Grossunternehmen und KMU stärken gemeinsam den Wirtschaftsstandort Zürich
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99 Prozent aller Unternehmen im Kanton Zürich sind KMU. Gleichzeitig leisten die Grossunternehmen einen überproportional grossen Beitrag zur Zürcher Wirtschaft. Auf sie entfallen rund 40 Prozent aller Arbeitsplätze und der Wertschöpfung. Zudem bezahlen sie schätzungsweise rund die Hälfte der Gewinnsteuern im Kanton Zürich.
Darüber hinaus sind die Grossunternehmen wichtige Partner für die KMU, sowohl als Abnehmer als auch als Lieferanten. Dies zeigt eine Analyse des Amts für Wirtschaft.
Rund 112’500 Unternehmen unterschiedlichster Grössen sind im Kanton Zürich aktiv. In der neuen Ausgabe des Zürcher Wirtschaftsmonitorings analysiert das Amt für Wirtschaft die Bedeutung der unterschiedlichen Unternehmenstypen für den Kanton Zürich. Im Zentrum steht die Frage, wie KMU und Grossunternehmen miteinander verbunden sind – als Arbeitgeber, Steuerzahler, Zulieferer, Abnehmer und Innovationspartner.
„Die Zürcher Wirtschaft lebt von ihrer Vielfalt. KMU sind für unseren Standort unverzichtbar. Gleichzeitig leisten Grossunternehmen einen enormen Beitrag zu Beschäftigung, Wertschöpfung, Innovation und Steuereinnahmen“, sagt Regierungspräsidentin und Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh. „Sie schaffen zahlreiche Arbeitsplätze, stärken lokale Wertschöpfungs- und Lieferketten und tragen damit entscheidend zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts bei.“
Rund 40 Prozent der Arbeitsplätze und Wertschöpfung bei Grossunternehmen
Die Studie untermauert die Bedeutung der Grossunternehmen für den Kanton Zürich. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten machen 88 Prozent aller Unternehmen aus und stellen rund ein Fünftel der Arbeitsplätze. Grossunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden beschäftigen 39 Prozent der Arbeitnehmenden im Kanton Zürich, obwohl sie weniger als ein Prozent der Unternehmen stellen.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Wertschöpfung. Grossunternehmen tragen 42 Prozent zur kantonalen Wertschöpfung bei. Ein Grund dafür liegt in ihrer starken Präsenz in produktiven Branchen wie dem Finanz- und Versicherungswesen, der Informations- und Kommunikationsbranche sowie der Industrie.
Die Grossunternehmen sind gemäss Schätzungen auch für etwas mehr als die Hälfte der Gewinnsteuererträge des Kantons Zürich verantwortlich. Kleinstunternehmen dürften weniger als zehn Prozent der Gewinnsteuern bezahlen. Das liegt daran, dass mehr als die Hälfte aller Unternehmen keinen steuerbaren Gewinn ausweisen und der Grossteil der Steuereinnahmen von Unternehmen mit einem Reingewinn von über einer Million Franken stammt. Somit lässt sich sagen: Je grösser ein Unternehmen, desto höher fällt tendenziell dessen Steuerertrag aus.
KMU und Grossunternehmen sind eng verflochten
Weiter zeigt die Studie auf, wie stark die Zürcher Wirtschaft vernetzt ist. Über alle Grössenklassen hinweg stammen fast zwei Drittel des Umsatzes aus dem Geschäft mit anderen Unternehmen. Sie kaufen und verkaufen gegenseitig Produkte und Dienstleistungen – von IT, Beratung und Logistik über Gebäudetechnik bis hin zu Vorprodukten für die industrielle Fertigung.
Grossunternehmen sind dabei sowohl als Abnehmer wie auch als Zulieferer zentral. Über 40 Prozent der Vorleistungen, die Grossunternehmen erbringen, werden von KMU bezogen. Umgekehrt stammen über 50 Prozent der Vorleistungen, welche Grossunternehmen beziehen, von KMU. Darüber hinaus entfallen mehr als 80 Prozent der über 300 Geschäftsbeziehungen, welche die Grossunternehmen pflegen, auf KMU.
Regionale Lieferketten bleiben wichtig
Die Studie zeigt zudem, dass die Unternehmen stark regional verankert sind. Rund 70 bis 80 Prozent der bezogenen Vorleistungen stammen aus der Schweiz, ein grosser Teil davon wird direkt im Kanton Zürich bezogen. Kleinere Unternehmen beschaffen in der Tendenz etwas lokaler als grosse, die Unterschiede fallen aber gering aus. Aufgrund ihrer bedeutenden Rolle als Abnehmer von Vorleistungen erzeugen Grossunternehmen den grössten Anteil der lokalen Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen.
Deutliche Unterschiede zwischen den Unternehmenstypen zeigen sich bei Forschungs- und Innovationskooperationen. Grossunternehmen arbeiten in der Produkt- und Dienstleistungsentwicklung deutlich häufiger mit Hochschulen, Forschungsanstalten und Start-ups zusammen als kleinere Unternehmen.
„Die Zürcher Wirtschaft ist weder ausschliesslich von den KMU geprägt noch allein von Grossunternehmen abhängig. Sie funktioniert als dichtes, vielfältiges und dynamisches Ökosystem. Kleine, mittlere und grosse Unternehmen sind aufeinander angewiesen – und stärken gemeinsam den Wirtschaftsstandort Zürich“, bilanziert Luc Zobrist, Leiter des Bereichs Volkswirtschaft im Amt für Wirtschaft.
Kanton unterstützt KMU und Grossunternehmen
Der Kanton Zürich sieht diese Verflechtung als Stärke und setzt sich für gute Rahmenbedingungen ein, damit Unternehmen Arbeitsplätze, Innovationen und Wertschöpfung schaffen können.
KMU und Start-ups profitieren unter anderem von der Stärkung des Stiftungsstandorts Zürich, der KI-Sandbox sowie dem Gründungs- und Innovationszentrum Ahead. Grossunternehmen werden unter anderem durch den Innovationspark Zürich sowie digitale und kundenfreundliche Behördenprozesse unterstützt.
Quelle: Kanton Zürich
Bildquelle: Symbolbild © Michael Derrer Fuchs/Shutterstock.com