Selbständig? Irgendwann ist Schluss!

29.03.2014 |  Von  |  Organisation, Selbstmanagement
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Selbständig? Irgendwann ist Schluss!
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Wenn Sie Ihren Wunsch nach einer Selbständigkeit im unternehmerischen Bereich erfolgreich umsetzen konnten, wissen Sie auch, dass irgendwann einmal Schluss ist. Möglichst nicht erst dann, wenn der Tod Sie vom eigenen Unternehmen scheidet. Während grössere inhabergeführte Unternehmen meist rechtzeitig für die Rechtsnachfolge sorgen, schliessen viele kleinere und vor allem Einzelunternehmen ihre Pforten dann, wenn der Inhaber es so will.

Vorausgesetzt, die Arbeit des Unternehmens war bis dahin erfolgreich. Kaum ein Unternehmer hat die Absicht, bis ans Ende seiner Tage zu arbeiten. Die Unternehmensgründung erfolgte meist mit dem Wunsch, über kurz oder lang ein Vermögen aufzubauen, dass den eigenen Unterhalt und den der Familie im Alter sichern kann. Gern auch mehr als nur das. Und so ist es nur logisch und nachvollziehbar, wenn sich viele Unternehmer frühzeitig mit dem Ende ihrer beruflichen Karriere befassen.



Den richtigen Zeitpunkt bestimmen

Die Frage nach dem Ende ist immer schwer zu beantworten. Tritt das Ende ein, wenn die erforderlichen Leistungen nicht mehr erbracht werden können? Wie viel Geld brauche ich für meinen Ruhestand? Kann ich das Unternehmen einfach so aufgeben? Was wird aus meinen Beschäftigten? Was mache ich dann mit meiner Zeit? Diese und viele andere Fragen treiben Unternehmer um und sorgen für Vorfreude und Unsicherheit gleichermassen. Wer den richtigen Zeitpunkt für das Ende der erfolgreichen unternehmerischen Selbständigkeit finden will, muss an Vieles denken.

Grundsätzlich kann eine Selbständigkeit auch bis zum Tod dauern. Allerdings sind die meisten Unternehmer darauf nicht fixiert. Irgendwie will jeder sein Leben noch geniessen und dann möglichst auch frei sein von unternehmerischen Verpflichtungen und den alltäglichen Strapazen. Deshalb ist es grundsätzlich gut wenn ein Zeitpunkt gewählt wird, an dem der ehemals Selbständige noch fit für die Träume seines eigenen Lebens ist. Wer solange am Unternehmen bastelt bis er letztlich als Tattergreis im Altenheim sitzt, tut sich selbst keinen Gefallen. Schöner ist es, wenn man die Zeit des Ruhestandes noch aktiv erleben kann und dann mehr oder weniger unbeschwert von den Früchten seiner Arbeit leben kann.

Bestimmen Sie nach Möglichkeit für Ihr Ausscheiden aus der Selbständigkeit schon frühzeitig einen Termin, auf den Sie hinarbeiten können. Dieser Termin kann je nach wirtschaftlichem Ergebnis oder anderen Gründen nach vorn oder auch nach hinten verlagert werden. Je klarer Ihre Vorstellung vom Ende der selbständigen Unternehmereigenschaft ist, desto sicherer können Sie darauf hinarbeiten und die richtigen Weichen stellen.



Das Unternehmen definitiv beenden

Haben Sie den selbst gewählten Zeitpunkt erreicht, sollten Sie Ihre unternehmerischen Aktivitäten definitiv beenden. Machen Sie sich selbst, Ihrer Familie, den Beschäftigten, Kunden und Partnern klar, wann Schluss ist. Eine Teilzeit in der Unternehmereigenschaft gibt es nicht. Entweder Sie sind Unternehmer oder sie sind es nicht mehr. Diese Klarheit ist nicht immer einfach zu verkraften, schafft aber Freiräume für ganz persönliche Entwicklungen. Schliessen Sie zum geeigneten Zeitpunkt vollständig mit dem Unternehmen ab und schaffen Sie sich andere Lebensinhalte. Letztlich haben Sie das auch verdient.





Unternehmensnachfolge-soo hee kim-Shutterstock.com

Wenn möglich Unternehmensnachfolge sichern. (Bild: soo hee kim / Shutterstock.com)




Wenn möglich Unternehmensnachfolge sichern

Ist Ihr Unternehmen so aufgebaut und strukturiert, dass es auch ohne Sie weiter Bestand haben kann, dann sichern Sie rechtzeitig die Unternehmensnachfolge. Damit profitieren Sie durch den Verkauf oder anderweitige Modelle auch weiterhin am wirtschaftlichen Ergebnis Ihrer Selbständigkeit.

Meist kommt bei Einzelunternehmen eine Geschäftsnachfolge nicht in Frage, da die Leistungen des Unternehmens fest mit Ihrer Person verknüpft waren. In manchen Fällen ist es aber auch möglich, das bestehende Unternehmen an Familienangehörige oder Freunde zu übertragen, die fachlich und persönlich dazu geeignet sind, die Geschäfte in der gewohnten Form weiterzuführen. Dann lebt Ihr Unternehmen bei Beachtung der gesetzlichen Vorgaben praktisch weiter, während Sie Ihren Ruhestand geniessen. Halten Sie sich aber auch dann von allen geschäftlichen Aktivitäten fern. Das Schicksal der Firma liegt jetzt in anderen Händen.

Verkaufen, was der Laden hergibt

Zum Ende Ihres Geschäftes sollten Sie alles Unternehmensinventar verkaufen, sofern sich dafür ein Ertrag erzielen lässt. Das gilt natürlich dann nicht, wenn das Unternehmen von anderen Personen weitergeführt wird. Soll der Betrieb vollständig aufgelöst werden, bringt Ihnen der Verkauf des Inventars und möglicherweise noch vorhandener Waren, Rohstoffe und Produkte noch ein erkleckliches Stückchen Geld in Ihre Pensionskasse. Auch betriebliche Grundstücke und Gebäude können Sie jetzt verkaufen. Damit definieren Sie letztlich auch das Ende der Unternehmung. Verkaufen Sie alles, was der Laden noch hergibt und packen Sie dieses Geld mit auf Ihr Ruhestandskonto.

Das Ende geniessen

Sicherlich ist der Abschied von der Selbständigkeit immer auch mit Wehmut verbunden. Immerhin haben Sie einen guten Teil Ihres Lebens ganz in das Unternehmen gesteckt. Jetzt wird es Zeit, die Früchte des Erfolges zu ernten. Deshalb ist es auch wichtig, mit dem Unternehmen definitiv Schluss zu machen. Im Leben gibt es noch viele andere Dinge, die Sie immer schon tun wollten und die Sie auch gut können.

Stürzen Sie sich auf Neues und Geliebtes und geniessen Sie Ihr jetzt freies Leben mit allen Sinnen. Jeder wehmütige Rückblick auf Ihre Unternehmereigenschaft ist verlorene Zeit, die Sie besser für sich und für Ihre Familie investieren können. Nach langer harter Arbeit am Erfolg sollten Sie diesen jetzt endlich auch geniessen. Sie haben es sich verdient! Denn irgendwann ist dann auch für immer Schluss.



 

Oberstes Bild: © venimo / Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus…die Berater.

Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.

Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt – die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.



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