Führungskräfte ticken anders

08.06.2014 |  Von  |  Organisation
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Führungskräfte ticken anders
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Irgendwie glauben wir alle, wir wüssten, wie wir denken. Zeitdruck führt zu besonders intensiver Denkweise, Langeweile macht Stress und Überforderung bringt alle Gedankengänge durcheinander. Weit gefehlt. Längst nicht jeder nutzt sein Gehirn nach dem gleichen Schema.

Schubladendenken ist verpönt, zeichnet aber besonders die sehr strukturierten Denker aus. Sie sind in der Lage, eine Menge bewusster und selbst unbewusster Denkvorgänge gewissermassen in Schubladen zu sortieren und von dort aus Punkt für Punkt abzuarbeiten. Ganz anders als gedacht ticken aber die erfolgreichen Entscheider.



Maschinen zeigen, was im Gehirn passiert

Dank der ständigen technologischen Weiterentwicklung gibt es mittlerweile auch bildgebende Verfahren, die in der Lage sind zu zeigen, was während bestimmter Entscheidungsprozesse im Gehirn passiert. Hier haben Forscher herausgefunden, dass Top-Manager doch anders denken, als wir das gemeinhin glauben.

Zwar steht dieses Gebiet der Hirnforschung noch ganz am Anfang der Entwicklung, lässt aber schon heute viele Möglichkeiten erahnen. So kann es durchaus bald schon möglich sein zu erkennen, was die Entscheidungsprozesse erfolgreicher Menschen von denen weniger erfolgreicher unterscheidet und welche Rückschlüsse daraus für die eigene Weiterentwicklung gezogen werden können. Es bleibt also spannend in der Hirnforschung – spannend vor allem in der Hinsicht, zu erkennen, was im Gehirn passiert.

Wie Führungskräfte denken



Gerade die erfolgreichen Führungskräfte zeigen signifikant andere Denkmuster als der Otto Normalverbraucher. Gemeinhin wird beispielsweise angenommen, dass die Entscheider gerade unter Zeitdruck besonders innovative und effiziente Entscheidungen treffen könnten. Wer diese Ansicht teilt, liegt total daneben. Zeitdruck und eng gesetzte Fristen sind besonders für kreative Entscheider echtes Gift. Kreativität verlangt nach Freiräumen, auch in der Entscheidung und erst recht bei der Setzung von Fristen. Sonst werden hier schnell auch kontraproduktive Entscheidungen getroffen.

Gerade die erfolgreichen Führungskräfte zeigen signifikant andere Denkmuster als der Otto Normalverbraucher. (Bild: Ollyy / Shutterstock.com)

Gerade die erfolgreichen Führungskräfte zeigen signifikant andere Denkmuster als der Otto Normalverbraucher. (Bild: Ollyy / Shutterstock.com)

Allgemein glauben wir auch, dass Führungskräfte ihre Entscheidungen besonders durch den Einsatz der für logisches Denken verantwortlichen Hirnbereiche träfen. Auch hier irrt der Mensch. Zwar ist während der wichtigen Entscheidungsprozesse auch dieser Hirnbereich aktiv, viel aktiver ist jedoch der Bereich, der für soziales und emotionales Denken steht. Das beweist, dass besonders in strategischen Entscheidungssituationen von erfolgreichen Führungskräften doch mehr auf das Gefühl geachtet wird als auf logische Entscheidungen. Genau an dieser Stelle wird auch klar, warum wir so manche Entscheidungen der Top-Manager zunächst nicht verstehen, dann aber doch über die Richtigkeit einer solchen Entscheidung erstaunt sind.

Ähnliche Ergebnisse zeigen sich in den bildgebenden Verfahren auch dann, wenn verglichen wird, inwiefern wir in der Lage sind, zwischen rein logisch-analytischem und emotional-sozialem Denken zu wechseln. Grundsätzlich ist das auch innerhalb eines einzigen Denkprozesses möglich, wird aber nur sehr selten eingesetzt. Erfolgreiche Führungskräfte zeigen sich hier deutlich flexibler als ihre gewöhnlichen Kollegen. Sie sind in der Lage, zwischen analytischem und gefühlsbetontem Denken hin- und herzuwechseln, und können auf dieser Basis Entscheidungen treffen, die in vielerlei Hinsicht besser sein können.

Analytisch oder gefühlsbetont

An dieser Stelle stellt sich die Frage, welche Denkweise nun eigentlich die bessere ist. Ist es nicht doch vielleicht die logisch-analytische Denkweise, die Fakten zusammenfasst, vergleicht und daraus klare Rückschlüsse zieht? Oder vielleicht doch die eher soziale und emotionale Art des Denkens, die in die Entscheidung auch Stimmungen und Gefühle einbezieht? So einfach lässt sich hier keine Antwort geben.



Generell gilt jedoch: Entscheidungen, die logische Aspekte mit sozialen Anteilen verbinden, sind meist effektiver und nachhaltiger in der Wirkung. So neigen beispielsweise bevorzugt logisch strukturierte Entscheider dazu, zur Kostensenkung einfach Mitarbeiter zu entlassen, Löhne zu kürzen oder freiwillige Sozialprogramme zu streichen. Soziale Denker verbinden diesen rein logischen Gedankengang mit Gefühlen. Sie können sehr gut erkennen, wie sich die rein logische, auf Fakten begründete Entscheidung auf die Stimmung und Motivationslage im Betrieb auswirkt, und treffen hier eventuell andere als rein logisch begründete Entscheidungen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass erfolgreiche Top-Manager nicht falsch, aber eben anders denken.



Dazu passt auch eine andere Wahrnehmung, die wir oftmals selbst nachvollziehen können. Kommen wir in einem Denkprozess nicht weiter, dann sind wir oft bestrebt, noch intensiver über ein Problem nachzudenken. Mit einer regelrechten Verbissenheit stürzen wir uns in die Problemlösung und kommen letztlich trotzdem nicht weiter.

Andere Denker agieren hier anders. Anstatt sich in einem Problem festzubeissen und letztlich notwendige Zeit zu verlieren, wird hier der logische Denkprozess in der Sackgasse abgebrochen und ein völlig anderer Lösungsweg gesucht. Es gilt also, nicht unbedingt intensiver, sondern oftmals einfach nur anders zu denken. Darin liegt auch das Geheimnis vieler erfolgreicher Entscheider in den unterschiedlichsten Bereichen.

Ein paar Fakten am Rande

In einem Moment kann unser Gehirn lediglich eine bewusste Berechnung durchführen. Im selben Moment können aber Milliarden unterbewusster Berechnungen ausgeführt werden.

An durchschnittlich 40 Stunden in der Arbeitswoche sollen Entscheidungsträger wichtige Arbeit im Unternehmen leisten. Tatsächlich sind es nur drei bis fünf Stunden in der Woche, in denen wirklich massgebliche Entscheidungen anstehen.

Nur 10 % der Arbeitnehmer und eben auch der Entscheider haben ihre besten Ideen während der Arbeitszeit. Fast 40 % entwickeln ihre besten Ideen zu Hause.

Jetzt haben auch Sie die Chance zu überprüfen, wo Sie sich hier einordnen und was für ein Denktyp Sie sind.



 

Oberstes Bild: © bikeriderlondon – Shutterstock.com



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Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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