Sozialprogramme für Mitarbeiter

28.04.2014 |  Von  |  Organisation
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Sozialprogramme für Mitarbeiter
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Die Zeiten, in denen Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt eine grosse Auswahl an geeigneten Bewerbern hatten, sind vorbei. Daran hat auch die europäische Freizügigkeitsregelung nichts geändert. Fachkräfte sind europaweit zur Mangelware geworden. Schon aus diesem Grund ist es für die Unternehmen wichtig, gut qualifizierte und erfahrene Mitarbeiter langfristig an den Betrieb zu binden. Eine gute Möglichkeit dazu sind Sozialprogramme, die die Unternehmen selbst auflegen und ausgestalten können.

Mitarbeiter nicht kaufen, aber binden



Es soll auch in der Schweiz Unternehmen geben, die ihre neuen Mitarbeiter mit grossem Aufwand an finanziellen Mitteln regelrecht einkaufen. Hier werden zum Teil echte „Kopfgelder“ ausgelobt, um die besten Fachkräfte für sich zu gewinnen. Eine der Möglichkeiten ist hier auch das gezielte Abwerben von Mitarbeitern aus anderen Unternehmen; natürlich wird das nicht offensiv beworben und auch eher im Verborgenen umgesetzt.

Hier eröffnen sich unterschiedliche Wege, um zu den besten Mitarbeitern zu kommen. Diese sind zunächst hoch motiviert, stehen letztlich aber immer auch im Verdacht, sich gegebenenfalls auch wieder von anderen Unternehmen abwerben zu lassen. Der bessere Weg ist es, einmal eingestellte Fachkräfte mit besonderen Massnahmen an den eigenen Betrieb zu binden. Beispielsweise mit gut strukturierten und zielführend ausgestalteten Sozial- und Bonusprogrammen.

Welche Sozialprogramme funktionieren

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, spezielle Sozialprogramme auszugestalten. Bewährte Möglichkeiten sind Betriebskindertagesstätten, Prämienprogramme, Lohnanpassungen in Abhängigkeit von der Dauer der Betriebszugehörigkeit und dem sozialen Status, Bonuszahlungen, Zuwendungen für Urlaub und Weihnachten oder auch spezielle Unterstützungen im Krankheitsfall. Je individueller und lukrativer diese Angebote sind, desto grösser ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Mitarbeiter dem Unternehmen über viele Jahre hinweg treu bleiben. Damit lässt sich ein fester und zuverlässiger Mitarbeiterstamm bilden, der für den Unternehmenserfolg unverzichtbar ist.



Individuelle Zuwendungen gerecht verteilen

Wenn sich ein Unternehmen dazu entschliesst, zusätzlich zu den vertraglich geregelten Löhnen und Gehältern besondere Zahlungen vorzunehmen, dann sollten diese auch gerecht verteilt sein. Gerecht heisst hier, dass sowohl die Dauer der Betriebszugehörigkeit als auch der soziale Status und das Grundeinkommen der einzelnen Mitarbeiter berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass ohnehin schon besser verdienende Kollegen mit wenig bis keiner familiären Verantwortung letztlich auch prozentual weniger an den Sozialprogrammen beteiligt werden. Ansonsten würden hier die verdienstmässig besser gestellten Mitarbeiter überproportional von den Programmen profitieren.

Ein Modell kann sein, dass die Sozialprogramme gestaffelt nach Einkommen, Alter und Anzahl der unterhaltsberechtigten Familienmitglieder verteilt werden. Das heisst, wer weniger verdient und mehr Familienmitglieder hat, wird letztlich am meisten von den Programmen profitieren. Damit werden vor allem Arbeiter und Angestellte, aber auch Führungskräfte in der unteren Hierarchie erreicht. Diese Mitarbeiter bilden meist auch den Stamm im Kollegium.

Die Betriebskindertagesstätte

Ein Betriebskindergarten empfiehlt sich vor allem für grössere Unternehmen mit einem grossen Anteil berufstätiger Frauen. Hier sind oftmals auch Kinder zu betreuen. Dadurch entstehen für die Frauen Aufwendungen, die eine Vollbeschäftigung nicht selten unmöglich machen. Wird die Kinderbetreuung jedoch über die Arbeitszeit hinweg im Betriebskindergarten organisiert, können die betreffenden Frauen auch ganztags arbeiten. Sie bringen ihre Kinder praktisch mit auf Arbeit, geben sie in der betrieblichen Kindertagesstätte ab und können sie dort sofort nach Feierabend wieder abholen.



Da ein Betriebskindergarten kein billiges, aber dennoch ein sinnvolles Unterfangen ist, können sich hier auch mehrere Unternehmen zusammenschliessen und eine gemeinsam betriebene Kindertagesstätte in räumlicher Nähe eröffnen. Das minimiert die Kosten für das einzelne Unternehmen und hat zusätzliche Effekte auf die Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen.

Prämienzahlungen

Prämien und Boni werden meist im Zusammenhang mit besonderen Leistungen gezahlt. Ein Prämienprogramm lässt sich aber auch anders ausgestalten. So ist es beispielsweise möglich, jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit mit einer Sonderzahlung zu verbinden. So kann für jedes Jahr der Betriebstreue 1 % des Jahreslohnes als Treueprämie gezahlt werden. Nach einem Jahr gibt es dann einmalig 1 %, nach zehn Jahren eben 10 % und so weiter.

Natürlich sind solche Prämien immer auch abhängig vom wirtschaftlichen Unternehmensergebnis. Ausserdem sollte hier auch eine soziale Staffelung erfolgen, so dass beispielsweise Führungskräfte im unteren und mittleren Management nur 0,5 % Treueprämie erhalten und das obere Management von diesen Prämienzahlungen ganz ausgeschlossen wird.





Mitarbeiter mit Kindern verdienen in aller Regel nicht mehr als vergleichbare Mitarbeiter ohne familiäre Verantwortung. (Bild: Mila Supinskaya / Shutterstock.com)

Mitarbeiter mit Kindern verdienen in aller Regel nicht mehr als vergleichbare Mitarbeiter ohne familiäre Verantwortung. (Bild: Mila Supinskaya / Shutterstock.com)

Sozial ausgestaltete Lohnanpassungen

Mitarbeiter mit Kindern verdienen in aller Regel nicht mehr als vergleichbare Mitarbeiter ohne familiäre Verantwortung. Auch hier lassen sich Sozialprogramme einrichten, die sich an der Anzahl der unterhaltsberechtigten Familienmitglieder orientieren. Damit wird die Treue zum Betrieb vor allem für Familienväter und -mütter interessant. Ausserdem lässt sich so auch eine gewisse Art der Nachwuchsgewinnung umsetzen, da sich die besondere Fürsorge für die Familie auch bei den Kindern herumspricht.

Besondere Zuwendungen für Urlaub, Weihnachten und bei Krankheit

Wer seine Mitarbeiter an das Unternehmen binden will, tut das auch dann, wenn gerade einmal keine Arbeitsleistung erbracht wird. So können die Unternehmen die Urlaubskasse der Mitarbeiter aufstocken, Weihnachtsgeld zahlen oder im Krankheitsfall den Lohnausfall der Beschäftigten zu einem gewissen Anteil ausgleichen. Auch solche Sonderzahlungen halten die Mitarbeiter im Betrieb und machen sie weniger empfänglich für einen Wechsel. Selbstverständlich können alle Sozialleistungen auch an zu erwartende Ergebnisse der Arbeit geknüpft werden, sofern solche Ergebnisse messbar sind.



 

Oberstes Bild: © HieroGraphic – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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