Gebrauchtmaschinen

19.03.2014 |  Von  |  Organisation
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Gebrauchtmaschinen
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Als normaler Konsument ist man sich in der Regel nicht darüber im Klaren, welche Produktionsketten hinter jedem industriell gefertigten Gegenstand stecken. Alles, was die Menschen in den modernen Industriegesellschaften umgibt, wurde urgeformt, umgeformt, montiert, lackiert und schliesslich versendet. Für jeden Arbeitsschritt gibt es zahllose Produktionsmaschinen, von denen die meisten noch nie etwas gehört haben. Druckgussmaschine, Spitzenlos-Rundschleifmaschine, Winkelanlage, Rahmenpresse, Extrusionsmaschine – man muss sich schon wirklich für diese Materie interessieren, um mit diesen Bezeichnungen etwas anfangen zu können.

Dabei begegnen jedem die Erzeugnisse dieser Maschinen täglich. So verschieden sie auch sind – eines haben sie gemeinsam: Sie sind sehr teuer. Produktionsmaschinen sind keine Serienprodukte, welche blind in einen Markt hinein hergestellt werden. Ein Unternehmen, das Fräsen, Drehmaschinen und Schneideanlagen herstellt, wird dies ausschliesslich auf Bestellung tun. Eine neue Werkzeugmaschine zu bestellen bedeutet deshalb stets eine mehrmonatige Wartezeit und einen hohen Preis in Kauf zu nehmen.



Gut gebraucht ist besser als schlecht neu

Gebrauchtmaschinen sind dagegen unmittelbar nach dem Erwerb verfügbar. Neue Industriemaschinen und Anlagen sind in der Regel nach zehn Jahren abgeschrieben. Ein Produktionsunternehmen kann sie zwar so lange betreiben, wie es möchte. Die steuerlichen Vorteile sind aber nach spätestens dieser Zeit vorbei. Je nachdem, wie intensiv die Maschine genutzt wurde, ist sie nach dieser Zeit auch nicht mehr rentabel in Betrieb zu halten. Häufig ist jedoch das Gegenteil der Fall: Die Maschine hat noch längst nicht ihre wirtschaftliche Verschleissgrenze erreicht. Wird sie dann trotzdem ausgetauscht, kann sie für einen anderen Betrieb eine interessante Investition darstellen.

Auch Insolvenzen, Strategiewechsel oder technische Neuentwicklungen können eine junge Gebrauchtmaschine in einem Betrieb vakant werden lassen. Für den Besitzer wird der ehemalige Umsatzbringer dann schnell zu einer Belastung, welcher mehr oder weniger viel vom wertvollen Hallenplatz blockiert. Gleichzeitig kostet auch Suche nach einem potentiellen Käufer viel Zeit, welche in der Geschäftswelt stets mit Geld gleichzusetzen ist.

Eines spricht jedoch in der Regel für alle Maschinen aus europäischer Produktion: Die schiere Qualität. Deutschland, England, Italien, Frankreich und die Schweiz haben seit Jahrzehnten einen sehr gesunden Sektor an Unternehmen, welche alle Arten an Industriemaschinen herstellen. Neben der Entwicklung zu immer mehr Funktionen und einer immer sichereren und komfortableren Bedienung haben die Hersteller eines nicht aus den Augen verloren: Qualität. Der Kauf einer gebrauchten Industriemaschine aus Europa ist immer noch eine relativ sichere Sache.



Betrachtet man dagegen die Angebote an neuen Maschinen aus den ehemaligen Schwellenländern, dann ist ihr Preis meistens deutlich geringer als die europäischen Produkte. Aber jeder, welcher sich mit der Materie auskennt weiss, dass diese Anlagen nicht für umsonst herzustellen sind. Eine Gebrauchtmaschine aus europäischer Produktion ist deshalb immer noch das wesentlich geringere Risiko, als der Kauf eines Produktes aus einem Land, welches keine Tradition im Maschinenbau vorweisen kann.

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Pro und kontra. (Bild: fotomek / Fotolia.com)

Pro und kontra Gebrauchtmaschinen



Neben dem meist deutlich günstigeren Preis ist bei Gebrauchtmaschinen auch ihre sofortige Verfügbarkeit ein Wettbewerbsfaktor. Das Wichtigste für den Käufer einer Industriemaschine ist nicht der Preis, sondern die Funktionalität. Ein etwas zu hoher Kaufpreis kann über die Laufzeit der Maschine wieder hereingeholt werden. Fällt die Maschine aber nach kurzer Zeit aus, war die ganze Investition vergebens. Kauft ein Interessent bei Insolvenzen, Firmenschliessungen oder aus anderen temporären Quellen, wird er im Schadensfall stets Schwierigkeiten haben.

Geld-Zurück-Garantien gibt es bei Versteigerungen vor Ort in der Regel nicht, ebenso wenig Gewährleistungen oder Garantien. Es gilt das Gesetz: Gekauft wie gesehen. Dies kann ebenso zu einem Schnäppchen wie zu einem Alptraum führen. Da Investitionsgüter wie Industriemaschinen meistens mehrere Tausend bis Zehntausend Franken kosten, sollte man besser auf einen Dienstleister vertrauen. Die Vermarktung von Gebrauchtmaschinen ist inzwischen von sehr professionellen Zwischenhändlern strukturiert worden, die man in Anspruch nehmen sollte.



Woher bekommt man Gebrauchtmaschinen?

Natürlich sind die bekannten Handelsplattformen auch für gebrauchte Stanzen, Roboter und Automaten verwendbar. Bei eBay & Co. kauft man jedoch in der Regel direkt vom letzten Betreiber der Maschine. Man muss also ausgesprochenes Glück haben, um gerade die Maschine auf dieser Plattform zu finden, die man gerade sucht. Einfacher geht es über die speziellen Börsen für Gebrauchtmaschinen und Anlagen aus zweiter Hand. Eine der bekanntesten Plattformen, welche sich auf den Handel mit Presse, Kantbank und Gabelstapler spezialisiert haben ist das deutsche Unternehmen Surplex. Dieses Düsseldorfer Unternehmen ist seit über 10 Jahren erfolgreich im Handel mit Gebrauchtmaschinen tätig und kann inzwischen ein umfangreiches Leistungsspektrum anbieten.

Neben einem umfangreichen Angebot an allen Arten von Industriemaschinen bietet Surplex vor allem eine Begutachtung der Maschinen an. Neben der gründlichen Bewertung, die weit über die Forderungen der Prüfinstitute hinausgeht, sind auch Transport- und Installationshilfen verfügbar.

Der Mix macht´s

Trotz der Vorzüge gebrauchter Maschinen sollte man dennoch davon absehen, dauerhaft auf diese Lösung zu setzen. Eine gebrauchte Maschine kann einen Maschinenpark ergänzen. Man kann mit ihr neue Märkte antesten oder neue Verfahren ausprobieren. Auch für Neugründungen ist eine Erstausstattung aus gebrauchten Anlagen legitim. Mittelfristig sollte aber alleine aus Gründen der Produktionssicherheit sukzessive auf neue Anlagen gesetzt werden. Um weiter zu wachsen, Produktionskapazitäten offen zu halten oder einfach nur Lehrlinge gut ausbilden zu können, stehen wieder die Gebrauchtmaschinen bereit.



 

Oberstes Bild: © Alterfalter – Fotolia.com


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