Schwierige Mitarbeiter sind oftmals die besseren

13.02.2014 |  Von  |  Organisation
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Schwierige Mitarbeiter sind oftmals die besseren
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Der Alltag im Betrieb könnte so schön sein, wenn da nicht ständig diese sogenannten schwierigen Mitarbeiter wären. Ständig wird genörgelt, gefordert, Auseinandersetzungen mit Vorgesetzten, Kollegen oder gar Kunden geführt und niemals ist Ruhe. Für viele Personalverantwortliche sind schwierige Mitarbeiter das, was das rote Tuch für den Stier ist: reizend, störend und herausfordernd. Einfach gestaltet sich die Sachlage, wenn solche Mitarbeiter auch in der Leistung Schwächen zeigen. Dann ist der Weg zur Kündigung oftmals gar nicht so weit.

Was aber, wenn schwierige Mitarbeiter in ihrer Leistung keine Wünsche offen lassen? Dann sind sie einfach nur unbequem, oder?



Warum manche Mitarbeiter „schwierig“ sind

Arbeiter, Angestellte und Führungskräfte sind Menschen. Das vielleicht einfach vorab. Sie sind Menschen mit einer eigenen Individualität, einem persönlichen Spektrum an Erfahrungen, mit Gefühlen und ganz speziellen Fähigkeiten. Meist werden in Unternehmen Mitarbeiter geliebt, die ihre Persönlichkeit quasi zu Hause lassen oder im Spind ablegen. Solche Kollegen verrichten einfach ihre Arbeit, verhalten sich unauffällig und geben selten Anlass zur Beschwerde. Mehr aber auch nicht. Was den scheinbar bequemen Kollegen oftmals fehlt ist Biss, Durchsetzungsvermögen und ein Ideenreichtum, der durchaus auch dem Unternehmen zugute kommen kann – wenn diese Mitarbeiter solche Qualitäten eben auch zeigen würden.

Der scheinbar „schwierige Mitarbeiter“ ist da oftmals ganz anders gestrickt. Seine Impulsivität auf der Arbeit rührt oftmals daher, dass er mit Leistungen, Strukturen oder Standards nicht zufrieden ist. Solange die kritischen Würdigungen solcher Mitarbeiter nicht ins Persönliche gehen, lohnt es sich, diesen Kollegen ruhig einmal genau „auf`s Maul zu schauen“. Hinter der scheinbaren Unbequemlichkeit steckt oftmals eine Fülle an Ideen und Vorschlägen, die dem ganzen Unternehmen hilfreich sein können. Wenn solche Mitarbeiter von ihren Kollegen und Vorgesetzten nicht ernst genommen werden, bleibt ihnen oftmals kein anderer Weg, als schwierig zu sein. Oder sie geben auf und ordnen sich den Verhältnissen unter. Meist verlassen solche Mitarbeiter jedoch das Unternehmen, da sie sich hier in ihrem Engagement nicht verstanden fühlen.

Erkunden, was schwierig scheint



Erfahrene Unternehmer, Vorgesetzte und Personalverantwortliche beschäftigen sich gern genauer mit ihren schwierigen Kollegen. Ganz einfach deshalb, weil jede Schwierigkeit auch einen Grund hat. Liegen diese Gründe beispielsweise in betrieblichen Abläufen, so kann hier oftmals eine Änderung herbeigeführt werden, die allen Beteiligten gerecht wird. So nörgeln viele Beschäftigte über zu lange Team- und Dienstbesprechungen. Nicht weil sie nörgeln wollen, sondern weil erfahrungsgemäss viele solcher Versammlungen wenig hilfreich und noch weniger zielführend geführt werden. Schön, wenn das jemand sagt!

Ebenso schön ist es, wenn ein scheinbar „schwieriger Kollege“ sich unzufrieden mit den Beziehungen im Unternehmen zeigt. Auch hier lohnt es sich nachzuhaken. Sind die Hierarchien altbacken oder überfrachtet? Werden die Leistungen des Einzelnen anerkannt und honoriert? Findet der einzelne Mitarbeiter in seiner Individualität Gehör und Anerkennung? Das sind durchaus wichtige Fragen, deren Beantwortung sich auch auf die Gestaltung des Betriebsklimas auswirken kann. Schwierige Mitarbeiter sind oftmals nicht deshalb schwierig, weil sie meckern und hinterfragen, sondern deshalb, weil sie für Unruhe sorgen.

Warum Unruhe besser ist als Dornröschenschlaf



Wie viele spannende Dinge hat Dornröschen in ihrem hundertjährigen Schlaf versäumt? Wir werden es nicht erfahren. Die lähmende Ruhe in vielen Unternehmen ist nur oberflächlich und zeugt selten von Agilität und Beweglichkeit. Das wirkt sich nicht zuletzt auf die wirtschaftlichen Ergebnisse aus. Weil hier keiner stört, nörgelt und hinterfragt, geht alles seinen altgewohnten Weg, bis dieser irgendwo im Vergessen endet. Moderne Unternehmen indes pflegen kritische Mitarbeiter, weil diese oftmals den Finger punktgenau auf die Wunde legen. Erst so wird oftmals klar, was im Unternehmen nicht stimmig ist und wo Veränderungen lohnend sind. Die scheinbar schwierigen Mitarbeiter sind oft sehr schöpferisch, wenn es um nützliche Veränderungen geht, auch wenn diese unbequem sind. Das macht diese Mitarbeiter vor allem für Unternehmen interessant, die immer am Puls der Zeit bleiben wollen und nicht in einem lähmenden Dornröschenschlaf mit lauter scheinbar glücklichen und stillen Arbeitnehmern versinken möchten.

Schwierige Mitarbeiter von schlechten Mitarbeitern unterscheiden

Viele Führungskräfte und Personalverantwortliche tun sich schwer, wenn sie schwierige von schlechten Mitarbeitern unterscheiden sollen. Dabei ist die Abgrenzung zwischen beiden Personengruppen gar nicht so kompliziert.

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Der beste Weg zu einer solchen Abgrenzung ist es, zunächst eine Art fiktives Arbeitszeugnis zu erstellen. (Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Der beste Weg zu einer solchen Abgrenzung ist es, zunächst eine Art fiktives Arbeitszeugnis zu erstellen. Hier wird der Mitarbeiter als erstes mit seiner Aufgabenstellung im Unternehmen beschrieben. Darauf folgt die klassische Leistungsbeurteilung, die sich aber wirklich nur auf die erbrachten Leistungen und nicht etwa auf den Charakter beziehen soll. Jetzt kommt der spannende Punkt: Wie ist das Sozialverhalten des Mitarbeiters zu bewerten? Genau hier tun sich oftmals die eigentlichen Schwierigkeiten im Umgang mit dem Kollegen auf.



Während schlechte Mitarbeiter in der Leistungsbeurteilung durchfallen, obwohl sie sozial gesehen oftmals sehr bequem und angepasst sind, ist es bei den schwierigen Mitarbeitern genau anders gelagert. Diese zeichnen sich oft durch hervorragende Leistungen aber durch ein wenig angepasstes Auftreten aus.

Sind die Schwächen im Sozialverhalten bekannt, gilt es, die Ursachen dafür herauszufinden. Das geschieht am besten in einem gut vorbereiteten, strukturierten Einzelgespräch mit dem Kollegen. Dabei geht es nicht um Vorwürfe und um Anfeindungen sondern um die Frage: Warum bist du so und nicht anders? Dazu gehört auch immer eine gute Portion Wertschätzung.

Die Antworten auf die entsprechenden Fragestellungen bringen oft Neues, was Vorgesetzte bislang gar nicht so erkannt haben. Schwierige Mitarbeiter nehmen auch ihr Arbeitsumfeld kritischer wahr und können so ganz gezielt Verbesserungen anstossen. Das macht sie für viele Unternehmen eben auch so wertvoll, solange Betriebsklima und Kundenkontakte unter diesen besonderen Persönlichkeiten nicht leiden.



 

Oberstes Bild: @ Trueffelpix – Fotolia.com



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Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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