit nun einmal brauchen. Daheim müssen Sie dies jedoch selbst in die Hand nehmen – und dabei vergisst man sehr schnell einige Kleinigkeiten. Beginnen Sie also früh mit der Planung und fragen Sie Freunde, Bekannte und Kollegen, ob ihnen vielleicht noch etwas einfällt. Nichts ist nerviger, als am ersten Tag der Arbeit festzustellen, dass ein essenzieller Bestandteil fehlt.

Aber wer soll das alles bezahlen?



Gerade bei den Möbeln kann es schnell teuer werden. Über einen Computer, ein Telefon oder andere technische Geräte verfügen Sie wahrscheinlich ohnehin, die Kosten dürften sich also in Grenzen halten. Hochwertige Büromöbel hingegen sind wesentlich kostspieliger. Gleichzeitig dürfen Sie hier aber nicht sparen: Sie verbringen täglich sehr viele Stunden in diesem Zimmer, auf Ihrem Stuhl und an Ihrem Schreibtisch. Die besten Arbeitsbedingungen sind daher gerade gut genug, damit Sie auf Dauer nicht unter Rückenbeschwerden oder ähnlichen Ärgernissen leiden müssen.

Falls Sie für ein Unternehmen arbeiten und Ihren Chef von den Vorteilen der Heimarbeit überzeugen konnten, stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Betrieb die Kosten für Ihre Einrichtung anteilig oder auch ganz übernimmt. Achten Sie bei der Einrichtung ausserdem darauf, mindestens den Standard zu erhalten, der auch in Ihrem (ehemaligen) Büro verwendet wird. Ansonsten profitieren Sie überhaupt nicht vom Umzug in das Home Office, sondern leiden womöglich noch darunter.

Steuern, Finanzen & Co.



Je nach Berufsstand gibt es auch rechtliche und finanzielle Aspekte zu bedenken. In der Regel können Sie ein separates Arbeitszimmer für Ihr Home Office von der Steuer absetzen, so dass Sie beispielsweise bei der Miete und auch beim Strom oder den Heizkosten sparen können. Weiterhin sind zahlreiche Versicherungen notwendig, welche Sie jedoch wahrscheinlich schon besitzen. Dazu zählt etwa eine Hausrats- und Haftpflichtversicherung. Alle weiteren Versicherungen können kaum verallgemeinert werden, da es sehr auf die Art Ihrer Arbeit ankommt.

Als Freiberuflicher oder Selbstständiger sind Sie weiterhin verpflichtet, alle Einkünfte selbstständig zu versteuern. Anders sieht es hingegen aus, wenn Sie weiterhin im Rahmen Ihres Unternehmens für Ihren Arbeitgeber tätig sind – denn dann ändert sich fast nichts. Falls Sie in Bezug auf Steuern, Versicherungen und andere Abgaben unsicher sind, sollten Sie nicht zögern, einen Steuerberater hinzuzuziehen. Auch kann es nicht schaden, Computerprogramme für die Berechnung Ihrer Abgaben zu nutzen.

Der Traum von der einfachen Heimarbeit …

… ist tatsächlich nur ein Traum, denn wie Sie sehen, müssen Sie auch hier erst einige Hürden aus dem Weg räumen. Sobald Sie das geschafft haben, spricht aber nichts gegen das Home Office – denn die Vorteile fallen verblüffend umfangreich aus, sobald Sie gelernt haben, sie richtig zu nutzen.



 

Oberstes Bild: © AniaFotKam – Shutterstock.com



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