Fluch oder Segen? Die virtuelle Währung Bitcoins

17.03.2014 |  Von  |  Finanzen, Web

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Nicht erst seit dem Scheitern der Bitcoin-Börse Mt. Gox ist die virtuelle Währung in aller Munde. Doch was sind eigentlich Bitcoins, woher kommen sie und dient das digitale Geld wirklich als Zahlungsmittel?

Der Mythos Bitcoins



Um die Entstehung der Bitcoins ranken sich viele Geheimnisse. Bisher galt ein Mann namens Satoshi Nakamoto als Erfinder der virtuellen Währung. Bis vor kurzem war so gut wie nichts über Nakamoto bekannt. Anfang März machte jedoch die Nachricht die Runde, eine US-Journalistin habe den vermeintlichen Bitcoin-Erfinder in einer kalifornischen Kleinstadt aufgespürt.

Ein 93-jähriger Physiker japanischer Abstammung namens Dorian Satoshi Nakamoto sollte für die Erfindung der Kunstwährung verantwortlich sein. Dieser stritt jedoch eine Beteiligung ab und betonte, er habe nichts mit der Entwicklung zu tun. Im Netz bekannte sich inzwischen in einem Forum ein anderer Nutzer anonym dazu, Satoshi Nakamoto zu sein. Da von dem entsprechenden Account bereits vor rund vier Jahren ein Bitcoin-Papier gepostet wurde, könnte es sich durchaus um den echten Erfinder halten. Im Internet kursieren weitere Spekulationen und Verschwörungstheorien rund um den Bitcoin-Schöpfer. Fakt ist, der Mythos um die Entstehungsgeschichte lebt munter weiter.

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Künstliche Währung aus verschlüsselten Zahlenfolgen

Bitcoins existieren rein als elektronische Währung und sind in materieller Form nicht vorhanden. Die Kunstwährung besteht aus verschlüsselten Zahlenfolgen, die mit einem asymmetrischen Kryptosystem erstellt werden. Angeblich ist es nicht möglich, einen Bitcoin zu fälschen. Die digitale Währung wird mit Hilfe von Computerprogrammen generiert – beim sogenannten Mining. Für die Erzeugung sind komplizierte mathematische Prozesse verantwortlich, die eine extrem hohe Rechnerleistung erfordern.

Eine Bank ist an der Schöpfung der Kunstwährung nicht beteiligt, das Mining erfolgt im Peer-to-Peer-System. Die maximale Umlauf-Obergrenze wurde auf 21 Millionen Bitcoins festgelegt, Schätzungen zufolge wird dieser Wert im Jahr 2040 erreicht sein. Bitcoin-Anhänger heben neben dem Aspekt, dass keine Bank beteiligt ist vor allem die Anonymität des Systems positiv hervor. Bei einer Transaktion werden keine Namen, sondern pseudonyme Adressen verwendet.



Bitcoins gibt es seit dem Jahr 2009. Seitdem unterlag der Kurs zwar immer wieder Schwankungen, hat aber insgesamt betrachtet deutlich gewonnen. Zwischendurch konnten Notierungen von mehr als 1.2000 US-Dollar beobachtet werden, im Anschluss stürzte der Kurs jedoch nahezu um die Hälfte. Wer ruhig schlafen möchte, sollte dennoch auf eine Geldanlage in der virtuellen Währung verzichten!



Insolvenz der Handelsplattform Mt. Gox

Dass die Anlage in Bitcoins nicht so sicher wie propagiert ist, zeigt sich an der Insolvenz der Handelsplattform Mt. Gox. Die ehemals grösste Börse für die virtuelle Währung bestätigte einen Verlust von rund 850’000 Einheiten – dabei soll es sich bei 750’000 Einheiten um Kundeneinlagen handeln, weitere 100’000 Einheiten gehörten Mt. Gox selbst. Berichten zufolge beläuft sich der umgerechnete Wert zum Zeitpunkt des Verlustes auf 473 Millionen US-Dollar.



Angeblich soll ein Softwarefehler für den Zusammenbruch verantwortlich sein. Durch eine Schwachstelle konnten Hacker in das System eindringen und die verschwunden Bitcoins sollen so vermutlich gestohlen worden sein. Nach den Berichten über die Insolvenz von Mt. Gox wurde bekannt, das auch das kanadische Unternehmen Flexcoin von Hackern bestohlen wurde.

Für die Investmentbank Goldman Sachs ist das Verschwinden der Bitcoins nicht verwunderlich. Das Unternehmen rät in einem öffentlichen Gutachten ausdrücklich von einem Handel mit der digitalen Währung ab. Die Experten bezweifeln in Ihrer Untersuchung sogar, ob man die Bitcoins überhaupt als Währung bezeichnen könne. Vor allem die extrem schwankende Nachfrage und die fehlende Regulierung sehen Goldman Sachs problematisch. Dennoch werten die Branchenkenner die Kryptowährung nicht grundsätzlich negativ, sondern loben vor allem das wasserdichte Fälschungssystem und die leichte und schnelle Möglichkeit, Transaktionen durchzuführen.

Trotz aller Bedenken und Kursschwankungen wurde Anfang des Jahres in Kanada der erste Bitcoin-Geldautomat eingeweiht. Wer Bitcoins besitzt, kann diese an einem Automaten in Vancouver in echte kanadische Dollar einlösen. Umgekehrt ist auch eine Einzahlung möglich. Auch die Schweiz testete mit einem Bankomaten in Zürich, ob sich die Installation lohnt. Leihweise stellte der Verein World Bitcoin Association für eine Woche einen Bankomaten aus der Slowakei in der Markthalle Viadukt auf.

Der Probelauf reichte den Schweizer Bitcoin-Anhängern offenbar nicht aus: Aktuellen Berichten zufolge sollen die Fans bereits einen eigenen Bankomaten geordert haben, der im Frühjahr installiert werden soll. Wer den Automaten nuten möchte, benötigt ein eigenes Bitcoin-Konto. Über das Smartphone und einen QR-Code kann der Nutzer sich am Bankomat auf seinem Account anmelden und Bitcoins kaufen. Während der Probephase waren nur Transaktionen in Euro möglich. Nach einer fixen Installierung sollen auch Geschäfte in Schweizer Franken abgewickelt werden können.

Zahlreiche Online-Shops, Internetdienstleister und einige Geschäfte akzeptieren inzwischen die künstlich erzeugte Währung. Berichten zufolge denkt auch der Bezahldienst Paypal aktuell über eine Akzeptanz von Bitcoins nach. Der Online-Versandhändler Amazon akzeptiert zwar keine Bitcoins, setzt aber mit der eigenen Gutschein-Währung Amazon-Coins ebenfalls auf eine digitale Währung. Die Coins können Kunden mit realem Geld erwerben. Der Vorteil bei einer Zahlung mit den Amazon Coins liegt in möglichen Rabatten von bis zu zehn Prozent. Derzeit kann die virtuelle Währung bei einer Bestellung bei Amazon Deutschland verwendet werden.



 

Oberstes Bild: © Julia Zakharova – shutterstock.com

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.


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