Überall sind Smartphones – warum sollte man diesen Kanal nicht nutzen?

15.01.2015 |  Von  |  Neue Medien
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Überall sind Smartphones – warum sollte man diesen Kanal nicht nutzen?
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Smartphones haben die Welt beinahe im Sturm erobert. Vielfältigste mobile Angebote verändern zusehends die Gewohnheiten ganzer Gesellschaften. Darauf sollten auch Content-Anbieter reagieren. Da die mobilen Endgeräte besonders bei der Aufmachung und Formatierung des Contents eigene Anforderungen stellen und auch auf anderen Gebieten ein paar Besonderheiten haben, sollte man sich so zeitig wie möglich mit dieser mobilen Landschaft vertraut machen.

Was unterscheidet eigentlich den mobilen Kanal von stationären Geräten? Und wie kann man das – zweifellos vorhandene – Potenzial für sein eigenes Unternehmen ausnutzen? Mit diesem Beitrag erhalten Sie einen Überblick zum mobilen Kanal aus der Content-Perspektive.

Tablets werden zum Teil als kurzweilige Übergangstechnologie angesehen, dementsprechend werden Umsatzprognosen nach unten korrigiert. Jedoch ist die Begeisterung der Konsumenten „auch im achten Jahr des Smartphone-Booms“ völlig ungebrochen, wie Bitkom-Mitglied Jens Schulte darlegt. Auch wenn mit Tablets ein Baustein des mobilen Marktes etwas schwächer war, als es für 2014 erwartet wurde, integrieren immer mehr Leute das Smartphone in ihre alltäglichen Aktivitäten. Dabei gewöhnen sie sich daran, die Inhalte im passenden Smartphone-Format zu konsumieren.

Mittelfristig betrachtet sollte man davon ausgehen, dass eine bestimmte Erwartungshaltung gegenüber Content-Anbietern ausgebildet wird, mobil optimierte Inhalte verfügbar zu machen. Darüber hinaus funktionieren Smartphones mit mobilem Internet, was gleichzeitig einer Direktleitung zu ihrem Besitzer entspricht. Diese beiden Eigenschaften verwandeln Smartphones zu einem schlüssigen Kanal, um einen eigenen Content auszuspielen.

Was heisst überhaupt mobiler Kanal?

Generell besteht eine Herausforderung: Inhalte, die zuvor auf Monitoren mit Durchmessern zwischen ca. 15 bis 21 Zoll dargestellt wurden, müssen nun auf kleinen Smartphonedisplays untergebracht werden. Deren Masse liegen im Bereich zwischen 4 und 6 Zoll. Eine Neuanordnung der Inhalte ist in der Regel erforderlich, wenn die Leser nicht zum Abrastern der einzelnen Zeilen gezwungen sein sollen. Auch die für die klassischen PCs und Notebooks gut funktionierende Navigation durch die entsprechenden Themen bedeutet für Smartphones eine eher suboptimale Lösung.

Zur Verdeutlichung sei ein konkretes Beispiel genannt: Sie gehen mit Ihrem Smartphone auf eine Webseite mit mobil optimiertem Inhalt, aber ohne überarbeitete Navigation. Einzelne Themenblocks lassen sich über verschiedene Reiter am Kopf der Webseite erreichen. Da die Inhalte auf die Breite des kleinen Displays angepasst werden, ziehen sich die Seiten weit nach unten und das macht es auf Dauer anstrengend, immer wieder zum Seitenanfang zurückkehren zu müssen. Ein mitlaufendes Navigationsmenü oder eine zusätzliche, horizontale Leiste wäre für diese Fälle eine lohnenswerte Anpassung.

Ein weiteres Merkmal des mobilen Kanals ist die Inkompatibilität der Endgeräte mit dem eigentlich gängigen swf-Format (flash). Viele Animationen auf dieser flash-Basis, insbesondere ePaper, lassen sich nicht ohne Weiteres abbilden.


Immer mehr Leute integrieren das Smartphone in ihre alltäglichen Aktivitäten. (Bild: © nenetus - shutterstock.com)

Immer mehr Leute integrieren das Smartphone in ihre alltäglichen Aktivitäten. (Bild: © nenetus – shutterstock.com)


Wie bedient man den mobilen Kanal?

Eine sehr beliebte Option stellen Apps dar – darunter versteht man Anwendungen oder auch Applikationen, die eigens für die entsprechenden Betriebssysteme der mobilen Endgeräte programmiert wurden. Dabei spricht man von einer nativen App.

Viele Unternehmen haben die Vorteile von Apps für sich schon entdeckt und können die mobile Komponente geschickt mit der eigenen Dienstleistung verknüpfen. Die App der Hotelkette Best Western beispielsweise bietet die Option, bei Zugriff auf den aktuellen Standort des Smartphones die am nächsten gelegenen Hotels in einem Stadtplan zu zeigen. Eine gewünschte Buchung kann natürlich dann direkt über die App erfolgen. Dieses Prinzip ist für Firmen mit ausgeprägtem Filialnetz eigentlich eine interessante Chance: Sie können „bummelnde“ Kunden oder solche, die sich in der Stadt fremd sind, gezielt und einfach zu den eigenen Räumlichkeiten führen.

Auch eine beträchtliche Anzahl Verlage und Corporate-Publisher nutzen Apps, um das eigene Kundenmagazin über die grossen Appstores zu verteilen, oder aber ihre Titel direkt online zu verkaufen.

Verkaufsplattform mobiler Kanal

Der Bezahlproviders Adyen teilt mit, dass die grösste Bereitschaft für mobile Käufe zurzeit in Europa gegeben ist. Weltweit liegt der Anteil mobiler Käufe an allen Online-Käufen bei 23,3 Prozent. Dabei zeichnet Europa mit 24 Prozent weitestgehend für diese Zahl verantwortlich. Auf Asien und Nordamerika entfallen jeweils rund 17 Prozent, Lateinamerika liegt mit 6 Prozent deutlich dahinter.

Eine interessante Strategie könnte sein, neben dem eigenen – kostenfreien – Content auch kostenpflichtige Angebote in ein und derselben App anzubieten. So handhabt es Best Western mit der Option zur schnellen Hotelbuchung. Damit wäre der Weg zum Kauf für potenzielle Kunden sehr kurz. In einer Umgebung, die in Europa offenbar für Einkäufe gern genutzt wird. Allerdings muss hierbei beachtet werden, dass diese 24 Prozent innerhalb der europäischen Staaten deutlich schwankt.

IOS oder Android?

Hinsichtlich der Betriebssysteme ist die mobile Landschaft grob zwischen den beiden Anbietern Google (mit dem Betriebssystem Android) und Apple (mit dem Betriebssystem iOS) aufgeteilt. Anbieter wie Blackberry oder Windows 8 vervollständigen dieses Bild, doch sie prägen es nicht.

Wer mobile Kanäle über Apps bedienen möchte, sollte über die dazu benötigten Plattformen nachdenken.

Für Android und iOS müssen nämlich zwei unterschiedliche native Apps entwickelt werden, was sich natürlich auf die Kosten auswirkt. Üblicherweise befindet sich die kaufbereite Zielgruppe auf iOS, während Android eine deutlich grössere Reichweite besitzt. Als Fazit daraus kann man sich an folgender Faustregel orientieren: Bei einem wirtschaftlichen Fokus sollte man zunächst auf iOS setzen, beim Ziel der Reichweite ist Android die erste Wahl.



Neben einer App liefert natürlich die eigene Webseite ausgiebig Potenzial, um Content mobil optimiert anzubieten. Dafür stellen sogenannte One Pager eine besonders gut geeignete Form dar.

 

Oberstes Bild: © nenetus – shutterstock.com


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