KMU-Studie: Unternehmen testen ihre Backups kaum – Schutz durch RAID überschätzt
von belmedia Redaktion ➔ business24.ch Allgemein Alltag Betrieb Betrieb betriebseinrichtung.net Bildung & Arbeit Business Business businessaktuell.ch Dienstleistungen Digitalisierung Experten Forschung Infrastruktur Innovation Magazine Management nachrichtenticker.ch News Prävention Sicherheit Strategie Technologie Themen Tipps Unternehmen Wirtschaft Ⳇ Verbreitung
NAS-Systeme mit RAID-Konfiguration gehören in vielen Unternehmen zur Standardausstattung. Die Geräte sind kosteneffizient, schnell betriebsbereit und bieten das, was IT-Verantwortliche in KMU häufig suchen: zentralen Speicher mit integriertem Ausfallschutz. Wer Festplatten im Verbund betreibt, verliert nicht sofort seinen gesamten Datenbestand, wenn eine davon ausfällt. Das ist richtig. Nur ist das noch keine Datensicherung.
Zu diesem Schluss kommt die KMU-Backupstudie 2025 von DATA REVERSE®. Die Untersuchung zeigt, dass viele Unternehmen ihre Sicherungskonzepte überschätzen und die Wiederherstellbarkeit ihrer Backups nur selten überprüfen.
Redundanz und Datensicherung sind nicht dasselbe
Ein RAID verbessert die Verfügbarkeit eines Systems. Es schützt vor dem Ausfall einzelner Laufwerke, soweit dies die jeweilige RAID-Konfiguration zulässt.
RAID 1 spiegelt Daten auf mindestens zwei Laufwerke, RAID 5 verteilt Paritätsinformationen auf mehrere Festplatten und kann den Ausfall eines Laufwerks kompensieren. Fällt eine Festplatte aus, bleibt das System zunächst betriebsfähig.
Was ein RAID jedoch nicht leisten kann: Es schützt nicht vor Firmwarefehlern, logischen Datenfehlern, versehentlichem Löschen, Ransomware-Angriffen oder Schäden durch Feuer und andere Ereignisse am Standort.
Da alle Laufwerke gemeinsam betrieben werden, werden auch fehlerhafte Änderungen oder Verschlüsselungen durch Schadsoftware unmittelbar auf den gesamten RAID-Verbund übertragen.
72 Prozent testen ihre Backups kaum oder nie
Für die KMU-Backupstudie 2025 befragte DATA REVERSE® insgesamt 285 kleine und mittelständische Unternehmen zu ihrem Umgang mit Datensicherungen.
77 Prozent der Betriebe sichern ihre Daten mindestens einmal pro Woche, 24 Prozent sogar täglich.
Gleichzeitig gaben jedoch 72 Prozent der Befragten an, die Wiederherstellbarkeit ihrer Backups selten oder gar nicht zu prüfen.
59 Prozent nutzen hybride Sicherungslösungen aus Cloud- und lokalem Speicher. Offen bleibt dabei, wie viele dieser lokalen Systeme tatsächlich als unabhängige Sicherungskopie betrieben werden und nicht lediglich als weiteres NAS im Netzwerk dienen.
Wie schnell ein RAID-Ausfall kritisch werden kann
Wie gross das Risiko sein kann, zeigt ein Praxisbeispiel aus einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen.
Dort lief ein Server mit RAID-Verbund als zentraler Dateispeicher. Eine Festplatte war bereits seit Wochen defekt, wodurch das System nur noch im degradierten Modus arbeitete.
Als bei einem späteren Neustart eine zweite Festplatte ausfiel, war der gesamte Verbund nicht mehr erreichbar. E-Mails, Kontaktdaten, Konstruktionszeichnungen und Stücklisten standen nicht mehr zur Verfügung.
Ein Wiederherstellungsversuch scheiterte zusätzlich, weil das Speichersystem während des Restore-Prozesses weitere Probleme zeigte.
DATA REVERSE® rekonstruierte das RAID-Array im Labor, reparierte die betroffenen Laufwerke und stellte den vollständigen Datenbestand innerhalb weniger Tage wieder her.
Was ein zuverlässiges Backup-Konzept ausmacht
Nach Einschätzung der Experten erfüllt ein belastbares Backup-Konzept mindestens drei Voraussetzungen.
- Das Sicherungsmedium ist vom Produktivsystem unabhängig.
- Die Sicherung ist nicht dauerhaft mit dem Netzwerk verbunden.
- Die Wiederherstellung wurde erfolgreich getestet.
Die bekannte 3-2-1-Regel beschreibt diesen Ansatz: drei Kopien der Daten auf zwei unterschiedlichen Medientypen, davon eine ausserhalb des Standorts.
Ein NAS kann dabei als Backup-Ziel dienen, ersetzt jedoch kein vollständiges Sicherungskonzept, solange keine unabhängige und getestete Wiederherstellung vorhanden ist.
Wer ein NAS als zentrale Datenablage nutzt und zusätzlich eine belastbare Sicherungskopie vorhält, verfügt über eine deutlich robustere Architektur. Wer beides für identisch hält, geht ein Risiko ein, das oft erst im Ernstfall sichtbar wird.
Quelle: DATA REVERSE® Datenrettung
Bildquelle: DATA REVERSE® Datenrettung (bearbeitet mit KI)