Nationalbank-Präsident verteidigt geldpolitischen Kurs

25.11.2015 |  Von  |  Finanzen
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Nationalbank-Präsident verteidigt geldpolitischen Kurs
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Die Schweizer Wirtschaft werde es schaffen, sich an die Währungsaufwertung und den intensiveren Wettbewerb mit dem Ausland anzupassen. Dies sagte Thomas Jordan gegenüber der „Handelszeitung“. Laut dem Präsidenten der Nationalbank sollten Innovation und Effizienzgewinne den Firmen dabei helfen.

„Jeder einzelne Arbeitsplatz, der verloren geht, ist für die Betroffenen äusserst schmerzhaft“, so Jordan, „doch der Strukturwandel ist für die Schweiz nichts Neues.“

Der SNB-Präsident reagiert damit auf die zunehmende Kritik am Kurs der Nationalbank. Diese hatte im Januar die Untergrenze von 1,20 Franken pro Euro aufgehoben. Seither bewegte sich der Euro-Kurs zwischen 1,05 und 1,10 Franken, am Mittwochmorgen notierte der Euro bei 1,0830 Franken.

Der Franken sei damit zu stark, monierte zuletzt etwa der Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, Serge Gaillard. Der emeritierte HSG-Professor Franz Jäger forderte, die SNB müsse den Euro auf 1,15 Franken schwächen.

Laut Thomas Jordan kommt eine neue Mindestgrenze für die SNB aber vorerst nicht infrage. „Unsere Geldpolitik ist klar“, sagt er. „Sie basiert auf zwei Säulen: Den Negativzinsen und der Bereitschaft, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren.“ Laut Jordan sollen diese Massnahmen insgesamt den Druck auf den Franken mindern.

Am Devisenmarkt sei die Nationalbank primär „stabilisierend“ aktiv. Bei Bedarf sei die SNB allerdings auch bereit, ihre Bilanz einzusetzen. Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach die Nationalbank maximal noch eine Feuerkraft von knapp 200 Milliarden Franken habe, entgegnet Jordan: „Es gibt keine solche Limite.“

Laut dem Notenbanker ist es wichtig, in wirtschaftlich schwierigen Situationen ruhiges Blut zu bewahren. „Man darf sich nicht von einzelnen Meinungen beeinflussen lassen, nur weil diese in den Medien immer wieder geäussert werden“, sagt Jordan. Die SNB müsse die Geldpolitik im Gesamtinteresse des Landes führen, ohne Partikularinteressen zu berücksichtigen.



Die Schweizerische Nationalbank wird am 10. Dezember das nächste Mal ausführlich über ihre Politik informieren. Die Medienkonferenz wird mit Spannung erwartet. Beobachter gehen davon aus, dass der Franken zu dieser Zeit unter Druck stehen könnte, weil die Europäische Zentralbank eine Woche zuvor, am 3. Dezember, eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik bekannt geben könnte.

 

Artikel von: Handelszeitung
Artikelbild: © wavebreakmedia – shutterstock.com


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