FireChat: Offline-Chat mit hoher Reichweite möglich

15.08.2014 |  Von  |  Neue Medien
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FireChat: Offline-Chat mit hoher Reichweite möglich
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Eine App ermöglicht über eine Art Smartphone-Kommunikationskette das Offline-Chatten mit hoher theoretischer Reichweite und löst damit enormen Andrang aus. Vor allem in Ballungsgebieten könnte diese Netzwerktechnik Potential besitzen – manche sprechen gar von einer Alternative zum Internet. Die Herstellerfirma möchte mit Ihrem Ansatz hingegen die Internetverbindung des Einzelnen optimieren, anstatt ein Konkurrenzgeschäft zu eröffnen.

Auch wenn der boomende Markt für Smartphones und Tablets die Verfügbarkeit von mobilem Internet stark vorangetrieben hat, gibt es Orte oder Momente, an denen kein Internet verfügbar ist. Das Entwicklerteam von Open Garden bietet für solche Fälle seit einigen Monaten eine App an, die das Offline-Chatten mit Personen in unmittelbarer Umgebung ermöglicht.



Wozu wurde FireChat konzipiert?

Open Garden hatte „vor allem an Situationen gedacht, bei denen viele Menschen zusammen kommen: etwa Konzerte, Sportveranstaltungen, im öffentlichen Nahverkehr“, heisst es auf iphone-ticker.de. Hat man sich in diesen Situationen aus den Augen verloren, ist ein kurzer Anruf gerade hier wegen schlechter Netzabdeckung (z.B. in der U-Bahn) oder Netzüberlastung (Grossveranstaltungen) nicht möglich. Mit FireChat kann man seine Freunde aber trotzdem erreichen.

Dazu nutzt die App eine Neuerung, die Apple auf seinen Geräten mit iOS 7 eingeführt hat, namens Multipeer Connectivity Framework. Dahinter verbirgt sich ein Programmiergerüst, auf das Entwickler zurückgreifen können, um über Bluetooth oder Wi-Fi eine Verbindung zu benachbarten iOS Geräten aufzubauen.

Open Garden hat diese Technologie so weiterentwickelt, dass der Verbindungsaufbau auch über eine Kette von zueinander benachbarten iOS-Geräten möglich ist. Auf diese Weise entsteht ein Chat-Netzwerk, dass mit jedem weiteren Nutzer an Reichweite gewinnt.



Vor allem in Ballungsgebieten interessant



Vor allem in Ballungsgebieten lässt sich berechtigterweise über eine ansehnliche theoretische Reichweite spekulieren. Wer mit seinen Freunden in der Stadt kommunizieren möchte, könnte mit einem ausgeprägten FireChat-Netzwerk sein mobiles Internetvolumen schonen.

Aber auch für ganz ernsthafte Situationen könnte der dezentrale offline-Ansatz das Mittel der Wahl sein: Wenn im Zuge von Naturkatastrophen oder militärischen Auseinandersetzungen die Internetkommunikation ausfällt, könnte ein dezentrales Kommunikationsnetzwerk die Organisationsfähigkeit eines ganzen Staates unterstützen.

Die Idee hinter FireChat: Auch ohne Netz verbunden sein.

Die Idee hinter FireChat: Auch ohne Netz verbunden sein. (FireChats iTunes Screenshot)

Wegweisendes Konzept in Sachen Anonymität

Da FireChat dezentral funktioniert und angeblich keine Verbindungsdaten aufgezeichnet werden zeigt das System auch beim Thema Datenschutz und Netzanonymität neue Wege auf. Manche sprechen bereits von einer neuen Form des Internets. Dies ist allerdings vermutlich etwas optimistisch. Würde tatsächlich ausschliesslich auf viele kurzreichweitige Sender als Netzwerkverbund gesetzt, könnten geografische Hindernisse wie Seen, Berge und Ozeane nicht überwunden werden.

Ein weiterer Beitrag zur Anonymität wird durch den Verzicht von Nutzerkonten geliefert, in denen persönliche Daten angegeben werden müssen. Bei so viel Schutz der Privatsphäre ist allerdings davon auszugehen, dass die Verbreitung von anzüglichen Inhalten auch über diesen Kanal betrieben wird.

Enormer Andrang

Die Veröffentlichung der App im Apple Appstore Mitte März löste einen gewissen Ansturm aus. Von mehr als 100.000 Downloads pro Tag berichtete das Technik-Nachrichtenportal Gigaom.com. Für kurze Zeit stand die App unter den Top Ten der Downloadcharts von mehr als 13 Ländern. Im April folgte aufgrund der gewaltigen Nachfrage FireChat für Android.

„Wir sind vom Erfolg beinahe überwältigt“, schrieb Micha Benoliel,  Mitgründer und CEO von Open Garden, in einer Email.

Über Open Garden

Das Team hinter FireChat besteht aus Experten: CEO Micha Benoliel arbeitete früher bei Skype und hatte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Wegbereitung von SkypeIn und SkypeOut in den Jahren 2004 und 2005. Das zweite von insgesamt vier massgeblichen Personen ist Taylor Ongaro. Er kommt ursprünglich aus der Technologieentwicklung bei IBM. Der Mathematiker und Internet-Entwicklungsleiter Stanislav Shalunov und Software-Entwickler Greg Hazel komplettieren das Team. Beide haben gemeinsam bei BitTorrent gearbeitet, der Firma hinter dem Datentransfer-Protokoll, das von Millionen Nutzern verwendet wird.

Der Fokus von Open Garden auf die Entwicklung eines Peer-to-Peer Netzwerks ist angesichts der Biografie dieser vier Schlüsselpersonen nicht überraschend. Allerdings ist FireChat sicher nicht das finale Produkt, sondern vielmehr ein Zwischenschritt auf dem Weg dahin. Die Vision des Unternehmens besteht in der Optimierung der Internetverbindung aller Mitglieder eines Peer-to-Peer Netzwerks.

Es wurde bereits eine App entwickelt, die automatisch die Internetverbindung eines Gerätes mit dem gesamten Netzwerkverbund teilt. Die Last soll möglichst gleichmässig auf alle dem Netzwerk verfügbaren Internetverbindungen verteilt werden. Wird eine kritische Menge an Verbindungen erreicht, kann der Einzelne im Verbund schneller surfen als alleine.

Weitere  App-Entwicklungen unternahm Open Garden für die Passwortverwaltung und die bessere Kontrolle des Stromverbrauchs mobiler Endgeräte.



 

Oberstes Bild: © JiSign – Fotolia.com



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