KMU als zentraler Wirtschaftssektor in der Schweizer Wirtschaft

03.12.2014 |  Von  |  Organisation
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KMU als zentraler Wirtschaftssektor in der Schweizer Wirtschaft
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Kleine und mittlere Unternehmen, sogenannte KMU, sind ein zentraler Wirtschaftssektor in der Schweizer Wirtschaft. Sie stellen die überwältigende Mehrheit der Unternehmen in der Schweiz und deshalb auch zwei Drittel der Arbeitsplätze. Von der Bäckerei über Maschinenhersteller bis zu Start-ups bereichern sie das Land mit unternehmerischer Kreativität und tragen massgeblich zum Wirtschaftswachstum und zum nationalen Wohlstand bei.

Kleine und mittlere Unternehmen in der Schweiz



Die Wirtschaft der Schweiz gilt als eine der stabilsten Volkswirtschaften weltweit, deren Erfolgsfaktor die Preisstabilität ist. Rund ein Fünftel der arbeitenden Bevölkerung ist in der Industrie und im Gewerbe beschäftigt, während nahezu zwei Drittel im Dienstleistungssektor tätig sind und damit in KMU, die nach Anzahl der Beschäftigten bemessen werden. Unabhängig von der jeweiligen Rechtsform und seiner Tätigkeit wird in der Schweiz jedes marktwirtschaftliche Unternehmen als KMU eingestuft, wenn dort maximal 249 Angestellte beschäftigt sind – ein Grenzwert, der auch in der Europäischen Union als Definitionsmerkmal für kleine und mittlere Unternehmen verwendet wird. Demzufolge ist die Bedeutung der KMU in der Schweiz sehr gross. Und so wundert es nicht, dass der Bund diesen Unternehmen besondere Beachtung schenkt.

Die Förderung von KMU in der Schweiz

Der Fokus der Schweizer Politik richtet sich auf die Optimierung der wirtschaftlichen Bedingungen für kleine und mittlere Unternehmen, die eine besondere Förderung in der Schweiz erfahren. Dies geschieht beispielsweise durch die staatliche Förderung von Innovationen, durch eine Verbesserung der Unternehmensfinanzierung sowie des Marktzugangs. Ebenso werden in der Schweiz die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen optimiert und auf diese Weise gefördert. Gleiches gilt für die administrative Entlastung, die den Unternehmen eine Konzentration auf die Kerndisziplinen ermöglicht. Um diese Aktivitäten zu koordinieren und zu optimieren, gibt es das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO.

Die Aufgaben des SECO



Das SECO ist das Kompetenzzentrum des Bundes für alle Kernfragen der Wirtschaftspolitik und das Bindeglied des Bundes zu kleinen und mittleren Unternehmen. Als solches arbeitet es zugunsten der KMU´s mit zahlreichen Partnern zusammen, beispielsweise mit den vier Bürgschaftsgenossenschaften der Schweiz, mit der Aussenwirtschaftsförderung Switzerland Global Enterprise und mit der Schweizerischen Exportrisikoversicherung SERV. In Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI und mit verschiedenen Wirtschaftsverbänden werden die Rahmenbedingungen optimiert. Zu den Kooperationspartnern unter den Wirtschaftsverbänden gehören beispielsweise der Schweizerische Gewerbeverband, der Verband der Schweizer Unternehmen Economiesuisse und zahlreiche Branchenverbände.

Kleine und mittlere Unternehmen, sogenannte KMU, sind ein zentraler Wirtschaftssektor in der Schweizer Wirtschaft. (Bild: NicoElNino / Shutterstock.com)

Kleine und mittlere Unternehmen, sogenannte KMU, sind ein zentraler Wirtschaftssektor in der Schweizer Wirtschaft. (Bild: NicoElNino / Shutterstock.com)




Schweizer Wachstumspolitik – auf Nachhaltigkeit ausgerichtet

Um die Schweizer Wirtschaft anzukurbeln und auch um die grosse Zahl der KMU zu unterstützen, verfolgt die Schweiz eine gross angelegte Wachstumspolitik. Die auf dieses Ziel ausgerichteten Reformen bewirken eine Steigerung der Produktivität in Branchen, die auf Export ausgerichtet sind, und konzentrieren sich auch auf eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit im Inland. In neuester Zeit ist die Wachstumspolitik der Schweiz um ein Schwerpunktthema ergänzt worden. Vermehrt werden ökologische Aspekte einbezogen, die im Zusammenhang mit der Rohstoffversorgung, der Belastbarkeit der Umwelt mit Schadstoffen und hinsichtlich der Klimaveränderung eine wichtige Rolle spielen. Insoweit wird das bisher postulierte Wirtschaftswachstum dahingehend eingeschränkt, dass es der Begrenzung bestimmter natürlicher Ressourcen Rechnung trägt.



Auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Massnahmen

Die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wachstumspolitik der Schweiz wurde in konkrete Massnahmen gegossen und auf mehrere Handlungsfelder verteilt, was sich unter anderem auch auf die KMU auswirken wird.
Für kleine und mittlere Unternehmen relevant ist die Verbesserung des Zugangs zu aussereuropäischen Märkten, was insbesondere durch den Abschluss zusätzlicher Freihandelsabkommen erreicht werden soll. Der wichtigste Handelspartner der Schweiz ist Europa. Auch hier soll der Zugang Schweizer Unternehmen zu einigen spezifischen Branchen intensiviert werden. Das betrifft auch den Energiesektor und hier insbesondere die Gewinnung von Elektrizität. Durch Verhandlungen mit dem europäischen Ausland möchte die Schweiz eine bessere Einbindung des Landes in den grenzüberschreitenden Stromhandel sicherstellen. Die auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Massnahmen unterstützen die Energiewende der Schweiz, die auch durch eine ökologische Steuerpolitik intensiviert wird. Um insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen finanziell zu entlasten, planen der Bund und die Kantone weitere Reformen im Bereich der Unternehmensbesteuerung. Die niedrige Arbeitslosenquote und die hohe Erwerbsbeteiligung sind entscheidende Gründe für den Wohlstand in der Schweiz. Doch auch die Schweiz ist von den Auswirkungen demografischer Veränderungen betroffen. Um das drohende Ungleichgewicht zuungunsten der arbeitenden Bevölkerung auszubalancieren, achtet der Bund insbesondere auf die Integration älterer Arbeitnehmer und ergreift Massnahmen, die es insbesondere Frauen ermöglicht, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren.

Die Wachstumspolitik zielt auch auf die Stärkung des Humankapitals ab. Dieser etwas menschenverachtend formulierte Terminus möchte zum Ausdruck bringen, dass weiterhin in Bildung und Ausbildung investiert wird, um die Beschäftigungsperspektiven langfristig positiv zu gestalten. Das beinhaltet vor allem weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung, um die Schweiz zu einem attraktiven und führenden Standort auch in diesem Bereich zu machen. Mit diesen Massnahmen trägt die Schweizer Regierung dazu bei, dass der Nachschub an qualifizierten Arbeitskräften, die vor allem von KMU benötigt werden, in Fluss bleibt. Dementsprechend werden auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für Schweizer Unternehmen weiter vereinfacht, um die Attraktivität der Schweiz als Wirtschaftsstandort weiter zu erhöhen. Insoweit werden auch Firmengründungen erleichtert und die Bedingungen für KMU verbessert. Dies betrifft auch Entlastungen im Bereich der Administration und die Schaffung von Rahmenbedingungen, die die unternehmerische Entwicklung in der Schweiz begünstigen und in den Erfolg führen.




 

Oberstes Bild: © Gyorgy Barna – Shutterstock.com


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