Migros Bank unternimmt anlagepolitischen Ausblick

18.01.2018 |  Von  |  Finanzen, News
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Migros Bank unternimmt anlagepolitischen Ausblick
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Die Migros Bank geht davon aus, dass sich der Aufschwung der Weltwirtschaft fortsetzt.

Um der bevorstehenden Veränderung des geldpolitischen Umfelds Rechnung zu tragen, setzt sie jedoch klare taktische Akzente: Die Migros Bank ist in Franken-Obligationen stark unter-gewichtet und empfiehlt Gold zur Diversifikation.

Der Aufschwung der Weltwirtschaft setzt sich fort. In der Eurozone notieren viele Stimmungs-barometer auf historischen Höchstständen, die US-Wirtschaft hat zu alter Stärke zurückgefunden, und die Schwellenländer profitieren von anziehenden Rohstoffpreisen. An diesem globalen Gesamtbild wird sich 2018 nichts Wesentliches ändern. Die Migros Bank erwartet deshalb auch für das laufende Jahr positive Gesamterträge an den Aktienmärkten. Allerdings dürften diese im langjährigen Vergleich unterdurchschnittlich ausfallen – mit nur mehr 3,5 bis 5 Prozent inklusive Dividendenausschüttungen.

Die Volatilität kehrt an die Finanzmärkte zurück

„Ganz so ruhig wie im vergangenen Jahr dürfte es an den Finanzmärkten nicht bleiben“, prognostiziert Christoph Sax, Chefökonom der Migros Bank. „Die Volatilität an den Aktienmärkten wird zunehmen, und die Obligationen-Renditen werden bei den langen Laufzeiten steigen.“ Grund dafür ist die absehbare Veränderung des geldpolitischen Umfelds.

Zehn Jahre ultra-lockere Geldpolitik haben unübersehbare Spuren hinterlassen. Das Zinsniveau wird nach wie vor künstlich tief gehalten, das Bankensystem weist eine hohe Überschussliquidität auf, und Vermögenswerte haben sich stark verteuert. Die Notenbanken werden sich jedoch schrittweise von der quantitativen Lockerung verabschieden. „Dies hat zur Folge, dass die Knappheit an festverzinslichen Anlagen nachlassen wird“, sagt Chefökonom Christoph Sax. Am meisten Aufwärtspotenzial bei den langfristigen Zinsen sieht die Migros Bank in den USA: Die Neuverschuldung wird – nicht zuletzt aufgrund der Steuerreform – in den kommenden Jahren markant zunehmen. Gleichzeitig wird die US-Notenbank ihre Staatsanleihenbestände kontinuierlich reduzieren.

Mit einem allzu starken globalen Anstieg der Zinsen rechnet die Migros Bank indessen nicht. So dürfte sich die Franken-Zinskurve bis Ende 2019 nur um 0,5 bis 0,75 Prozentpunkte noch oben verschieben. „Einerseits nämlich wird das Finanzsystem trotz Leitzinserhöhungen und Bilanzabbau der US-Notenbank noch immer üppig mit Liquidität versorgt, andererseits bleibt der Inflationsdruck moderat“, so Christoph Sax. Die Migros Bank rechnet zwar mit steigenden Inflationsraten, ein starkes Überschiessen der Zielwerte der Notenbanken erwartet sie hingegen nicht. Aufgrund der Veränderungen der Demografie und des Sparverhaltens liegt das Gleichgewichtsniveau der Zinsen heute deutlich tiefer als vor der Finanzkrise.

Inflation und China als Risikofaktoren

Die grössten Risiken für das geschilderte Szenario ortet die Migros Bank bei der Teuerung. Steigt die Inflation unerwartet stark, so kommt es an den Obligationenmärkten zu erheblichen Kursverlusten und überdies zu einer Verschlechterung der Konjunkturaussichten. Die Staatsverschuldung hat vielerorts stark zugenommen. Kapitalabflüsse und steigende Finanzierungskosten könnten v.a. in Schwellenländern dazu führen, dass Sparmassnahmen umgesetzt werden müssten. Als weiteres Risiko sieht die Migros Bank u.a. die Kreditblase in China. Sollte diese platzen, würde dies die globalen Konjunkturaussichten ebenfalls belasten.

Mehr Liquidität und Immobilien statt Franken-Obligationen

In diesem Umfeld setzt die Migros Bank klare taktische Akzente. Sie hält deutlich weniger Franken-Obligationen als der Vergleichsindex und stattdessen mehr Liquidität und eine höhere Immobilienquote. Bei Vermögensverwaltungsmandaten mit Direktanlagen beträgt der Anteil der Franken-Obligationen bei der Strategie „Ausgewogen“ beispielsweise unter 2 Prozent, während die Liquidität 16,5 Prozent und Immobilienanlagen 12,5 Prozent ausmachen. Währungsseitig legt die Migros Bank ein stärkeres Gewicht auf den Euro als auf den Dollar. Aufgrund des erhöhten Rückschlagrisikos hat sie zudem eine Goldposition aufgebaut (2,5 Prozent im Risikoprofil „Ausgewogen“).

 

Quelle: Migros Bank
Artikelbild: Symbolbild © Kanok Sulaiman – shutterstock.com

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