Vertrauen statt Trends: Luxuskäufer setzen auf Qualität, Herkunft und zertifizierte Secondhand

Der globale Luxusmarkt erholt sich nach den schwachen Vorjahren nur langsam. Laut dem „Luxury Client Index 2026“ der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY kaufen Luxuskunden heute bewusster, selektiver und stärker werteorientiert ein.

Für die Studie wurden rund 1’630 Luxuskunden in den USA, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, der Schweiz, Japan, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten und China befragt.

Luxusmarkt ist Vertrauensgeschäft

„Der Luxusmarkt hat sich in ein Vertrauensgeschäft verwandelt. Herkunft, Qualität und Beziehung sind wichtiger geworden als jede Kampagne. Kunden belohnen jene Marken, die diese Werte konsequent über alle Kanäle spürbar machen – von der Boutique über KI-Empfehlungen bis zum zertifizierten Pre-Owned-Angebot“, so EY-Austria-Partner Martin Unger.

Der Kern von Luxus bleibt stabil: Materialqualität (65 Prozent) und Markenherkunft (52 Prozent) sind die wichtigsten Kauftreiber. Bei Anhängern etablierter Marken nennen 68 Prozent Heritage und Legacy als Hauptgründe. 67 Prozent der Babyboomer, aber nur 46 Prozent der Generation Z priorisieren Heritage. Besonders hoch geschätzt wird Handwerkskunst in Singapur (67 Prozent) und China (66 Prozent).

Nachhaltigkeit verliert an Gewicht

Der EY-Erhebung zufolge wird Nachhaltigkeit inzwischen nachgereiht: 29 Prozent zählen sie zu ihren wichtigsten Kaufkriterien, in China und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind es 40 Prozent, in Deutschland und der Schweiz jeweils 32 Prozent. Für die Generation Z und die Millennials (je 32 Prozent) bleibt Nachhaltigkeit deutlich wichtiger als für ältere Altersgruppen.

62 Prozent der Befragten würden zertifizierte gebrauchte Produkte (Certified Pre-Owned, CPO) direkt bei einer Luxusmarke kaufen – ein Plus von acht Prozent. Unter den einkommensstärksten Kunden liegt dieser Wert sogar bei 87 Prozent. Nur 24 Prozent sehen darin ein Risiko für die Exklusivität der Marke, lediglich sechs Prozent würden deshalb seltener einkaufen. 46 Prozent geben an, dass ein CPO-Angebot ihre Kaufwahrscheinlichkeit erhöht – bei der Generation Z sind es 53 Prozent.

Am höchsten ist die Kaufbereitschaft für CPO-Angebote in Frankreich (72 Prozent), der Schweiz (70 Prozent) und Deutschland (69 Prozent). Zurückhaltender zeigen sich China (41 Prozent) und Singapur (45 Prozent). Laut EY ist dies ein deutliches Signal dafür, dass sich der Markt für zertifizierte Gebrauchtwaren im deutschsprachigen Raum schneller professionalisiert als in den asiatischen Kernmärkten.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Florian Fügemann
Bildquelle: Symbolbild © Branislav Nenin/Shutterstock.com

Publireportagen

Empfehlungen