Ferienwohnungen in den Alpen werden teurer – Schweiz bleibt Spitzenreiter
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Die fünf teuersten Ferienimmobilienmärkte im Alpenraum befinden sich in der Schweiz. An der Spitze steht Gstaad, wo Ferienwohnungen im gehobenen Segment im Durchschnitt rund 25 000 Franken pro Quadratmeter kosten.
Die Destination Engadin/St. Moritz folgt auf dem zweiten Platz mit Quadratmeterpreisen von etwa 24 000 Franken. Verbier, Andermatt und Zermatt komplettieren die Top Fünf, wobei die durchschnittlichen Preise jeweils bei 21 000 Franken pro Quadratmeter beginnen.
Der teuerste Standort in den französischen Alpen ist Courchevel, wo die Ferienwohnungspreise im gehobenen Segment etwa 18 500 Franken (20 000 Euro) pro Quadratmeter betragen. Mit Quadratmeterpreisen um 15 000 Franken (16 000 Euro) führt Kitzbühel die Rangliste in Österreich an. Cortina d’Ampezzo ist mit einem Preisniveau von rund 12 000 Franken (13 000 Euro) pro Quadratmeter die teuerste Destination im italienischen Alpenraum.
Weitere Preisanstiege
Der weiter zunehmende Alpentourismus, die Olympischen Winterspiele und die im Jahr 2025 gesunkenen Finanzierungskosten haben die Preisdynamik in den Bergregionen belebt. In den europäischen Top-Destinationen verteuerten sich alpine Ferienwohnungen im vergangenen Jahr um knapp 4 % – eine Beschleunigung gegenüber dem Vorjahr, aber weiterhin unter dem Niveau der Boomjahre von 2021 bis 2023.
Die stärksten Anstiege verzeichneten die Top-Destinationen in der Schweiz und in Italien mit jeweils knapp 6 %. In Österreich stiegen die Preise um gut 3 % und machten damit die Rückgänge der Vorjahre wett. In den französischen Top-Destinationen verlangsamte sich das Wachstum hingegen deutlich und lag 2025 nur noch bei rund 1 %.
Alpine Ferienwohnungen bleiben gefragt – nicht zuletzt bei jungen Berufstätigen, welche ortsunabhängig arbeiten und die Lebensqualität in den Bergen schätzen. Häufigere Hitzewellen erhöhen die Attraktivität alpiner Rückzugsorte zusätzlich, auch wenn die langfristige Schneesicherheit weiter abnehmen könnte. Die steigende Lebenserwartung macht den Erwerb auch für ältere Käuferinnen und Käufer interessant.
Schweiz und Italien mit anhaltendem Momentum
Vor diesem Hintergrund dürften die Preise für alpine Ferienwohnungen in den nächsten Quartalen weiter zulegen. Maciej Skoczek, Immobilienökonom bei UBS CIO GWM und Hauptautor der Studie, sagt: „Wir erwarten, dass die Ferienwohnungspreise in der Schweiz und in Italien in den kommenden Quartalen weiterhin stärker steigen als in Österreich und Frankreich. Schweizer Top-Standorte überzeugen mit einer stabilen Währung, attraktiver Steuerpolitik sowie hoher Sicherheit und Diskretion.“
Italien punktet mit vorteilhaften Steuerregelungen für vermögende Zuzügerinnen und Zuzüger sowie einem vergleichsweise moderaten Preisniveau, was weiteres Aufholpotenzial bietet.
Schweizer Ferienwohnungsmarkt im Aufwind
In einem Grossteil der Schweizer Destinationen sind die Preise für Ferienwohnungen in den vergangenen vier Quartalen deutlich gestiegen. Den stärksten Zuwachs verzeichnete Crans-Montana mit über 15 %, gefolgt von Davos/Klosters und Andermatt mit jeweils 12,5 %. Einzig in Verbier und Elm/Braunwald wurden Preisrückgänge registriert.
Sinkende Zinsen und steigende Hoteltarife als Nachfragetreiber
Kosten-Nutzen-Überlegungen haben die Nachfrage nach Schweizer Ferienwohnungen im Vorjahr hoch gehalten. Während tiefere Hypothekarzinsen die laufenden Kosten einer Ferienwohnung gesenkt haben, sind Hotelübernachtungen in den alpinen touristischen Destinationen als Alternative zur Nutzung einer eigenen Ferienwohnung teurer geworden.
Gleichzeitig erreichte die Zahl der Logiernächte in Hotels, vermieteten Ferienwohnungen und Kollektivunterkünften in den touristischen Regionen der Schweiz im vergangenen Jahr mit rund 28 Millionen einen neuen Rekordwert. Die hohe Auslastung der Hotels, insbesondere während der Hauptsaison, steigert die Attraktivität von Ferienwohnungen zusätzlich.
Einkommenswachstum und Demografie als langfristige Stütze
Maciej Skoczek hält fest: „Der Schweizer Ferienwohnungsmarkt dürfte auf absehbare Zeit von einem anhaltenden Nachfrageüberhang geprägt bleiben. Der insgesamt moderaten Ausweitung des Angebots steht mittelfristig ein stetig wachsender Kreis potenzieller Käuferinnen und Käufer gegenüber.“
Zwischen 2017 und 2022 nahm die Zahl der steuerpflichtigen Personen mit einem steuerbaren Einkommen von über 200 000 Franken um fast 33 000 Personen zu. Zum Vergleich: Der Wohnungsbestand in den Bergen stieg in der gleichen Periode um rund 9 000 Einheiten. Die Zunahme der schweizweiten Kaufkraft begünstigt somit weitere Preisanstiege in den Ferienwohnungsmärkten.
Nicht nur die Kaufkraft nimmt zu, auch die Nachfrage nach Wohnraum in gut erschlossenen Bergdestinationen steigt spürbar. In der Schweiz leben ausserhalb der Bergkantone über eine Million Menschen im Alter zwischen 55 und 65 Jahren – ein Anstieg um 25 % gegenüber vor zehn Jahren. Zweitwohnungen in den Alpen sind aktuell besonders begehrt – nicht zuletzt wegen dieser demografischen Entwicklung.
Noch kein Ende der Fahnenstange in Sicht
Geopolitische Unsicherheiten und die Rolle der Schweiz als „sicherer Anlagehafen“ verstärken zudem das Interesse internationaler Käuferinnen und Käufer. Mögliche regulatorische Massnahmen wie eine Verschärfung der „Lex Koller“ oder die Einführung von Zweitwohnungssteuern dürften nur eine geringe Wirkung auf die Nachfrage entfalten. Ferienwohnungen behaupten sich damit weiterhin als begehrtes Gut, sei es als Rückzugsort, Kapitalanlage oder Statussymbol. In den kommenden Quartalen dürften die Preise für Schweizer Ferienwohnungen annualisiert im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.
Quelle: UBS Switzerland
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