Preiswerte Uhren aus der Schweiz

09.03.2014 |  Von  |  Marketing
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Preiswerte Uhren aus der Schweiz
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Wer mit dem qualitätsverwöhnten Schweizer Blick durch das angeblich reichste Land der Welt fährt, der wird sich angesichts des desolaten Zustandes der Infrastruktur in den USA mitunter die Augen reiben: Unpassierbare Strassen, lieblos verdrahtete Hochspannungsleitungen und halbverrostete Highway-Brücken sind überall anzutreffen, wenn man sich zwei Schritte abseits der touristischen Hochburgen bewegt.

Aber auch dort, wo das Geld nur so fliesst, fällt Westeuropäern immer wieder eine merkwürdige Differenz zwischen „Schein“ und „Sein“ auf. Klopft man in einem beliebigen Hotel in Las Vegas an die Wände, wird dort stets der hohle Klang von Pressspan, Sperrholz und Trockenbauwand antworten. Das kann kaum jemanden beeindrucken, der zwischen Burgen und Massivbauwänden aufgewachsen ist.



Was genau ist Qualität?

Diese Frage wird im BWL- und Maschinenbau-Studium immer gleich beantwortet: „Qualität ist, was der Kunde will.“ Im B2B mag das ja noch einigermassen stimmen. Beim B2C sieht es aber doch etwas anders aus. Sofern keine individuell gefertigten Einzelstücke angeboten werden, muss der Kunde das akzeptieren, was der Hersteller als gut genug definiert. Meistens klappt das auch ganz gut. Jüngst aber stellte sich ein Fall ein, bei dem Marketing und Leistung in einem Masse gekippt sind, dass dessen Folgen kaum absehbar bleiben.

Sündenfall Aston Martin

Die Nachricht schlug vor wenigen Wochen ein wie eine Bombe: Aston Martin muss fast alle (!) Fahrzeuge seit 2007 zurück in die Werkstätten rufen. Der Grund: Es wurden massenhaft gefälschte Komponenten eingebaut. Pedale, so hiess es, könnten abbrechen. Das muss man erst einmal sacken lassen: Da kauft man sich ein Auto für eine halbe Million Franken und wickelt sich um den nächsten Baum, weil das Bremspedal aus einer chinesischen Fälscherwerkstatt stammt. Hier läuft doch irgendwas ganz gewaltig schief.



Das Unternehmen schiebt die Schuld auf seine chinesischen Vertragspartner. Die hätten Produktionsaufträge nicht an lizenzierte Betriebe, sondern an Billigstproduzenten vergeben. Als Käufer darf man sich aber durchaus die Frage stellen: Muss für einem exklusiven Luxusartikel, für das sich Aston Martin stets so gerne selbst definiert, überhaupt eine Schraube aus China kommen?

Profitabilität versus Qualität

In der reinen BWL-Logik ist getreu dem Motto „Buy cheap – sell expensive“ nichts gegen eine solche Politik einzuwenden. Jedes Unternehmen muss profitabel handeln, sonst überlebt es nicht lange. Hier wird aber ein Fall deutlich, an dem die Schraube der Profitabilität offensichtlich überdreht wurde. Denn man sollte sich als hartgesottener Unternehmensberater, Controller und Profitjäger mal über eines Gedanken machen: Wenn man zwar immenses Kapital anhäufen kann, im Gegenwert aber nur noch minderwertigen Schrott, egal zu welchem Preis, erhält – was nützt dann das ganze Geld? Reichtum soll schliesslich Sicherheit und Wohlstand vermitteln. Abbrechende Bremspedale in Luxussportwagen sprechen hier eine völlig andere Sprache.

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Hier stimmt alles, bis ins tausendstel Millimeter jedes verbauten Zahnrädchens. (Bild: FERNANDO BLANCO CALZADA / shutterstock.com)

Es geht auch anders

Dass es auch anders geht, zeigt die Schweizer Uhrenindustrie. Natürlich musste sich die Branche auch immer wieder neu erfinden. Aber der Selbstanspruch von Hublot, Cartier, Omega und der „Grand Dame“ Rolex steht wie ein Monolith inmitten der Profitabilitäts-Denkweise: Hier gibt es Qualität. Und sonst nichts. Hier stimmt alles, bis ins tausendstel Millimeter jedes verbauten Zahnrädchens.



Dazu braucht es nicht unbedingt Gold und Brillianten. Selbst die schlichteste Edelstahl-Rolex ohne eine einzige Zusatzfunktion vermittelt eines: Qualität. Wertigkeit aus dem Inneren. Hier gibt es nicht das, was der Kunde erwartet, sondern viel mehr. Und dieser Geist setzt sich in der ganzen Schweizer Industrie fort. Selbst das grosse Nachbarland im Norden erkennt an, dass die einzigen, welche die Deutschen in Sachen Gründlichkeit übertreffen können, die Schweizer sind. Das hat zwar stets seinen Preis – aber dieser ist es immer wert.

Mehr als nur Zeiteisen



Die ewige Frage „Wofür braucht man eine Luxusuhr für tausende von Franken?“ lässt sich deshalb leicht beantworten. Eine Uhr reguliert. Sie taktet den Tag in überschaubare Einheiten und macht ihn damit planbar. Ein schönes Stück Schweizer Uhrmacherkunst kann aber noch mehr: Sie taktet das Bewusstsein. Mit jedem Blick auf die Uhr wird dem Besitzer und Betrachter der Unterschied zwischen echter Qualität und durchschaubarem Marketing vor Augen geführt.

Sie mahnt und reguliert das Bewusstsein des Verantwortlichen, es den Schweizer Uhrmachern gleich zu tun und sich nicht mit miserablen Kompromissen abzufinden. Wer es nicht glaubt, der kann sich mal spasseshalber bei den Angeboten aus Hongkong umsehen. Was man da als Uhr angeboten bekommt, ist jenseits von Gut und Böse: Aufgedruckte Chronos, funktionslose Knöpfe, 24-Stunden-Zifferblätter mit 12-Stunden-Uhrwerken sind bei diesen Produkten gang und gäbe. Das Ganze ist schon für drei Franken zu haben – aber bitte, was will man denn mit so etwas anfangen?

Qualität ist Selbstzweck

Das den 1970er Jahren äusserst populäre Buch „Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten“ hat sich genau mit dieser Frage auseinander gesetzt: „Was ist Qualität?“ Der Argumentationslinie zu folgen ist ein echter Kraftakt für den mutigen Leser. Aber so ist das nun mal: Qualität bekommt man nie geschenkt, auch hochwertiges Wissen und Verständnis nicht. Dennoch sei die Antwort hier verraten: Qualität ist ein Selbstzweck. Es geht bei der Qualität nicht um Profit, sondern um Selbstanspruch. Und der sollte nie hoch genug sein. Nachlässige Dilettanten gibt es viel zu viele. 



 

Oberstes Bild: © sandr2002 – shutterstock.com


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