Die richtige Sonnenbrille: Worauf es bei UV-Schutz, Passform und Tönung ankommt
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Eine gute Sonnenbrille muss zwei Aufgaben erfüllen: Sie soll zuverlässig schützen und so bequem sitzen, dass Sie sie gerne tragen.
Beim Kauf lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf Kennzeichnung, Filterkategorie, Glasqualität und Passform. Erst danach kommen Farbe, Form und persönlicher Stil.
UV-Schutz und Tönung sind zwei verschiedene Dinge
Dunkle Gläser wirken auf den ersten Blick besonders schützend. Die Stärke der Tönung sagt jedoch vor allem aus, wie viel sichtbares Licht die Brille abhält. Der UV-Filter betrifft dagegen die unsichtbare ultraviolette Strahlung. Eine nur leicht getönte Brille kann einen vollständigen UV-Schutz bieten. Umgekehrt ist ein dunkles Glas ohne verlässlichen Filter keine gute Wahl.
Das ist wichtig, weil sich die Pupillen hinter dunklen Gläsern erweitern. Fehlt der UV-Schutz, kann mehr Strahlung ins Auge gelangen. Achten Sie daher auf die CE-Kennzeichnung sowie auf Angaben wie „100 % UV-Schutz“ oder „UV400“. UV400 bedeutet, dass Strahlung bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern herausgefiltert wird. Damit werden die für die Augen relevanten UVA- und UVB-Bereiche abgedeckt.
Kaufen Sie möglichst bei einem seriösen Händler und bewahren Sie Produktinformation oder Etikette auf. Ob ein Glas tatsächlich ausreichend filtert, lässt sich zu Hause weder an seiner Farbe noch mit einem Blick gegen die Sonne feststellen. Im Zweifel können Optiker den UV-Schutz mit einem Messgerät kontrollieren.
Was die Filterkategorien bedeuten
Die Filterkategorie beschreibt den Blendschutz. Sie wird häufig auf der Innenseite des Bügels, auf einem Aufkleber oder in der Produktinformation angegeben. Für die Wahl zählt, wo und wann Sie die Brille tragen möchten.
- Kategorie 0: Sehr helle oder nahezu klare Gläser. Sie reduzieren die Blendung kaum und sind nicht als klassische Sonnenbrille gedacht.
- Kategorie 1: Leicht getönte Gläser für geringe Helligkeit, bedeckten Himmel oder modische Zwecke.
- Kategorie 2: Mittlere Tönung und guter Blendschutz für viele Alltagssituationen in der Schweiz.
- Kategorie 3: Dunkle Gläser für intensive Helligkeit, Ferien, Berge, Wasser und andere stark besonnte Umgebungen.
- Kategorie 4: Sehr dunkle Spezialgläser für extreme Bedingungen, etwa im Hochgebirge oder auf Schnee. Sie sind für den Strassenverkehr zu dunkel.
Für den normalen Alltag sind die Kategorien 2 und 3 meist passend. Wer eine einzige Brille für Stadt, Spaziergang und Ferien sucht, liegt damit häufig richtig. Für Hochgebirgstouren oder Gletscher braucht es ein spezialisiertes Modell mit sehr gutem Seitenschutz.
Die Fassung sollte möglichst wenig Strahlung vorbeilassen
Gute Gläser helfen wenig, wenn viel Licht seitlich, von oben oder von unten ins Auge fällt. Eine Sonnenbrille sollte die Augenpartie deshalb grosszügig abdecken. Breitere Bügel, leicht gebogene Gläser oder eine körpernahe Sportfassung verbessern den Seitenschutz. Das ist besonders bei Wasser, Schnee und in den Bergen sinnvoll, weil helle Flächen Licht reflektieren.
Die Brille darf beim Lächeln nicht auf den Wangen aufliegen und sollte weder an den Schläfen noch hinter den Ohren drücken. Der Nasensteg muss stabil sitzen, ohne rote Druckstellen zu hinterlassen. Bewegen Sie beim Anprobieren den Kopf, schauen Sie nach unten und beugen Sie sich kurz vor. Rutscht die Fassung bereits im Geschäft, wird sie im Alltag kaum bequemer.
Bei Wimpernkontakt sind die Gläser meist zu nah am Gesicht. Zu viel Abstand lässt hingegen mehr Licht von der Seite einfallen. Verstellbare Nasenpads und anpassbare Bügel helfen, die Position zu optimieren. Bei starken Korrektionswerten, Gleitsichtgläsern oder empfindlichen Augen ist eine Beratung beim Optiker besonders sinnvoll.
So erkennen Sie eine gute Glasqualität
Schauen Sie durch die Brille auf eine gerade Linie, beispielsweise eine Fensterkante. Bewegen Sie die Fassung langsam hin und her. Die Linie sollte gerade bleiben und nicht wellig erscheinen oder springen. Dieser einfache Test ersetzt keine professionelle Messung, kann aber deutliche optische Verzerrungen sichtbar machen.
Kontrollieren Sie die Gläser gegen einen hellen, neutralen Hintergrund. Einschlüsse, Blasen, matte Stellen und Kratzer sprechen gegen eine saubere Verarbeitung. Drücken Sie die Fassung vorsichtig an den Bügeln zusammen. Die Gläser sollten fest sitzen und sich nicht verformen. An Scharnieren und Kanten dürfen keine scharfen oder lockeren Stellen auffallen.
Der Preis allein ist kein verlässliches Qualitätsmerkmal. Eine Untersuchung des Bundesamts für Gesundheit fand bei 57 geprüften Sonnenbrillen mit CE-Kennzeichnung einen vollständigen UV-Schutz. Bei den optischen Anforderungen zeigten sich keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen günstigen und teuren Modellen. Eine teurere Brille kann trotzdem Vorteile bei Material, Beschichtung, Reparierbarkeit, Passform und Langlebigkeit bieten.
Welche Glasfarbe ist sinnvoll?
Grau, Graugrün und Braun verändern Farben vergleichsweise wenig und eignen sich gut für Alltag und Strassenverkehr. Braune Gläser erhöhen häufig den wahrgenommenen Kontrast. Sehr kräftige blaue, rote, orange oder gelbe Tönungen können die Farbwahrnehmung stärker beeinflussen. Das ist problematisch, wenn Signalfarben schnell erkannt werden müssen.
Verspiegelungen reduzieren einen Teil des sichtbaren Lichts und setzen modische Akzente. Eine rückseitige Entspiegelung kann störende Reflexe auf der Innenseite des Glases vermindern. Beide Eigenschaften ersetzen den UV-Filter nicht.
Photochrome Gläser passen ihre Tönung an die Helligkeit an. Im Auto reagieren sie je nach Produkt oft weniger stark, weil die Frontscheibe bereits einen Teil der UV-Strahlung filtert. Wer solche Gläser beim Fahren nutzen möchte, sollte sich gezielt nach einem dafür geeigneten Modell erkundigen.
Polarisierte Gläser: angenehm bei Reflexionen
Polarisationsfilter dämpfen gerichtete Reflexionen, die etwa von Wasserflächen, nassen Strassen, Schnee oder glatten Oberflächen ausgehen. Das kann die Sicht beim Fahren, Wandern, Wassersport oder Angeln angenehmer machen. Konturen wirken oft klarer und die Augen ermüden weniger schnell.
Auch hier gilt: Polarisation ist kein Synonym für UV-Schutz. Beide Eigenschaften müssen separat ausgewiesen sein. Zudem können polarisierte Gläser manche Displays, Head-up-Anzeigen oder Instrumente je nach Blickwinkel dunkler oder farbig erscheinen lassen. Probieren Sie deshalb vor dem Kauf aus, ob Sie Smartphone, Navigationsgerät und Fahrzeuganzeigen problemlos erkennen.
Die richtige Sonnenbrille zum Autofahren
Am Steuer muss eine Sonnenbrille Blendung reduzieren, Farben möglichst natürlich wiedergeben und ein breites Sichtfeld lassen. Grau, Braun oder Graugrün sind dafür meist eine gute Wahl. Sehr breite Bügel können den Seitenblick beeinträchtigen. Eine saubere Entspiegelung und Gläser in der korrekten Sehstärke erhöhen den Komfort.
Brillen der Filterkategorie 4 gehören nicht in den Strassenverkehr. Bei Dämmerung, Nacht, im längeren Tunnel oder bei sehr schlechter Sicht sollte auch eine weniger stark getönte Sonnenbrille abgenommen werden. Bewahren Sie im Auto ein stabiles Etui auf. Auf dem Armaturenbrett kann sich die Fassung stark erwärmen und verziehen.
Welche Form passt zum Gesicht?
Stilregeln können die Auswahl erleichtern, sind aber kein Gesetz. Runde oder markante eckige Fassungen setzen unterschiedliche Akzente. Bei einem eher runden Gesicht sorgen kantigere Modelle häufig für Kontur. Runde oder ovale Gläser können eckige Gesichtszüge weicher erscheinen lassen. Ein herzförmiges Gesicht wirkt mit filigranen, ovalen oder unten leichteren Fassungen oft harmonisch.
Entscheidender ist, dass Augen und Augenbrauen stimmig eingefasst werden, die Brille nicht breiter als nötig wirkt und bequem sitzt. Wer die eigene Gesichtsform genauer bestimmen möchte, findet bei der Auswahl der Brillenform weitere Anhaltspunkte. Machen Sie bei der Anprobe Fotos aus mehreren Blickwinkeln. So lässt sich die Wirkung ruhiger beurteilen als im schnellen Blick in den Verkaufsspiegel.
Kinderaugen brauchen besonders guten Schutz
Bei Kindern zählen vollständiger UV-Schutz, bruchsichere Gläser, Seitenschutz und eine bequeme, robuste Fassung. Eine Spielzeugbrille ohne klare Schutzangabe ist kein Ersatz. Das Modell muss gut sitzen, ohne zu drücken oder beim Rennen zu verrutschen. Sehr dunkle Gläser sind für den normalen Alltag meist unnötig.
Lassen Sie das Kind bei Farbe und Form mitentscheiden. Eine technisch perfekte Brille schützt nur, wenn sie tatsächlich getragen wird. Für Sport, Ferien am Wasser oder Aufenthalte im Gebirge kann eine anpassbare Fassung mit Band sinnvoll sein.
UV-Schutz gehört zu einem guten Gesamtpaket
Eine Sonnenbrille schützt die Augenpartie, ersetzt aber die übrigen Schutzmassnahmen nicht. Kopfbedeckung, Schatten und ein geeigneter Sonnenschutz für die Haut ergänzen sich. Auch bei leichter Bewölkung oder im Schatten kann eine Sonnenbrille sinnvoll sein, besonders wenn helle Flächen Licht reflektieren.
Video: Wie gut schützen günstige Sonnenbrillen?
SWR Marktcheck lässt verschiedene Sonnenbrillen im Labor untersuchen und erklärt, woran sich sichere Modelle erkennen lassen. Der Beitrag zeigt anschaulich, weshalb Preis, Tönung und UV-Schutz getrennt beurteilt werden müssen.
Sieben Punkte für die Kaufentscheidung
- Kennzeichnung: CE sowie „UV400“ oder „100 % UV-Schutz“ kontrollieren.
- Filterkategorie: Für den geplanten Einsatz die richtige Tönungsstufe wählen.
- Abdeckung: Auf grosse Gläser und möglichst guten Seitenschutz achten.
- Passform: Kopf bewegen und prüfen, ob die Brille rutscht oder drückt.
- Glasqualität: Gläser auf Verzerrungen, Einschlüsse und Kratzer kontrollieren.
- Einsatzbereich: Strassenverkehr, Sport, Wasser oder Hochgebirge gesondert berücksichtigen.
- Sehstärke: Bei Fehlsichtigkeit ein korrekt angepasstes Modell wählen.
Guter Schutz muss zum Alltag passen
Die beste Sonnenbrille ist nicht automatisch das teuerste oder dunkelste Modell. Sie bietet nachprüfbaren UV-Schutz, eine passende Filterkategorie, klare Sicht und eine bequeme Fassung. Wenn sie zudem zum persönlichen Stil passt, wird sie zum selbstverständlichen Begleiter.
Kontrollieren Sie die Brille regelmässig auf Kratzer, lockere Schrauben und verzogene Bügel. Reinigen Sie die Gläser mit Wasser, einem geeigneten Reinigungsmittel und einem sauberen Mikrofasertuch. Im Etui bleibt die Oberfläche länger intakt – und die Sonnenbrille ist bereit, wenn Sie sie brauchen.
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