Apple: Frontalangriff auf Swatch und Co.

10.09.2014 |  Von  |  News
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Apple: Frontalangriff auf Swatch und Co.
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Es erinnert irgendwie an ein Kriegsszenario. Martialischen Ankündigungen folgen aggressiven Drohungen. Nein, es geht nicht um Russland und die Ukraine. Auch nicht um Israel und die Palästinenser. Und erst recht nicht um die IS-Terroristen. Es geht – schlicht und ergreifend – um Apple und die Schweizer Uhrenindustrie. Aber auch hier ist richtig Feuer unter dem Dach. Schenkt man den Worten von Apples Design-Guru Jonathan Ive Gehör und auch noch Glauben, steht der Schweiz ein Frontalangriff bevor.

Ein Frontalangriff, der mit einer Wunderwaffe namens iWatch die gesamte eidgenössische Uhrenbranche regelrecht ins Mark treffen soll. Ive ist jedenfalls von seiner Wunderwaffe überzeugt. „Die Schweiz ist in grossen Schwierigkeiten“, meldete sich der Design-Chef unlängst zu Wort. Dabei scheint es so, als wäre gerade der weltgrösste Uhrenhersteller das Ziel des kalifornischen Mega-Konzerns. Also: iWatch gegen Swatch.



Will Apple dem weltgrössten Uhrenhersteller Swatch Marktanteile streitig machen? 

Sowohl Insider als auch externe Experten sind sich nahezu einig, dass Apple bald seine iWatch der Weltöffentlichkeit präsentiert. Es würde zeitlich auf jeden Fall passen. Schliesslich hat der Konzern mit dem berühmten Apfellogo bereits angekündigt, dass im September oder im Oktober das neue iPhone 6 vorgestellt werden soll. Apple-Fans auf der ganzen Welt fiebern diesem Ereignis regelrecht entgegen. Wie eigentlich immer, wenn eine Neuheit aus dem kalifornischen Haus Apple vor der Markteinführung steht. Die einschlägige Szene hofft jetzt nicht nur, sondern rechnet sogar damit, dass im Zuge der Präsentation der neuen iPhone-Modelle auch der Vorhang für die bereits jetzt sagenumwobene iWatch hochgezogen wird. Auch die tatsächliche Bezeichnung der Uhr ist bereits durchgesickert: Sie soll auf den Namen iTime hören.

Auch wenn es sich hierbei um eine intelligente Uhr handeln soll, ist die Frage doch erlaubt, welche Fähigkeiten Apples Uhr besitzen soll, dass sie die kampferprobte Schweizer Uhrenindustrie ins Schwitzen bringen soll. Klar ist, sie muss über eine Software bzw. Bluetooth-Funktion verfügen, die auch stets die neuesten Updates installieren kann. Jonathan Ive ist sich jedenfalls seiner Sache scheinbar sicher. Sonst hätte er kaum in einem Ende August in der New York Times erschienenen Artikel die Schweizer gewarnt, dass sie als Uhrennation bald in eine gefährliche Zwickmühle geraten würden.

Zudem bestätigten weitere Aussagen von ihm genau das, was Experten schon seit geraumer Zeit vermuten. Die iWatch respektive iTime wird vor allem im Segment der Zeitmesser im unteren Preissegment wildern. Damit ist die Frage nach der Zielgruppe klar beantwortet. Daher gehen viele Szenekenner davon aus, dass die Apple-Uhr explizit dem Hersteller Swatch einen nicht zu unterschätzenden Anteil vom Umsatz streitig machen wird.



Szenekenner erwarten von Jonathan Ive ein revolutionäres Design



Bei Apple selbst hüllt man sich zwar noch in Schweigen über etwaige Hauptkonkurrenten aus der Schweiz, gibt sich aber dennoch ungemein siegessicher. Allerdings spielt da weniger die Funktionalität der als intelligent angepriesenen Uhr eine entscheidende Rolle. Stattdessen scheint das Design im Mittelpunkt zu stehen. Dies würde auch dazu passen, dass eben der Design-Chef Jonathan Ive ständig auf Konfrontationskurs geht, während sich die anderen Verantwortlichen des kalifornischen Riesen eher zurückhaltend zeigen. Das Verhaltensmuster lässt jedenfalls den Schluss zu, dass Apple respektive Ive bereits ein originelles und ansprechendes Design in der Hinterhand haben. Nicht wenige Szenekenner vermuten, dass Apple hier auf tragbare Armbänder setzt, die den Markt von Grund auf revolutionieren sollen.



Ein innovatives und auch massentauglich ausgefallenes Design trauen jedenfalls nahezu alle Protagonisten Ive bzw. dem in Südkalifornien beheimateten Apple zu. Schliesslich hat der Design-Chef bereits dem iPhone, dem iPad, dem iPod und auch dem Mac zu einem zum jeweiligen Release-Zeitpunkt revolutionären Design verholfen. Das Ende ist bekannt: Alle diese Apple-Produkte mutierten zu reinen Kassenschlagern und begründeten nicht zuletzt die Euphorie, wenn ein neues Produkt aus dem Hause Apple angekündigt wird. Verfügt die iWatch tatsächlich über ein sogenanntes intelligentes bzw. schlaues Armband mit integrierter Software, ist der Look in der Tat absolut entscheidend. Dies wird schon alleine dadurch deutlich, dass die im Moment auf dem Markt erhältlichen Uhren dieser Art gerade aufgrund ihres nicht stimmigen Designs enttäuschen.

Swatch zweifelt Erfolgspotenzial von intelligenten Uhren an. (Bild: Goran Bogicevic / Shutterstock.com)

Swatch zweifelt Erfolgspotenzial von intelligenten Uhren an. (Bild: Goran Bogicevic / Shutterstock.com)

Swatch zweifelt Erfolgspotenzial von intelligenten Uhren an

Derweil ist in der Schweiz noch längst keine Panik ausgebrochen. Das erste Scharmützel mit Apple um die Namensrechte wurde von Swatch eh schon geschlagen. Swatch-Chef Nick Hayek hat sogar vor geraumer Zeit betont, dass die iWatch und Apple an sich herzlich willkommen seien auf dem Markt. Gleichzeitig machte er aber deutlich, dass die intelligenten Uhren seiner Meinung nach nur wenig Erfolgspotenzial offenbaren. Diese Aussage ist allerdings wohl eher taktischer Natur, schliesslich hat Swatch ein eigenes Modell mit Bluetooth-Funktion herausgebracht. Und fast trotzig verweist er des Weiteren auf die Tatsache, dass eine Uhr letztendlich immer noch ein Schmuckstück sei.

Was seiner Meinung nach übrigens auch genau so vom Konsumenten gesehen wird. Ausserdem halte er es für nicht unbedingt konsumentenfreundlich, wenn die Uhr ständig per Kabel aufgeladen werden müsse. Ein weiterer entscheidender Grund für die Skepsis des Swatch-Chefs gegenüber einer intelligenten Uhr wie der iWatch beruht auf dem Verdacht, dass sich der jeweilige Nutzer im Grunde jedes Jahr eine neue iWatch zulegen muss. Beim Smartphone ist die Sachlage diesbezüglich ähnlich gelagert, da die stets per Update aktualisierte Software früher oder später eine ebenfalls aktualisierte Hardware benötigt.




 

Oberstes Bild: © IVY PHOTOS – Shutterstock.com


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