Vorsicht vor Anlagebetrügern

01.05.2019 |  Von  |  Finanzen, Handel, News, Organisation
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Vorsicht vor Anlagebetrügern
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Seit Anfang Jahr sind bei der Kantonspolizei Bern vermehrt Anzeigen wegen Anlagebetrügereien eingegangen. Dabei drängen unbekannte Täterschaften Personen vorwiegend am Telefon zu vermeintlichen Investitionen in Wertschriften und Kryptowährungen und ertrügen auf diese Weise hohe Geldsummen.

Die Kantonspolizei mahnt zur Vorsicht und gibt Tipps.

Seit Anfang 2019 sind bei der Kantonspolizei Bern rund zehn Anzeigen wegen Betrügereien mit Wertschriften und Kryptowährungen, sogenannten „Boiler Room Scams“ (vgl. Kasten unten), eingegangen. Dies entspricht der Anzahl Anzeigen, die in diesem Zusammenhang über das gesamte Jahr 2018 eingegangen waren. Im ganzen Jahr 2018 betrug die Schadensumme rund 1,5 Millionen Franken, im Jahr 2019 bereits rund 1,4 Millionen Franken. Die Ermittlungen gegen die unbekannte Täterschaft sind im Gang.

Die unbekannten Täter rufen erfahrungsgemäss jeweils unaufgefordert Privatpersonen an oder kontaktieren diese per E-Mail. Am Telefon geben sich die zumeist Hochdeutsch und zuweilen auch Englisch sprechenden Täter als Finanz- oder Anlageberater international tätiger Unternehmen aus. Die kontaktierten Personen werden in der Folge zu sofortigen Investitionen und Anlagen in Wertschriften sowie Kryptowährungen gedrängt, wobei ihnen jeweils grosse Renditen innerhalb kurzer Zeit versprochen werden. Nach einer ersten Zahlung – in den meisten Fällen in der Höhe von wenigen Hundert Euro oder US-Dollar – verlangen die unbekannten Täter schnell viel grössere Summen, damit der angebliche Handel überhaupt funktionieren könne. Betroffene Personen werden durch die vermeintlichen Anlageberater häufig direkt am Telefon dazu gebracht, via gefälschte Internetseiten und Firmen-Plattformen die Überweisungen vorzunehmen.

Bei Rückfragen zum versprochenen Verkauf der Anteile und zur Auszahlung des Gewinns werden die Anleger hingehalten und durch immer neue Ausreden vertröstet. Die Unternehmen, für welche die Betrüger angeblich arbeiten, existieren meist gar nicht. Deshalb besteht auch keine Möglichkeit auf ein persönliches Treffen. Rückrufe auf die Anrufernummern sind für die Opfer jeweils nicht möglich. Danach bricht der Kontakt meistens ab.

Vor diesem Hintergrund mahnt die Kantonspolizei Bern zur Vorsicht und gibt folgende Verhaltenstipps:

  • Seien Sie gegenüber Personen, die sich am Telefon als Anlage- oder Finanzberater ausgeben, sowie vermeintlichen Finanzunternehmen, die Ihnen nicht bekannt sind und hohe Renditen versprechen, vorsichtig und misstrauisch.
  • Legen Sie im Zweifelsfall das Telefon auf.
  • Sprechen Sie mit vertrauten Personen Ihres Umfelds, holen Sie eine Zweitmeinung ein und kontaktieren Sie wenn möglich ein Finanzinstitut, um die notwendigen Abklärungen zu treffen und sich zu informieren.
  • Geben Sie am Telefon niemals persönliche Daten wie Passwörter zu Bankkonten oder andere schützenswerten Informationen bekannt und gewähren Sie fremden Personen keinen Zugriff auf den eigenen Computer.
  • Melden Sie verdächtige Anrufe umgehend der Polizei über die Nummern 112 oder 117.
  • Kantonale Staatsanwaltschaft für die Verfolgung von Wirtschaftsdelikten

„Hinweis – Boiler Room Scam“

Beim Ausdruck „Boiler Room“, zu Deutsch Heizungsraum, handelt es sich um einen Begriff aus der Börsensprache. Er bezeichnet die Stimmung in Börsen-Büros, wo auf dichtem Raum die Drähte der Telefonverkäufer heisslaufen. Daraus leitet sich der Begriff „Boiler Room Scam“, also Heizungsraum-Betrug ab, weil die Täterschaft per Telefonanruf Personen zu akquirieren versucht, die bereit sind, in den Handel mit den angebotenen Wertschriften und/oder Kryptowährungen zu investieren. Die angeblichen Finanzberater haben meist ein professionelles Auftreten, setzen die Opfer am Telefon zeitlich unter Druck und wenden psychologische Tricks an, um die kontaktierten Personen zu Zahlungen und Investitionen zu bringen. Die Wertschriften oder Kryptowährungen, in welche Geld investiert oder zum Handel damit angelegt werden soll, werden als sehr lukrativ in Bezug auf schnelle Renditen und Auszahlungen angepriesen. Die bezeichneten Handelsobjekte gibt es zwar auf dem realen Markt meist tatsächlich, jedoch findet in den genannten Betrugsfällen kein Handel damit statt, sondern die betroffenen Personen verlieren das gesamte Geld, welches sie einzahlen.

 

Quelle: Kapo BE
Artikelbild: Symbolbild © chainarong06 – shutterstock.com

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