Mentoren und ihre Mentees – ein Zukunftsmodell

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Mentoren und ihre Mentees – ein Zukunftsmodell
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„Er war mein Mentor“: So lässt einer, der es geschafft hat und bei einem Interview auf sein reich bebildertes Leben zurück blickt, gerne verlauten, um dem Publikum sodann den klingenden Namen seines Förderers preis zu geben.

So theatralisch sollte es nicht zugehen, wenn bei einer Karriereförderung im Jahre 2014 vom Mentoring die Rede ist. Einige Abgrenzungen sind allerdings zu treffen, um die wirkliche Rolle und den Wert der Mentoren für ihre Mentees in unserer modernen Leistungsgesellschaft herauszuarbeiten.



Mentoring kennt einen Ehrenkodex

Ein Ölscheich, der einem „normalen Erdenbürger“ für eine kleine Gefälligkeit überproportional viele Petro-Dollars schenkt, ist kein Mentor. Er ist ein Gönner. Der einflussreiche Freund des Vaters, der sich des Sohns oder der Tochter seines Kumpels in aufopfernder Weise und oft ohne Kenntnisse ihrer Talente annimmt, ist in der Regel auch kein Mentor. Diese in gehobenen Gesellschaftsschichten häufige Form der Unterstützung lässt sich eher in der Schublade „Vitamin B“ oder „Karriere-Management by Connections“ unterbringen.

Was bleibt? Es bleibt das ehrliche, redliche Mentoring, wie es in der Regel mit Bezug auf klar definierte Lebensfelder stattfindet. In europäischen Industriegesellschaften hat es ein von Land zu Land changierendes Kolorit. Es lässt sich allerdings generalisieren, dass die ein Mentoring bestimmenden Faktoren von Begabungen und hoher Leistungsbereitschaft auf beiden Seiten bestimmt sind.

One-to-One Mentoring als zielgerichtetes Karriere-Sprungbrett



Nachdem diese Abgrenzungen getroffen sind, nähern wir uns dem Kern der Sache, nämlich dem Mentoring in seinem modernen, heutigen Verständnis. Zwei Mentoren-Verfahrenswege haben sich in friedlicher Koexistenz als Sprungbretter in eine Business-Karriere etabliert. Ein Verfahren rankt sich um das Team-Mentoring, das zweite um die Einzelperson. Im Fokus unserer Betrachtung befindet sich zunächst das sogenannte „One-to-One-Mentoring“.

In dieser Rollenverteilung unterstützt eine erfahrene Person, der Mentor, einen weniger erfahrenen, oft jüngeren Menschen, den Mentee, darin, sich auf wichtige berufliche Ziele auszurichten. Im Fokus ist dabei stets die Hilfe bei der Karriereentwicklung. Zu diesem Prozess, der häufig auf konkrete Unternehmen ausgerichtet ist, zählt nicht zuletzt die Einführung des Mentee in berufliche Netzwerke. Diese im beruflichen Leben oft mühsam zu beschreitende und von manchem Misserfolg gepflasterte Strasse wird mit Hilfe des Mentors leichter und zügiger passierbar.

Aufgrund seiner beruflichen Lebenserfahrung gestaltet sich der Business-Zugang für den Mentee – hier sind beide Geschlechter angesprochen – weit zielgerichteter und professioneller. Beim modernen Mentoring ist die einst fast zwanghafte Verteilung des Rollenspiels „Schulmeister und Schüler“ wirklich passé. Der Austausch ist dem partnerschaftlichen Dialog gewichen, wobei der Zielfokus die Zusammenkünfte und deren Inhalte bestimmt.





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Im Gegensatz zum One-to-One-Mentoring bietet das alternative Team Mentoring als erweiterter Erfahrungsraum den „Team Approach“. (Bild: Gazlast /Shutterstock.com)

Mentoring im Team – häufig mit Coaching-Einlagen

Im Gegensatz zum One-to-One-Mentoring bietet das alternative Team Mentoring als erweiterter Erfahrungsraum den „Team Approach“. Dies bedeutet im besten Falle, dass sich mehrere Entwicklungsprozesse in einem verzahnten Modus ergänzen. Im Gespräch und mittels Vorbildfunktion werden Wissen und Kenntnisse von einer oder mehreren erfahrenen Personen auf einen Kreis weniger erfahrener Personen übertragen. Parallel wird das erwünschte Zusatz-Mentoring zwischen Kolleginnen und Kollegen angestossen. Es äussert sich in Form einer kollegialen Lern-Partnerschaft.

Team-Mentoring ist der ideale Rahmen für ergänzendes Coaching. Die Anwendung von professionellen Techniken und erprobten Methoden unter Anleitung eines Coaches unterstützt die Mentees durch Workshops und Rollenspiele mit Praxis- und Branchenbezug. So lernen diese, all das zu verbessern, was sie bisher behindert und jene Fähigkeiten zu fördern, die für die Erreichung der Ziele wichtig sind.

Wo finden Sie den passenden Mentor?



Zweifelsohne ist Mentoring ein effizientes Mittel für die situationsgerechte und zielgerichtete Weiterentwicklung von Damen und Herren, die den Willen mitbringen, ihren Erfahrungshorizont, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse zu erweitern. Von immenser Bedeutung ist der Startpunkt fürs Mentoring. Er wird dort festgelegt, wo sich die eigenen Ressourcen des Mentee ansiedeln. Übrigens: One-to-One-Mentoring schliesst ein begleitendes oder zusätzliches Team-Mentoring nicht aus. Vielmehr können beide Massnahmen in Summe den Prozess positiv beeinflussen.

Da Mentoring einen auf definierte Lebensfelder ausgerichteten Weg beschreitet, sind die Formen entsprechend vielfältig. Die folgenden Ausführungen sind Beispiele aus dem breiten, nationalen und internationalen Angebot.

  • Der universitäre Ansatz am Beispiel der Hochschule St. Gallen: „HSG Alumni“ versteht sich als lebenslanger Karriere-Begleiter. Man versteht sich als Anlaufstelle zu Karrierethemen, unterstützt in der Bewerbungsphase und bei der Neuorientierung, bis hin zur Besetzung einer neuen Stelle. Ein Mentoring-Programm mit schweizerischem Fachhochschul-Bezug bietet die Fachhochschule Nordwestschweiz.
  • EU-/EWR-Förderungen auf internationalem Level: Attraktive, aus Brüsseler EU-Mitteln grosszügig finanzierte Mentoring-Möglichkeiten ranken sich um das Internationale Forschungsabkommen „Horizon“ und das Studenten-Austauschprogramm „Erasmus“, an dem bislang auch die Schweiz partizipiert.
  • Art & Music Mentor Foundation: Rund um bildende Kunst rankt sich das Angebot der Art Mentor Foundation Lucerne.
  • Mentoring für die Zeit nach dem Leistungssport: Hier legte 2013 Deutschland vor: „Mit der Initiative „Sprungbrett Zukunft“ möchte die Deutsche Sporthilfe die langfristige Ausweitung der Athletenförderung gewährleisten und die berufliche Situation der Athleten nach der sportlichen Karriere besser absichern.“

Als Fazit lässt sich konstatieren: Mentoring ist eine faszinierende Möglichkeit, junge Männer und Frauen für anspruchsvolle Business-Aufgaben vorzubereiten. An die Adresse von Berufenen, die fühlen, dass in ihnen ein Mentoren-Herz schlägt: In Rottenburg/D hat sich ein Institut etabliert, das hoch qualifiziertes Mentoren-Training anbietet. Für 1.450 Euro/1.189 SFr werden dort erfahrene Fach- und Führungskräfte in kleinen Gruppen für ihre künftige Mentoren-Tätigkeit fit gemacht.



 

Oberstes Bild: © Monkik – Shutterstock.com


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