Cloud Computing: Betriebe setzen zunehmend auf Outsourcing

28.03.2014 |  Von  |  Web
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Cloud Computing: Betriebe setzen zunehmend auf Outsourcing
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Unternehmen setzen zunehmend Cloud Computing als IT-Lösung ein. Eine aktuelle Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass innerhalb der nächsten Jahre knapp die Hälfte aller Schweizer Betriebe ihre IT in die Cloud auslagern wird. Einige Branchenkenner rechnen damit, dass das Cloud Computing bisherige IT-Strukturen in Gänze ablösen wird.

Der Deutsche Branchenverband Bitkom geht davon aus, dass die Wachstumsraten bei der Datenauslagerung in den nächsten Jahren bei mehr als 30 Prozent liegen werden. Eine hohe Kostenersparnis und eine hervorragende Flexibilität machen die Auslagerung von Daten in die „Wolke“ interessant. Dennoch birgt das Cloud Computing einige Sicherheitsrisiken.



Die Vorteile von Cloud Computing

Setzen Betriebe zunehmend auf Cloud Computing, können sie im Bereich der IT deutliche Einsparungen erzielen. Cloud-Nutzer können ihre Ressourcen am Bedarf orientieren und verbrauchsabhängig in Echtzeit nutzen. Die Investition in Server oder Anwendungsprogramme entfällt, administrative Tätigkeiten und Wartungskosten werden deutlich reduziert. Im Gegensatz zu klassischen IT-Lösungen müssen cloud-basierte Strukturen kaum gewartet werden und sind innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit.

Neue Prozesse können reibungslos implementiert werden. Klassische Aufgaben wie die Verfügbarkeit, die Sicherung, die Ausfallsicherheit und die Gewährleistung der Stromversorgung gehen auf den Cloudbetreiber über. Das Unternehmen muss lediglich die Systeme pflegen, die einen Zugriff auf die Cloud bieten. Durch die redundante Speicherung kann es nicht zu Schäden durch Hardware-Ausfälle kommen, die Daten sind jederzeit aktuell und verfügbar. Nicht nur über stationäre Arbeitsplätze – auch von mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones können Daten von überall aus abgerufen werden, das erhöht die Effizienz.

Die Sicherheit spielt beim Cloud Computing eine wesentliche Rolle. Unbefugte Dritte dürfen keinesfalls Zugriff auf sensible Firmendaten haben. Der Vertrag zwischen Anwender und Anbieter ist daher von entscheidender Bedeutung:



  • Der Cloud-Anbieter muss jederzeit einen korrekten Prozessablauf gewährleisten.
  • Dem Anwender sind auf Wunsch entsprechende Protokolle vorzulegen.
  • Die Datenschutzrichtlinien sind einzuhalten.
  • Eine Zertifizierung des Cloud Anbieters ist erforderlich.
  • Verschlüsselte Datenübertragung und Kommunikation muss gewährleistet sein.
  • Wie sieht es mit der Authentifizierung von Administratoren und Nutzern aus?
  • Eskalationsstufen müssen klar definiert sein.
  • Sichere Serverstandorte.
  • Rechtliche Vorschriften müssen eingehalten werden.

Bevor ein Unternehmen sich für einen Cloud-Dienst entscheidet, sollte es prüfen, welche Unternehmensprozesse konkret ausgelagert werden sollen. Wie können diese Prozesse in die bestehende IT-Struktur integriert werden? Ist die Lösung wirtschaftlich oder gibt es noch andere Möglichkeiten? Welche Sicherheitsanforderungen muss der Cloud-Anbieter erfüllen? Welche Compliance-Richtlinien des Unternehmens sind einzuhalten? Gibt es Risiken gegenüber Unterauftragnehmern, die in Betracht gezogen werden sollten? Wer im Unternehmen wird für die Überwachung des Cloud-Anbieters zuständig sein?

Am Anfang steht die Frage, welcher Cloud-Service benötigt wird. Unterschieden werden vier verschiedene Speichermöglichkeiten:

IaaS: Infrastructure as a Service

Dabei werden dem anwendenden Betrieb als Basis virtualisierte Server bereitgestellt, die Gestaltung der Umgebung, der Betrieb und die Installation übernimmt der Cloudanwender selbst.

PaaS: Platform as a Service



Dem Anwender wird eine Umgebung mit flexiblen und dynamischen Kapazitäten bereitgestellt. Anwender entwickeln eigene Software-Möglichkeiten oder lassen diese durch einen Dienstleister ausführen.

SaaS: Software as a Service

Der Cloudanbieter hat verschiedene Softwarelösungen im Programm, aus denen der Anwender wählt, man bezeichnet dieses Modell häufig auch als „Mietsoftware“.

Neben den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten unterscheiden sich die Datenwolken nach ihrer Organisationsform:

  • Private Cloud
  • Public Cloud
  • Hybrid Cloud
  • Community Cloud

Bei der Private Cloud handelt es sich um eine Umgebung, die vom Nutzer selbst betrieben wird, der Zugang ist nur für den Anwender und autorisierte Partner möglich, der Zugriff erfolgt über ein eigens eingerichtetes Intranet. Die Private Cloud kann eigens durch das Unternehmen betrieben werden oder an einen dritten Betreiber ausgelagert werden. Im Gegensatz dazu steht die Public Cloud, die durch einen IT-Dienstleister zur Verfügung gestellt wird. Cloud-Anwender greifen über das Internet auf ihre Daten zu.

Die Public Cloud eignet sich vor allem für standardisierte Prozesse, bei denen ein schneller und flexibler Zugriff erfolgen soll. Webmailer-Dienste sind ein Beispiel für Public Clouds. Eine Hybrid Cloud ist ein Mix aus beiden Angeboten. Bestimmte Anwendungen werden firmenintern über das Intranet ausgeführt, während andere Aufgaben über die Public Cloud verarbeitet werden. Betriebe, die auf die Mischform setzen, müssen eine klare Trennung zwischen den verschiedenen Datenzuordnungen treffen.



Community Clouds sind bestimmte Anwendungen, die nur einem bestimmten Nutzerkreis innerhalb des Unternehmens zugeordnet werden. Das kann beispielsweise der Zugriff auf ein bestimmtes Projekt für ausgewählte Mitarbeiter sein.

Datensicherheit-Kjpargeter-Shutterstock.com

Entscheidet sich ein Betrieb gegen die Auslagerung der IT in die Cloud, liegt es meistens an den Sicherheitsrisiken. (Bild: Kjpargeter / Shutterstock.com)

Nicht erst seit Bekanntwerden der NSA-Affäre haben die meisten Betriebe vor allem wegen der Datensicherheit Bedenken. Entscheidet sich ein Betrieb gegen die Auslagerung der IT in die Cloud, liegt es meistens an den Sicherheitsrisiken. Sicherheits- und Compliancerichtlinien zwingen viele Unternehmen dazu, sensible Daten im eigenen Rechenzentrum oder in einer eigenen IT-Umgebung zu speichern. In der Regel lagern Betriebe vor allem weniger kritische Segmente in die Cloud aus. Dennoch ist es ein realistisches Zukunftsszenario, dass Firmen in einigen Jahren ganz ohne eigene IT auskommen werden oder die firmeneigene IT gemeinsam mit dem Cloud Computing betreiben.

Ob sich das Cloud Computing für einen Betrieb lohnt, muss individuell im Einzelfall entschieden werden, eine pauschale Aussage kann hier nicht getroffen werden. Grundsätzlich empfehlen Experten vor allem mittelständischen Unternehmen die Auslagerung der IT-Umgebung in die Cloud.



 

Oberstes Bild: © mamagio / Shutterstock.com

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden – seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.


Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden – seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.



1 Kommentar


  1. Sehr guter Artikel, ein Phänomen was ich auch zunehmend beobachten kann, aber bei diesem technischen Aufwand auch durchaus nachvollziehbar.

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