Die wichtigsten Fehlerquellen eines Start-up-Unternehmens und Lösungsansätze

24.10.2018 |  Von  |  News, Start-up
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Die wichtigsten Fehlerquellen eines Start-up-Unternehmens und Lösungsansätze
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In diesem Beitrag wollen wir Ihnen die wichtigsten Fehlerquellen eines Start-up-Unternehmens nennen.

Es handelt sich um einen summarischen Überblick und soll Ihnen aufzeigen, welche Fehler zu vermeiden sind.

Liquidität

Die Liquidität kann negative Auswirkungen auf den Cashflow haben. Um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, sind tagfertige Abrechnungen sinnvoll. Im Dienstleistungsbereich betrifft dies einerseits die Abrechnung nach Leistungserbringung und andererseits bei Produktionsfirmen die tagfertige Erfassung sämtlicher Lieferungen. Im Anschluss daran sollten periodische Abrechnungen erstellt werden. Bei neu gegründeten Firmen kommt es öfter vor, dass zwei bis fünf Monate vergehen bis die ersten Rechnungen als Zahlung eingehen.

Ausfallrisiko der Debitoren

Damit die Zahlungsfähigkeit von Kunden optimal beurteilt werden kann, werden die Kundendossiers in einer Vorabprüfung vorbereitet. Je mehr man über den Kunden weiss, desto besser kann man seine Zahlungsfähigkeit beurteilen. Bei grossen Aufträgen empfiehlt sich eine Besichtigung vor Ort. Das Vieraugenprinzip sollte betriebsintern eingeführt werden, damit bei Aufträgen nicht nur eine Person entscheidet. Grosse Aufträge sollten in einem gemeinsamen Team angenommen werden. Aus diesem Grund sind Bonitätsprüfungen empfehlenswert.

Mangelnde Aufmerksamkeit gegenüber den zu zahlenden Kreditoren

Der Zahlungseingang ist wichtig, wie auch die Übersicht über den Zahlungsausgang. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine entsprechende Organisation, um den Zahlungsverkehr zu regeln. Daraus ergibt sich, dass Bestellungen nur mit dem Visum einer zweiten Person möglich sein sollten und diese Personen müssen identifizierbar sein.

Eine optimale Lösung ist ein zentraler Einkauf. Zusätzlich sollte eine Übersicht über die getätigten Bestellungen und die eintreffenden Rechnungen erstellt werden. Bei den Bezahlungen von Kreditoren empfehlen sich eine laufende Verbuchung sowie das Erstellen eines Zahlungsplanes. Dabei können bei vorhandener Liquidität kurzfristige Zahlungen zur Ausnutzung eines Rabattes (Skonto) benutzt werden.

Nichtberücksichtigung des Währungsrisikos

Viele Firmen sind exportorientiert und haben Zahlungen im Franken-Bereich, im Euro-Bereich und im Dollar-Bereich. Bei grossem Volumen des Unternehmens ist es empfehlenswert das Währungsrisiko zu berücksichtigen. Währungswechsel werden vermieden und dadurch die Währungsvielfalt reduziert.

Bekannterweise sind solche Währungswechsel bei Banken kostenintensiv. Im Bereich der Währungsumrechnungen bestehen alternative Möglichkeiten bei den Banken, welche hier im Rahmen eines kollektiven BackOffice günstigere Lösungen anbieten. In solchen Fällen haben wir bereits Banken gesehen, die auf das Grundgeschäft verzichtet haben, weil der attraktive Währungswechsel verloren ging.

Ausfallrisiko

Während bei Geschäftskunden das Ausfallrisiko bedingt durch die Struktur des Kunden kleiner ist, ist es bei Privatkunden höher. Aus diesem Grund empfehlen sich bei Privatkunden Vorauszahlungen, sofern das Geschäftsmodell dies zulässt. Eine weitere attraktive Möglichkeit sind Barzahlungsrabatte, welche das Ausfallrisiko ebenfalls reduzieren.

Defizit der Zoll- und Mehrwertsteuerabrechnung

In diesem Kontext ist es wichtig zu nennen, dass die richtigen Belege verwendet werden, damit die bei der Einfuhr bezahlte Mehrwertsteuer nachgewiesen werden kann. Weitere Informationen entnehmen sie unserem Beitrag zum Thema Zoll-und Mehrwertsteuer.

Abrechnung der Geschäftsvorgänge

Oftmals verzögert sich die Schlussabrechnung, weil gewisse Projektkosten und Kundenkosten erst später ans Licht kommen. Hier müssen organisatorische und kalkulatorische Massnahmen getroffen werden, die geeignet sind, den Prozess der Fakturierung nicht zu verzögern. Grosse Verzögerungen führen zur Verschleppung der Rechnungsstellung und damit zu einer erhöhten Einbusse der Liquidität. Weiter ist auch möglich, dass zurückgehaltene Rechnungen beim Kunden auf Unverständnis stossen und die Zahlungsbereitschaft des Kunden so abnimmt.

Beobachtung der nicht liquiditätswirksamen Geschäftsvorfälle

Debitoren und Kreditoren haben die grösste Auswirkung auf die Liquidität, während zahlreiche Vorgänge in der Liquidität gar nicht erfasst werden. Aus diesem Grund ist eine laufende Buchführung unerlässlich, um zu einem regelmässigen und transparenten Ergebnis zu kommen. Je nach Grösse des Unternehmens kann dies täglich, wöchentlich, monatlich oder quartalsmässig erfolgen. Auch im Bereich von Kleinunternehmen ist die quartalsmässige Beurteilung unerlässlich.

Die hier aufgeführten Punkte wurden in einer persönlichen Auswahl getroffen. Je nach Unternehmen und je nach Branche sind diese anzupassen. Den Anstoss zu diesem Bericht gab uns eine Übersichtstabelle des Verbands SPEDLOGSWISS. Wir danken an dieser Stelle für die Zurverfügungstellung des Materials.

 

Quelle: artax Fide Consult – www.artax.ch
Titelbild: Rawpixel.com – shutterstock.com

Über Dr. iur. Bernhard Madörin

Seit 2000 ist Dr. iur. Madörin Partner und langjähriges Mitglied des Verwaltungsrates der artax Fide Consult AG. Neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer hat er als Steuer- und Treuhandexperte die Gesamtverantwortung für die Bereiche Steuern, Recht und Unternehmungsberatung inne und kann heute auf rund 30 Jahre Berufserfahrung als Treuhänder und selbständiger Unternehmer zurückblicken.


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