Jeder Zweite glaubt, Mahnungen & Co. seien für Kreditwürdigkeit egal

09.11.2018 |  Von  |  Finanzen, News
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Jeder Zweite glaubt, Mahnungen & Co. seien für Kreditwürdigkeit egal
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Die Schweizer Bevölkerung hat wenig Ahnung bezüglich der Beurteilung ihrer Zahlungswürdigkeit.

Die Hälfte glaubt, Mahnungen, Zahlungsbefehle und Verlustscheine seien für eine Beurteilung ihrer Kreditwürdigkeit egal. Bei einer Ablehnung von Kreditkarten-, Kredit- und Leasinganträgen vermutet mehr als jeder Fünfte andere Gründe als eine ungenügende Bonität. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von comparis.ch.

Eine repräsentative Umfrage des Online-Vergleichsdienstes comparis.ch offenbart grosse Wissenslücken in der Schweizer Bevölkerung bezüglich ihrer persönlichen Finanzdaten. Die Hälfte der Befragten glaubt, für die Beurteilung ihrer Zahlungswürdigkeit seien Mahnungen, Zahlungsbefehle und Verlustscheine folgenlos. 30 Prozent glauben, Betreibungen seien egal. Im Tessin ist es sogar mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Bei Kreditkarten-, Kredit- oder Leasinganträgen vermutet mehr als ein Fünftel der abgelehnten Antragsteller andere Gründe als eine ungenügende Bonität.

Schlechte Bonität hat weitreichende Konsequenzen

Rund 13 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer haben schon mal einen negativen Kreditentscheid erhalten. Fast ein Drittel scheint sich dabei nicht bewusst zu sein, dass die schlechte Kreditwürdigkeit der Ablehnungsgrund war. Ähnlich sieht es bei den Kreditkartenanträgen aus. 12 Prozent der Befragten haben schon vergeblich einen Kreditkartenantrag gestellt. Rund ein Viertel vermutet andere Gründe als eine ungenügende Bonität für die Ablehnung. Bei den abgelehnten Leasingnehmern ist es ein Fünftel.

Tatsache ist aber: „Jeder Kreditkarten-, Kredit- oder Leasingantrag bedingt eine Prüfung der Kreditwürdigkeit, eine sogenannte Bonitätsprüfung“, erklärt Dominik Weber, Banken-Experte bei comparis.ch. Die Zahlungswürdigkeit verschlechtere sich unter anderem durch wiederholte Mahnungen, Zahlungsbefehle, Verlustscheine und Betreibungen. Das wirke sich auch im Alltag aus, so etwa beim Online-Shopping.

So prüfen Unternehmen anhand von Bonitätsdaten von Wirtschaftsauskunfteien, ob der Kunde eine ausreichende Zahlungsmoral aufweist. Ist das nicht der Fall, wird die Option „Bezahlen auf Rechnung“ gar nicht erst angezeigt. „Mit der Abfrage von Bonitätsdaten stellen Unternehmen sicher, dass sie Zahlungsausfälle minimieren können“, so Weber.





Bedenken bezüglich Datenschutz

Die Schweizerinnen und Schweizer wissen nicht nur wenig über das Thema Bonität. Sie haben auch Bedenken betreffend Datenschutz: 68 Prozent der Befragten finden, die Abfrage von Bonitätsdaten sei aus Datenschutzsicht kritisch zu beurteilen. Über 70 Prozent stimmten der Aussage zu, dass Anbieter die Risiken wie Zahlungs- oder Kreditausfälle mit Bonitätsdaten senken könnten. Ausserdem gaben zwei Drittel an, dass die Abfrage von Bonitätsdaten die Konsumenten vor Überschuldung schütze. „Die Abfrage von Bonitätsdaten ist für den Kreditmarkt tatsächlich zentral“, so Weber. Damit Kreditnehmer effektiv vor Überschuldung geschützt seien, reiche die Abfrage von Bonitätsdaten alleine aber nicht aus. Erst eine realistische Erfassung der Einkommens- und Ausgabensituation würde Kreditnehmer vor der Schuldenspirale schützen, ergänzt der Experte.

Wirtschaftsauskunfteien kaum bekannt

Die Wirtschaftsauskunfteien sind in der Schweiz nahezu unbekannt. Von den vier grossen Auskunfteien kennt die Bevölkerung besonders Intrum (Justitia). 55 Prozent haben den Namen zumindest schon mal gehört; rund 27 Prozent wissen auch genau, was sich hinter dem Namen verbirgt. Den Namen Creditreform haben zumindest 46 Prozent der Befragten schon einmal gehört. Aber nur 16 Prozent können sich konkret etwas darunter vorstellen. Bisnode und der Marktführer CRIF hingegen sind in der Bevölkerung weitgehend unbekannt. Über 80 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die Namen nichts sagen. Und weniger als 4 Prozent wissen, was sich hinter den Namen konkret verbirgt.

Methodik

Die repräsentative Online-Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut innofact im Auftrag von comparis.ch im Oktober 2018 unter 1’047 Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.

 

Quelle (Text + Grafiken): Comparis
Titelbild: fizkes – shutterstock.com

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