Alterskontrollen bei Social Media versagen laut Studie häufig in der Praxis
von belmedia Redaktion ➔ business24.ch Allgemein Alltag businessaktuell.ch Digitalisierung Eltern elterntipps.ch Familie Familienleben Magazine media24.ch nachrichtenticker.ch News Prävention Sicherheit Social Media Strategie Technologie Themen Trends Ⳇ Verbreitung
Die meisten australischen Kinder nutzen trotz eines gesetzlichen Verbots weiterhin soziale Medien. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Test- und Beratungsunternehmens KJR. Demnach setzen viele Plattformen die vorgeschriebenen Alterskontrollen nicht oder nur unzureichend um.
Seit Dezember 2025 müssen Betreiber sozialer Medien in Australien verhindern, dass Personen unter 16 Jahren ein Konto eröffnen. Die Untersuchung zeigt jedoch erhebliche Schwächen bei der Umsetzung dieser Vorgaben.
„Angemessene Massnahmen“
Das australische Gesetz verpflichtet Plattformen wie Instagram, Snapchat und YouTube dazu, Personen unter 16 Jahren von der Kontoeröffnung auszuschliessen. Die Betreiber müssen dafür „angemessene Massnahmen“ ergreifen, um das Alter der Nutzer zu überprüfen.
Ein Team von Software-Testern unter Beteiligung von KJR-Manager Andrew Hammond untersuchte im vergangenen Jahr die eingesetzten Systeme zur Altersüberprüfung bei mehr als 1’000 Australiern. Bei keinem der 50 nach Inkrafttreten des Gesetzes testweise eröffneten Konten wurde ein Altersnachweis verlangt.
Altersschätzung dysfunktional
Nach Einschätzung der Forscher liegt das Problem bereits in der ersten Stufe der Alterskontrolle. Dort soll das ungefähre Alter anhand der allgemeinen Online-Aktivitäten einer Person geschätzt werden. Junge Nutzer werden dadurch jedoch häufig nicht für eine weitergehende Überprüfung erkannt.
„Jeder, der ein Konto eröffnen will, sollte aufgefordert werden, sein Alter nachzuweisen, doch nicht ein einziges Mal wurden wir gebeten, unser Alter zu verifizieren oder Massnahmen zur Altersüberprüfung zu nutzen“, kritisiert Andrew Hammond.
Alle 50 Testkonten auf neun Plattformen blieben aktiv, darunter Instagram von Meta, Snapchat von Snap, TikTok und YouTube von Alphabet.
Auch Colm Gannon, Australien-Chef der Kinderschutzorganisation International Centre for Missing & Exploited Children, sieht Handlungsbedarf. „Wir wollten zwar über Umgehungsmöglichkeiten sprechen, aber uns wurde immer wieder gesagt, dass dies nicht Teil des eigentlichen Pilotprojekts sei. Was wir jetzt beobachten, ist, dass das Umgehen der Vorschriften für junge Menschen zur gängigen Praxis geworden ist.“
Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
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