Trojaner verstecken sich hinter witzigen Bildchen, flotten Sprüchen und Online-Rechnungen

13.03.2015 |  Von  |  Web
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Trojaner verstecken sich hinter witzigen Bildchen, flotten Sprüchen und Online-Rechnungen
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Jetzt hört der Spass aber langsam auf! Programmier und Vertreiber von Schadsoftware verwenden heutzutage scheinbar beinahe alles, was das Internet an Vorzügen aufzuweisen hat, für ihre kriminellen Machenschaften.

Fälschungen von Rechnungen und amtlichen Dokumenten werden mit Trojanern versehen, witzige Bilder und kesse Sprüche, die eigentlich den Morgen versüssen sollen, erweisen sich als Verbreiter von Schadprogrammen, und sogar so manches Spiel oder Video bringt am Computer oder Smartphone nicht nur Spass, sondern auch viele Probleme mit sich.

Ebenso besorgniserregend wie das verbrecherische Potenzial der Entwickler und Erstverbreiter ist hierbei die Leichtsinnigkeit vieler Computeranwender. Besonders problematisch sind in diesem Fall auch die Trojaner, die nach der Infizierung des eigenen PCs sogleich automatisch über die Kontaktlisten an weitere Nutzer versendet werden.

Der Erfindungsreichtum der Online-Kriminellen kennt keine Grenzen

Insbesondere jene, die das Internet aktiv nutzen, träumen von einer virtuellen Welt ohne Viren, Trojaner und andere Schadsoftware. Die Bilanz bei der Verfolgung von Cyber-Straftätern fällt jedoch recht dürftig aus. Sogar übliche Antivirenprogramme haben einen wesentlichen Nachteil. Lediglich solche Malware, die bereits verbreitet und gemeldet wurde, wird entdeckt. Das ermöglicht es den Programmierern von schädlicher Software, stets neue gefährliche Programme zu entwickeln.

Gegenüber nützlichen Tools der Antivirenprogramme sowie der Strafverfolgung haben die Verbrecher am Ende häufig die Nase vorn. Und die Vorstellungskraft der Verbrecher scheint schier grenzenlos zu sein.

Rechnungen grosser und kleiner Firmen werden imitiert, vermeintlich seriöse Online-Nachrichten von Microsoft oder speziellen Ämtern erweisen sich als Verbreiter von Schadprogrammen und viele User meiden soziale Netzwerke wie Facebook und Co., da für sie die Nachteile und Gefahren mittlerweile schwerer wiegen als die Vorzüge.

Wann es wirklich bedrohlich wird

Manch boshafte Programme sind recht untätig, während die neueren wiederum speziell dafür programmiert sind, das Geld nichts ahnender Internetanwender zu stehlen. Und zwar mit Vorliebe im Verborgenen. Ausgesprochen heimtückisch sind hier Trojaner, die versteckt Bankdaten, Kontozugänge und Geheimzahlen ausspähen und anschliessend das Konto plündern. Anwendern des eigentlich so bequemen Online-Bankings droht in diesem Fall eine böse Überraschung.

Zusätzlich zu diesen speziell auf Ihr Geld ausgerichteten Trojanern sind immer häufiger erpresserische Programme im Umlauf. Computer, Smartphones und Tablets werden durch besondere Schadsoftware blockiert, Daten werden verschlüsselt und die Geräte letztlich nie wieder entsperrt, selbst wenn die geforderten Beträge gezahlt werden. Diese Programme, die als Ransom-Ware bezeichnet werden, geben sich meist als mehr oder weniger seriöse Benachrichtigungen von Behörden wie beispielsweise der Polizei oder der Staatsanwaltschaft aus. Solange man nicht zahlt, so die Behauptung, kann das Gerät nicht genutzt werden und es wird mit Strafverfolgung gedroht, die in Verbindung mit verschiedenen Vergehen im Internet stehen soll.


Der Erfindungsreichtum der Online-Kriminellen kennt keine Grenzen (Bild: © ShutterPNPhotography - shutterstock.com)

Der Erfindungsreichtum der Online-Kriminellen kennt keine Grenzen (Bild: © ShutterPNPhotography – shutterstock.com)


Ein anderer Trick besteht darin, Rechnungen namhafter Firmen zu fälschen und zu verschicken. Der nichts ahnende Anwender wird aufgefordert, die angehängte Rechnungsdatei zu öffnen, um die Forderung begleichen zu können. Abermals versteckt sich hier der Eindringling hinter der Rechnung und fügt, in Verbindung mit der Internetnutzung, direkten oder indirekten Schaden zu. Auch in dem Fall sind es überwiegend Programme, die das Online-Banking ausspionieren und so letzten Endes den Schaden anrichten.

Sehr aktiv sind Internetverbrecher ebenfalls im Rahmen der Wirtschaftsspionage. Schadprogramme, die den Computer infiziert haben, werden von Kriminellen genutzt, indem die ermittelten vertraulichen Daten mithilfe eines Codes oder unverschlüsselt an die Betrüger gesendet werden. Besonders Unternehmen, die sich sorglos im Internet bewegen oder die berufliche Nutzung privater Geräte zulassen, sind bedroht. Dateien mit wirtschaftlich bedeutsamen Inhalten und sensiblen Daten können so leicht von Tätern eingesehen werden.

Internetnutzung erfordert erhöhte Vorsichtsmassnahmen

Malware, die für Computerbetrug, Spionage und Cyber-Erpressung genutzt werden kann, wird natürlich von immer mehr Betroffenen gemeldet. Dennoch wird parallel dazu eine vorsichtigere Internetnutzung angemahnt. Um die Sicherheit gegenüber Schadsoftware zu erhöhen, gilt dies auch als das effektivste Mittel.

Überflüssige Tätigkeiten sollten im Allgemeinen gar nicht erst mit dem Rechner ausgeführt werden. Sammlungen an frechen Sprüchen sind ebenso sinnlos wie ungewollte Bilder, Spielchen und Videos; Online-Rechnungen sollten keinesfalls unbedacht geöffnet werden. Besonders vorsichtig sollte man auch bei offiziell erscheinenden Anschreiben vermeintlicher Ämter und Behörden sein. Ankündigung und Vollzug eines jeden Verwaltungsaktes wird üblicherweise über den guten alten Postweg realisiert. Selbst wichtig erscheinende Schreiben müssen aufgrund der grundsätzlichen Einhaltung dieser Rechtsnorm gar nicht erst geöffnet werden. Sie werden persönlich kontaktiert, sollte eine offizielle Behörde mit Ihnen in Verbindung treten wollen.



Nutzen Kinder und Jugendliche das Internet, gestaltet sich der Schutz vor schädlichen Programmen meist besonders problematisch. Unerfahrene Menschen jüngeren Alters lassen sich besonders leicht mit lustigen Programmen, die einen spassigen Zeitvertreib versprechen, ködern. Auf diese Weise erreicht häufig versteckte Malware den Rechner der Eltern oder das Smartphone. Ihrem Kind deutlich zu vermitteln, wo der Spass aufhört, und vor sorgloser Internetnutzung zu warnen, ist dabei letztendlich die einzige Möglichkeit der Eltern, um Schadprogrammen den Riegel vorzuschieben.

 

Oberstes Bild: © Rawpixel – shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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