KFZ-Jobs (Teil 2): Automobil-Mechatroniker haben die Technik voll im Griff

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KFZ-Jobs (Teil 2): Automobil-Mechatroniker haben die Technik voll im Griff
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Wer sich für Autos oder Nutzfahrzeuge und die darin eingesetzte Technik interessiert, bringt die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung zum Automobil-Mechatroniker mit.

Die vierjährige Ausbildung bietet die Möglichkeit, sich intensiv mit moderner Automobiltechnik und elektronisch gesteuerten Komponenten im Fahrzeug zu beschäftigen und notwendiges Wissen und Erfahrung in Theorie und Praxis zu erwerben.

Dabei handelt es sich bei dem neuen Berufsbild des Automobil-Mechatronikers um eine Erweiterung des früheren Lehrberufes Automechanikers und ist wie dieser eine typische Männerdomäne: nur wenige junge Frauen wählen diesen technisch geprägten Beruf, der sich nicht mehr nur mit der reinen Mechanik von Motor, Antrieb und Fahrwerk beschäftigt, sondern auch der Tatsache Rechnung trägt, dass Elektronik und elektronisch gesteuerte Komponenten das Fahren sicherer und komfortabler machen.


Das Berufsbild des Automobil-Mechatronikers ist eine Erweiterung des früheren Lehrberufes Automechaniker. (Bild: © Monkey-Business-Images - shutterstock.com)

Das Berufsbild des Automobil-Mechatronikers ist eine Erweiterung des früheren Lehrberufes Automechaniker. (Bild: © Monkey-Business-Images – shutterstock.com)


Voraussetzungen für den Beruf

Wer sich zum Automobil-Mechatroniker ausbilden lassen möchte, muss zunächst die Volksschule, in der Regel mit der obersten Schulstufe, abgeschlossen haben und einen Eignungstest bei der AGVS bestehen.

Im Rahmen dieses Tests zu den technischen Grundbildungen, der bei einer der lokalen AGVS-Sektionen unter Aufsicht durchgeführt wird und im Mittel etwa vier Stunden dauert, werden Aufgaben und Fragen aus den Bereichen Mathematik (33 % Gewichtung), Sprache (20 % Gewichtung) und Technik (47 % Gewichtung) gestellt, die mündlich oder schriftlich beantwortet werden müssen. Infos über Testort und Termine der AGVS sind online abzurufen.

Bewerber auf einen Ausbildungsplatz sollten neben einer hohen Motivation auch über handwerkliches Geschick verfügen, da im Beruf viel praktische Arbeit zu leisten ist. Auch vernetztes Denken und ein ausgeprägtes technisches Verständnis sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere als Automobil-Mechatroniker. Ebenso geschätzt wie erforderlich sind Eigenschaften wie die Fähigkeit, sich schnell in neue Aufgaben einzuarbeiten, Ausdauer und Zuverlässigkeit sowie selbständiges Arbeiten.


Für die Ausbildung zum Automechatroniker braucht es handwerkliches Geschick und technisches Verständnis. (Bild: © Lisa F. Young - shutterstock.com)

Für die Ausbildung zum Automechatroniker braucht es handwerkliches Geschick und technisches Verständnis. (Bild: © Lisa F. Young – shutterstock.com)


Aufbau der Ausbildung

Die Ausbildung zum Automobil-Mechatroniker basiert auf drei Säulen: der betrieblichen Ausbildung im Ausbildungsbetrieb, wo tägliche Routinen erlernt und praktische Erfahrungen erworben werden, die schulische Bildung in der Berufsfachschule sowie überbetriebliche Kurse, in denen berufliche Praxis und schulische Bildung ergänzt werden.

In der Berufsfachschule sind die Hauptfächer Lern- und Arbeitstechnik, Rechnen, Physik, Grundlagen der Elektrotechnik, Elektrik und Elektronik, Fahrwerk, Antrieb und Motor. Bei guten Leistungen können Auszubildende parallel ihre Berufsmatura erwerben und sich so für eine akademische Weiterbildung qualifizieren.

Die Berufsfachschule wird vom ersten bis zum dritten Ausbildungsjahr pro Woche für 1,5 Tage besucht, im vierten und letzten Ausbildungsjahr reduziert sich die Schulzeit auf einen Tag pro Woche. Die überbetrieblichen Kurse nehmen im ersten Ausbildungsjahr 16 Tage ein, in den Jahren 2-3 sind es mindestens 16 und höchstens 20 Tage und im finalen Ausbildungsjahr stehen noch einmal 12 Tage überbetriebliche Kurse auf dem Lehrplan.

Nach Beendigung des ersten Lehrjahres gilt es sich zu entscheiden, denn der Automobil-Mechatroniker wird in zwei unterschiedlichen Schwerpunkten Fachrichtungen angeboten: Wer sich mehr für Personenwagen interessiert, kann sich in den folgenden Ausbildungsjahren auf diese Fahrzeuggruppe spezialisieren und hierzu auch die Führerprüfung ablegen – der ausbildende Betrieb übernimmt mindestens die Kosten von 15 Fahrstunden während der Ausbildung. Wen hingegen die Technik von Nutzfahrzeugen mehr anspricht, kann sich in dieser Fachrichtung spezialisieren und auch hierfür die Führerprüfung ablegen.

Wer die Ausbildung erfolgreich abschliesst, erhält dann das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis „Automobil-Mechatroniker/in EFZ“, das auch dazu befähigt, Angebote des AGVS oder von Berufsfachschulen zur beruflichen Weiterbildung zu nutzen. Damit lässt sich bei einigen Prüfungen die Grundbildung verkürzen, sofern eine entsprechende Berufspraxis nachgewiesen werden kann. Die Berufsprüfung kann dann in der jeweils anderen Fachrichtung bei diesen Prüfungen bereits nach einem Jahr absolviert werden:

Mit eidg. Fachausweis:

  • Automobildiagnostiker/in
  • Automobil-Verkaufsberater/in
  • Reifenfachmann/-frau
  • Kundendienstberater/in im Automobilgewerbe

Die verkürzte Grundbildung gilt auch bei der höheren Fachprüfung für den Dipl. Betriebswirt/in im Automobilgewerbe und die höhere Fachschule, beispielsweise für Dipl. Techniker/in HF Maschinenbau oder Dipl. Techniker/in HF Elektrotechnik. Ebenso möglich ist eine akademische Weiterbildung zum Bachelor of Science (FH) in Automobiltechnik.



Aufgaben und Tätigkeiten

Automobil-Mechatroniker führen je nach Fachrichtung bei Personenwagen oder Nutzfahrzeugen Systemprüfungen und einfache Diagnosearbeiten durch und übernehmen Wartungs- und Reparaturarbeiten in den Bereichen Motor, Fahrwerk, Antrieb und Elektronik. Sie besitzen durch ihre Ausbildung weitreichende Kenntnisse der Fahrzeugelektronik und sind in der Lage, solche Anlagen fachgerecht zu installieren, einzustellen, zu überprüfen und warten und zu reparieren. Ebenso sind sie verantwortlich für die fachkundige Reparatur von mechanischen Bauteilen zuständig.

Aufgrund der zunehmenden Komplexität nutzen Automobil-Mechatroniker bei ihrer Arbeit technische Dokumente, Schaltpläne und Schemata, die sie interpretieren und anwenden können. Wichtig ist dabei ein konzentriertes Arbeiten, denn bereits kleine Fehler oder Nachlässigkeiten können zu einem Unfall im Strassenverkehr führen. Unterstützt werden sie bei ihrer Arbeit durch computergestützte Mess- und Diagnosegeräte, mit denen sie Systemprüfungen und einfache Diagnosearbeiten durchführen und etwa die Funktion der verschiedenen Systemkomponenten überprüfen.

Auch der Ein- und Ausbau technischer Anlagen und Systeme gehört zum Berufsbild des Automobil-Mechatronikers, die auch fachgerecht zerlegt und neu montiert werden können. Beim Einbau von Neuteilen wird auch die elektronische und elektrische Installation berücksichtigt und realisiert. Das betrifft auch solche, die auf Kundenwunsch nachgerüstet werden, etwa Alarmanlagen, Navigationssysteme und zusätzliche Beleuchtung. Und nicht zuletzt beraten Automobil-Mechatroniker auch Kunden kompetent in allen Fragen rund um das eigene Fahrzeug und dessen technische Ausstattung.


Automechatroniker müssen mit technischen Dokumente und Schaltplänen umgehen müssen. (Bild: © wavebreakmedia - shutterstock.com)

Automechatroniker müssen mit technischen Dokumente und Schaltplänen umgehen müssen. (Bild: © wavebreakmedia – shutterstock.com)


Arbeitsorte, Arbeitszeit und Verdienst

Automobil-Mechatroniker sind in der Regel in einer Werkstatt für Personenwagen oder Nutzfahrzeuge angestellt. Aufgrund der besonders im Personenwagenbereich sehr ausgeprägten Marken- und Modellvielfalt spezialisieren sie sich meistens auf eine oder mehrere Marken. Die Arbeitszeiten sind zumeist auf eine 5-Tage-Woche begrenzt, Ausnahmen bilden Betriebe mit Pannenhilfe oder Pikettdiensten.

Das Einstiegsgehalt für einen qualifizierten Automobil-Mechatronikers liegt im Mittel bei etwa bei 4‘450 CHF, nach drei Berufsjahren steigt das Salär auf ca. 4‘750 CHF an. Das konkrete Einkommen hängt dabei immer von verschiedenen individuellen Faktoren ab, unter anderem von der eigenen Leistung, der finanziellen Kapazität des Unternehmens und der jeweiligen Auftrags- und Kundensituation.

 

Oberstes Bild: © wavebreakmedia – shutterstock.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.


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