Konkurrenz unter Mitarbeitern – Fluch und Segen

07.04.2014 |  Von  |  Allgemein
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Konkurrenz unter Mitarbeitern – Fluch und Segen
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Konkurrenz belebt das Geschäft. Sie kann aber auch lähmend wirken. Besonders dann, wenn die Konkurrenz unter Mitarbeitern in der selben Firma für Unruhe, Streit und letztlich für eine Störung des Betriebsfriedens sorgt.

Dann ist das zielgerichtete Arbeiten im Unternehmen ernsthaft gefährdet und echte Lösungen sind gefragt. Wie Konkurrenz unter Mitarbeitern im Unternehmen wirkt und wie sie gewinnbringend für alle Beteiligten eingesetzt werden kann ist Thema dieses Beitrages.



Wettstreit um Ergebnisse und Karrierechancen

Arbeit hat durchaus etwas sportliches. Motivierte Mitarbeiter arbeiten nicht einfach nur nach einer durchschnittlichen Vorgabe, sondern wollen oftmals auch beste Ergebnisse erzielen. Eine solche Arbeitshaltung ist grundsätzlich erst einmal gut und zeugt von Ehrgeiz und Leistungsvermögen. Natürlich kann ein Mitarbeiter allein im Unternehmen kaum Bestleistungen erreichen. Dazu bedarf es meist der Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Die Gründe für das Streben nach besten Leistungen sind sehr unterschiedlich.

Erhalten Beschäftigte ein Festgehalt, dann geht es meistens um Anerkennung und eventuell verbesserte Karrierechancen. Bei Stück- oder Leistungslohn sowie bei erfolgsabhängigen Provisionen ist die Motivlage meist noch klarer. Hier geht es vor allem um mehr Geld. Ein Grund, der durchaus nachvollziehbar ist und einen Zusammenhang zwischen Betriebsergebnis und eigener Leistung offenbart. Der Wettstreit um beste Ergebnisse und möglicherweise verbesserte Karrierechancen ist zunächst einmal etwas durchaus Gutes, was das gesamte Unternehmen vorantreiben kann.

Wenn aus Wettkampf Streit wird



Schwieriger stellt sich die Situation dar, wenn aus dem Wettkampf um beste Leistungen echter Streit unter Kollegen wird. Dann sind unliebsame Erscheinungen fast schon vorprogrammiert. Konkurrierende Kollegen werden in ihrer Arbeit behindert, Denunziationen, Mobbing und nicht zuletzt das Schlechtmachen der Arbeitsergebnisse anderer sind die Folgen. Nicht selten bringen solche Verhaltensweisen echte Unruhe in das Unternehmen und können ganze Bereiche lähmen. In der Folge wird aus dem zunächst wünschenswerten sportlichen Wettstreit ein wahrer Fluch, der dringend nach Lösungen verlangt. Hier sind dann vor allem die Vorgesetzten aber auch die kollektive Meinungsbildung gefragt.



Konkurrenzsituation zielorientiert ausgestalten

Konkurrenzsituationen unter Mitarbeitern in einem Unternehmen sind nicht selten. Besonders dann, wenn Arbeitsplätze abgebaut werden müssen oder Aufstiegschancen für Mitarbeiter offeriert werden. Dann ist so manchem Beschäftigten jeder Weg recht, um sich selbst in das jeweils beste Licht zu rücken. Schön, wenn diese Situation die Arbeitsergebnisse insgesamt verbessert, weniger schön, wenn dadurch die Ergebnisse im Unternehmen oder das Betriebsklima beeinträchtigt werden.

Vor allem Führungskräfte sind gefragt, wenn es um die konkrete Ausgestaltung der Beziehungen unter den Mitarbeitern in den Bereichen geht. Schon deshalb wird von modernen Führungskräften neben der rein fachlichen Kompetenz auch ein gutes Mass an pädagogischen Qualitäten erwartet. Menschenführung bedeutet im Unternehmen zu allererst, die Konstellationen unter den Beschäftigten so zu gestalten, dass diese dem Erreichen der Unternehmensziele dienen. Das wird besonders dann wichtig, wenn Konkurrenzsituationen in Erscheinung treten.

Wer Konkurrenzsituationen unter Mitarbeitern zielorientiert ausgestalten will, muss zunächst die Gesamtsituation analysieren. Welche Mitarbeiter befinden sich in der Konkurrenzsituation, über welche Qualifikationen verfügen die betreffenden Mitarbeiter, an welcher Aufgabe arbeiten sie. Dazu kommt die Aufgabe, zu erforschen, was die Konkurrenzsituation anfeuert und ob diese Situation überhaupt sinnvoll für die Arbeit im Unternehmen auszugestalten ist.



Muss letztere Frage mit Nein beantwortet werden, sind Massnahmen zu ergreifen, die die entstandene unliebsame Auseinandersetzung im Konkurrenzkampf zwischen Mitarbeitern sofort beenden. Ist hingegen der Wettstreit unter Kollegen gut für die Zielerreichung, dann geht es darum, diesem Wettkampf eine klare Zielrichtung mit inhaltlichen Vorgaben zu geben.

Besonders in Konkurrenzsituationen lassen sich Leistungen sehr gut steuern. (Bild: Dooder / shutterstock.com)

Besonders in Konkurrenzsituationen lassen sich Leistungen sehr gut steuern. (Bild: Dooder / shutterstock.com)

Leistungen steuern

Besonders in Konkurrenzsituationen lassen sich Leistungen sehr gut steuern. Dazu eignen sich Leistungsprämien genauso gut wie in Aussicht gestellte Beförderungen, die dann allerdings auch zeitnah erfolgen müssen. Dadurch kann beispielsweise auch die Konkurrenzsituation schnell aufgelöst werden. Wann immer personenbezogene Massnahmen in Erwägung gezogen werden, muss jedoch auch darauf geachtet werden, dass objektive Bewertungsmassstäbe durchgesetzt werden und die Kollegen sich nicht gegenseitig in der Arbeit behindern.

Wird Letzteres absehbar, dann sind unter Umständen auch disziplinarische Massnahmen anzukündigen und gegebenenfalls auch umzusetzen. Ansonsten führen Konkurrenzsituationen im Unternehmen schnell zu einem wahren Kleinkrieg mit Störungen für den gesamten Betriebsablauf.

Das Steuern von Leistungen erfordert gezielt gesetzte Anreize genauso wie eine klar definierte Zielbestimmung. Inhalt dieser Zielbestimmung sind solche Punkte wie

  • Was soll erreicht werden?
  • Wie kann das erreicht werden? und
  • Wann soll das erreicht werden?

Persönliche Verantwortlichkeiten sind dabei genauso festzulegen wie eventuelle Sanktionen, wenn realistische Zielvorgaben nicht erreicht werden.

Störende Konkurrenzen vermeiden

Wirken sich Konkurrenzsituationen zwischen Mitarbeitern negativ aus, sind hier umgehend entsprechende Massnahmen zu treffen. Zur Auslösung der Konkurrenzsituation gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. So kann beispielsweise das „Objekt der Begierde“, etwa ein zu besetzender Posten, aus der Zielrichtung der Konkurrenten genommen werden, in dem diese Position schnell anderweitig besetzt wird oder auch gleich offeriert wird, dass dieser Posten nicht aus der aktuellen Mitarbeiterschaft besetzt werden wird. Geht es in der Konkurrenzsituation um den Erhalt des Arbeitsplatzes, muss differenzierter vorgegangen werden.

Hier ist von Beginn an klar zu machen, unter welchen Voraussetzungen ein Arbeitsplatz erhalten bleibt oder besetzt werden wird. Geht es hingegen um den schnöden Mammon Geld, dann ist es das Einfachste, ganz klar zu definieren, an welchen Leistungen und Ergebnissen ein höheres Gehalt oder eine Prämie festgemacht wird. Dann besteht Klarheit und Störungen durch einen sachlich nicht nachvollziehbaren Konkurrenzkampf sind ausgeschlossen.

Sollte jedoch die Konkurrenz auf ganz persönlichen Interessen der Konkurrenten beruhen, helfen hier nur klärende Gespräche, möglicherweise Versetzungen und im Ernstfall auch das Entfernen einzelner Mitarbeiter aus dem Betrieb.



 

Oberstes Bild: © Pressmaster- shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.



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