Akku leer? Diese Apps könnten Schuld haben

08.08.2014 |  Von  |  Apps, Neue Medien

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Die geringe Akkulaufzeit ist ein bisher ungelöstes Problem mobiler Endgeräte. Die Funktionsweise mancher Apps mindert durch regelmässige Hintergrundaktivitäten die Laufzeit noch weiter. In diesem Artikel stellen wir einige Apps hinsichtlich ihres Stromverbrauchs vor und beschreiben grundlegende Funktionsweisen, die für den Stromverbrauch relevant sind.

Auf Smartphones wird in der Geschäftswelt gerne zurückgegriffen. Das integrierte GPS-System leitet zum Geschäftstermin, die Kurzpräsentation wird vom Smartphone aus gehalten und am Ende kann die Visitenkarte schnell mit der Handykamera gescannt werden.

Durch den grossen Nutzen kommt aber auch ein fundamentales Problem der mobilen Endgeräte klar zum Vorschein: Die deutliche begrenzte Akkulaufzeit. Ist gerade keine Steckdose in der Nähe oder das Ladekabel wurde vergessen, liegen die Vorteile der Geräte auf Eis. Zur Zeit wartet die Industrie auf eine zufriedenstellende Lösung des Akkuproblems – die Problematik geht so tief, dass Chemiker, Physiker und auch Biologen hier Grundlagenforschung betreiben, die teilweise schon von StartUps genutzt wird.

Die Endverbraucher müssen aber nicht untätig bleiben, bis der grosse Durchbruch vermeldet wird, sondern können sich gezielt von überdurchschnittlich energieintensiven Apps trennen bzw. sie gegen sparsamere Versionen ersetzen. Der iOS- und Mac-Entwickler Sebastian Düvel hat für t3n einen Katalog zusammengestellt.

Was führt bei Apps zum Stromverbrauch?

In erster Linie geht es bei der Frage nach dem Stromverbrauch aus Smartphones um Apps, die im Hintergrund aktiv sind. Hierbei handelt es sich vor allem um Nachrichtenticker, Blogging-Apps oder Social Network Apps, die regelmässig bei bestimmten Servern nach neuen Inhalten fragen. Weitere Faktoren sind die Rechenintensität und Dauer der ausgeführten Prozesse.

Generell gibt es zwei Methoden, wie hintergrundaktive Apps funktionieren können. Im Bezug auf den Energiehaushalt, sollte man darauf achten, welche von beiden eine App verwendet. Sie kann entweder aktiv mit Ihrem Server (auf dem z.B. die neusten Nachrichten eingehen und verwaltet werden) kommunizieren und sozusagen regelmäßig fragen “gibt es etwas Neues” oder passiv darauf warten, bis der Server die App anspricht und mitteilt “es gibt etwas Neues”. Da die zweite Variante in der PC-Serverkommunikation weit verbreitet war, wurde Sie weitestgehend einfach für die mobilen Engeräte übernommen. Entwicklungsaufwand konnte so gespart werden, jedoch ist die aktive Kommunikation der App natürlich mit mehr Energieverbrauch beim Smartphone verbunden.


Ungewollte Hintergrundprozesse verbrauchen unnötig Akkuleistung. (Bild: Kigoo Images / pixelio.de)

Ungewollte Hintergrundprozesse verbrauchen unnötig Akkuleistung. (Bild: Kigoo Images / pixelio.de)


Push-Notification Service als Einsparoption

Eine stromsparende Option ist die Nutzung von Apples Push-Notification Service. Bei dieser Variante hat nicht jede App eine aktive Kommunikation zu ihrem eigenen Server, sondern der Server muss sich vielmehr an das System von Apple ankoppeln. Der Server übermittelt eine Nachricht zuerst an Apples Push-Notification Server, der die Nachricht dann an die entsprechende App ausliefert.

Twitter, Google+ und Facebook-Apps

“Die Google+-App verhält sich absolut vorbildlich und läuft nur, wenn sie aktiv im Vordergrund ist – sonst verwendet sie Push-Nachrichten. Auch Twitter läuft nicht im Hintergrund und bietet überhaupt keine Benachrichtigungen an”, lautet Düvels Fazit. Im Gegensatz dazu ist die Facebook-App sehr akkulastig. Düvel hat zeigen können, dass sie in regelmässigen Abständen im Hintergrund aktiv ist und CPU-Aktivität erzeugt. Ausschalten lässt sich dieses Verhalten in der App nicht. Die einzige Lösung ist das aktive Beenden in der Multitasking-Leiste (zwei mal Home-Button drücken, um die Multitasking-Leist zu öffnen).

VoIP-Apps verhalten sich nochmal etwas anders

Facebook gehört durch die integrierte Telefonfunktion auch zur Klasse der Voice Over IP Apps (VoIP-Apps). Die VoIP-Technologie wird gerne in der Geschäftswelt für Online-Besprechungen oder Webinars genutzt. Sie haben eine Telefonfunktion, sodass sie eine gewisse Erreichbarkeit sicherstellen müssen. Dazu teilt sie dem Betriebssystem des Smartphones mit, in welchem Intervall sie aufgeweckt werden soll, um im Hintergrund kurzzeitig aktiv zu sein. Sie gibt dann dem Server ein kurzes Signal, um die Verbindung aufrecht zu erhalten. Ausserdem beauftragt die App in dieser Zeit das Betriebssystem, die Verbindung zum Server auf eingehende Nachrichten zu überwachen. Auf diese Weise ist der Appnutzer auch erreichbar, wenn der Hintergrundprozess der App wieder beendet wird.

Neben diesen permanenten kleinen Aktivitäten kommt der rechenintensivere Verbindungsaufbau bei abgerissenem Empfang hinzu. Darüber hinaus werden VoIP-Apps automatisch bei Systemstart aktiviert, sodass sie meist vom Nutzer unbewusst aktiv sind.

Google-Hangouts und Skype

Als positive Beispiele unter den VoIP-Apps nennt Düvels Google-Hangouts. Diese App läuft nicht im Hintergrund, sondern funktioniert passiv über den Push-Notification-Service, um die Verbindung zum Server aufrecht zu erhalten. Skype ist ebenfalls im Hintergrund tätig, jedoch lässt sich dies über die App-Menüführung abschalten.

 

Oberstes Bild: © koya979 – Fotolia.com


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