Leisten Freundschaften einen positiven Beitrag im Büro?

10.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Kommunikation
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Leisten Freundschaften einen positiven Beitrag im Büro?
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Im Büro bzw. Arbeitsalltag verbringt der moderne Mensch die meiste Zeit unter der Woche. Da liegt es auf der Hand, diese Phase auch für soziale Kontakte zu nutzen. Doch wie sinnvoll ist es, wenn man am Arbeitsplatz tatsächlich Freundschaften knüpft und pflegt und sich über private Angelegenheiten austauscht?

Wo die einen zusätzliche Motivation und Antriebskraft sehen, vermuten die anderen einen stärkeren Druckaufbau durch entstehendes Konkurrenzverhalten. Es gibt einige Argumente, die dafür sprechen, durchaus Freundschaften innerhalb eines Teams zu pflegen. Klar ist allerdings, dass es auch Nachteile gibt, die es perfekt zu umschiffen gilt. Dann steht einer erhöhten Arbeits- und umfassenden Lebenszufriedenheit nichts im Weg.



Gegenseitige Unterstützung fördert Zusammengehörigkeitsgefühl

Wer tatsächlich Freunde auf der Arbeit hat und nicht nur Kollegen, die er sympathisch findet, ist motivierter, engagierter und vor allem auch ausgeglichener. Studien, die immer wieder durchgeführt werden, haben ergeben, dass jeder Dritte mindestens einen guten Freund oder eine gute Freundin im Kollegenkreis hat. Und das ist gut so, denn Kollegen, die einander gut leiden können, helfen sich gegenseitig und unterstützen sich, wenn einmal Not am Mann ist. Damit können solche Mitarbeiter wesentlich effizienter arbeiten und konzentrieren sich besser auf ihre Tätigkeit.

Im Umkehrschluss kann das dazu führen, dass sich Personen, die sich in ihrem Job unwohl fühlen, vielleicht verabsäumt haben, sich Verbündete oder Freunde innerhalb der Kollegenschaft zu schaffen. Denn wer nur auf sein Karrieredenken fokussiert ist, untersagt sich freundschaftliche Verbindungen von vornherein und muss alle Herausforderungen oder eine eventuell auftretende Motivationslosigkeit mit sich alleine ausmachen.

Freundschaften im Büro sind nicht immer erwünscht



Neben der Entstehung von Freundschaften kommt es natürlich immer wieder vor, dass sich auch zukünftige Partner bei der Arbeit kennenlernen. Oft wird das in den Unternehmen nicht gerne gesehen und von Vorgesetzten und Chefs mit Argwohn betrachtet. Denn in erster Linie bieten Kollegen, die Gefühle füreinander hegen, viel Anlass für Klatsch und Tratsch innerhalb des Unternehmens.





Oft lernen sich zukünftige Partner bei der Arbeit. (Bild: Goodluz / Shutterstock.com)

Oft lernen sich zukünftige Partner bei der Arbeit. (Bild: Goodluz / Shutterstock.com)

Klar ist, dass ein Zusammenhang zwischen freundschaftlichen Emotionen, dem Arbeitsklima und einer Leistungssteigerung gegeben ist. Doch Vorbehalte sind durchaus angebracht und sollten auch innerhalb eines Teams nicht unberücksichtigt bleiben. Denn immerhin muss man sich mit Kollegen arrangieren, während man sich seine Freunde ja durchaus frei wählen kann. Wenn Beziehungsebene und sachgebundene Erfordernisse, die der Büroalltag so mit sich bringt, vermischt werden, können schnell Probleme auftreten und eine Freundschaft im Büro wird schnell zum Fluch anstatt Segen.

Wie auch im Privaten, gehen Freundschaften innerhalb einer Bürogemeinschaft nur dann gut, wenn es ein ausgewogenes Näheverhältnis gibt. Möchte ein Kollege mehr Nähe als umgekehrt, ist es nicht immer einfach, sich abzugrenzen. Manche erzählen viel und häufig über ihr Privatleben, wobei das Gegenüber notgedrungen zuhört, um einen harmonischen Berufsalltag nicht zu gefährden. Es wird tunlichst vermieden, den Kollegen in die Schranken zu verweisen.



Freundschaften im Büro haben auch wichtigen Einfluss auf das Betriebsklima. Doch dabei gibt es nicht nur positive Faktoren, sondern durchaus auch negative Aspekte. Denn gutes Networking kann schnell Neider auf den Plan rufen. Entweder sind Kollegen neidisch auf zwei, die gut harmonieren und entsprechend effizient zusammenarbeiten, oder aber einer der beiden Freunde wird plötzlich befördert. Der andere bleibt hingegen voller Missgunst zurück und muss mit der neuen Situation umgehen. Damit kann sich das negative Gefühl der Zurücksetzung so weit auswirken, dass Kenntnisse aus dem Privatbereich des Kollegen dazu genutzt werden, sich Vorteile zu verschaffen.

Freundschaften innerhalb einer Bürogemeinschaft zu pflegen hat aber noch einen wesentlichen Nachteil. Oftmals kommt es vor, dass die Betroffenen einen Grossteil ihrer Arbeitszeit mit Tratschen und Gesprächen verbringen. Da kann es zum einen um geplante Verabredungen nach Feierabend gehen, zum anderen um Anekdoten aus dem Alltag mit dem Partner. Manchmal gibt es sogar Lästereien über andere Kollegen, was früher oder später einen erheblichen Einfluss auf das Betriebsklima hat.

Nicht zu vergessen ist die Möglichkeit, dass eine Meinungsverschiedenheit oder sogar Streit zwischen den befreundeten Mitarbeitern aufkommt. Schliesslich kommt das in den besten Beziehungen vor. Eskaliert eine Meinungsverschiedenheit, so kann das die Stimmung im Büro wesentlich negativ beeinflussen und sogar Auswirkungen auf die ganze Abteilung haben.

Wer jetzt glaubt, es sei besser, doch keine freundschaftlichen Beziehungen zu Kollegen aufzubauen, muss damit nicht unbedingt richtig liegen. Letztendlich entscheiden immer die Sympathie oder sich entwickelnde Gefühle darüber, wie weit eine Begegnung im Job ins Private hineinreicht. Klar ist aber, dass es die zunehmend flexiblen Arbeitsformen ohnehin schwieriger machen, im Job Freundschaften zu knüpfen.



 

Oberstes Bild: Im Arbeitsalltag können sich schnell Freundschaften zu Kollegen entwickeln. (© Ersler Dmitry / Shutterstock.com)


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