Welcher Bodenbelag soll ins Büro?

18.11.2014 |  Von  |  Allgemein
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Welcher Bodenbelag soll ins Büro?
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Der richtige Fussboden für das neue Büro will gut gewählt sein. Die Entscheidung wird ja oftmals für eine längere Zeit getroffen. Ob Parkett oder Laminat, Fliesen, Kunststoff-Estrich oder Teppichboden – die Auswahlmöglichkeiten sind gewaltig. Dabei hat jedes Material seine spezifischen Eigenschaften, ist mehr oder weniger langlebig und sollte deshalb mit Umsicht und vor allem nach entsprechendem Bedarf ausgesucht werden.

Meist wird ein Bodenbelag nicht nur unter Berücksichtigung der Strapazierfähigkeit gewählt, sondern soll im Arbeitsraum eine einladende, schalldämmende und freundliche Atmosphäre schaffen. Achten Sie daher nicht nur auf die Materialien, sondern auch auf die Farbigkeit und Muster. Auch die anliegende Heizungsart, sei es Fussboden- oder Konvektorheizung, sollte berücksichtigt werden.Und was ganz wichtig ist – der Bürobodenbelag muss unbedingt antistatisch sein.

Parkett oder Laminat?

Die infrage kommenden Belagarten weisen unterschiedliche Vor- und Nachteile auf, die es zu betrachten gilt. Ein Laminatfussboden weist das Aussehen eines höherwertigen Holzbodens auf. Er besteht aus einer einfachen aber dauerhaften Trägerschicht, die mit einem mehr oder weniger dünnen Dekor aus Kunststoff verleimt ist. Laminat ist in verschiedenen Paneelstärken und Nutzungsklassen erhältlich, die Elemente können problemlos verlegt werden. Mittels Strukturprägungen oder V-Fugen in den Zwischenräumen können Parkettböden täuschend echt imitiert werden. Hochwertige Oberflächenversiegelungen machen Laminatböden fit für hoch belastete Bereiche.

Aber es gibt einen gravierenden Nachteil gegenüber dem klassischen Parkett. Oberflächenbeschädigungen, hervorgerufen durch Kratzer oder Wasser, können nicht durch einfaches Abschleifen des Bodens behoben werden. Anders als bei einem Massivholzparkett, würde unter der Dekorschicht sofort das Trägermaterial sichtbar. Schäden sind demzufolge dauerhaft bzw. nur mit grossem Aufwand reparabel.

Die Natur ins Büro geholt

Parkettboden wird aus Naturholz, meist aus Stücken von Laubbäumen gefertigt und vermittelt ein natürliches, angenehm wohnliches Ambiente. Parkett wird in Wohn- oder Büroräumen immer so verlegt, dass die Holzfaser horizontal ausgerichtet ist. Vertikal eingebaute Holzfasern finden sich bei Böden mit höchster Belastung, so beispielsweise in Werkstätten. Der oft aus Hartholz hergestellt, hochwertige Parkettbelag braucht wegen seines Aufbaus aus kleinteiligen Stücken einen passenden Untergrund. Dies ist mit Estrich gegeben, auf den eine dünne textile Isolierschicht aufgelegt wird.

Durch die geschlossenen Flächen sind diese Böden sehr hygienisch. Eine Versiegelung mit Wachs schafft zudem eine äusserst pflegeleichte Oberfläche. Aufgrund hygroskopischer Eigenschaften des Holzes entsteht im Raum ein gesundes, sich selbst regulierendes Klima. Ein weiterer grosser Vorteil gegenüber anderen Hartböden besteht in seiner Langlebigkeit.  : So kann nach Beschädigungen der Oberfläche oder jahre-, wenn nicht jahrzehntelange Nutzung das Parkett einfach abgeschliffen und neu versiegelt werden. Es wirkt danach wie ein komplett neuer Boden.


Der richtige Fussboden für das neue Büro will gut gewählt sein. (Bild: © Digital Storm - shutterstock.com)

Der richtige Fussboden für das neue Büro will gut gewählt sein. (Bild: © Digital Storm – shutterstock.com)


Hellhöriger, sauberer Boden

Fliesenboden oder polierter Betonestrich sind absolut dauerhaft, sehr hygienisch und für Fussbodenheizungen prädestiniert. Doch wie empfinden Sie ein solches Ambiente – würden Sie selbst täglich gerne in einem derartig sterilen Raum arbeiten wollen? Dazu kommt, dass diese Böden vollkommen ungefedert sind, auf denen Sie während eines ganzen Bürotages gehen müssten. Zudem haben unflexible, vollkommen glatte Oberflächen auch keinerlei schalldämmende Wirkung, was die Räume hellhörig, und solche Beläge gerade für Grossraumbüros ungeeignet macht.

Es gibt noch Linoleum!

Wer kennt sie nicht, die guten alten Linoleumbeläge. Die aus Leinöl, Korkmehl und Jute produzierten Bahnen wurden um 1860 in England erfunden. Als sehr strapazierfähige Bodenbeläge waren sie bis weit ins 20. Jahrhundert hinein verbreitet, herrschten vor allem auch in Grossraumbüros vor. Als die PVC-Beläge aufkamen, brach der Markt für Linoleum  komplett zusammen, er konnte sich erst in den 90er-Jahren wieder erholen. Eigentlich schade darum. Denn auch wenn Linoleum trotz Versiegelung mit hochwertigen Materialien pflegeaufwendiger als etwa ein PVC-Boden ist, handelt es sich noch um ein alles in allem naturbasiertes Produkt mit herausragenden Eigenschaften.

Umweltbelastendes PVC

PVC-Böden können weiterhin als zwar bequeme Alternative gewählt werden, sie belasten jedoch unsere Umwelt. PVC – Polyvinylchlorid – ist ein harter, spröder Werkstoff, der nur durch die Zugabe von chemischen Weichmachern und Stabilisatoren als Material verwendbar wird. Diese Zusatzstoffe verflüchtigen sich im Laufe von Jahren und Jahrzehnten und belasten das Raumklima, wenn auch nur in einem kleinen, kaum nachweisbaren Umfang.

Aber auch die Entsorgung bereitet Probleme. Aufgrund ihrer Verschmutzung sind alte PVC-Böden kaum zu recyceln, werden daher meist verbrannt. Dabei entsteht ätzender, gasförmiger Chlorwasserstoff, der mit Wasser oder Luftfeuchtigkeit zu purer Salzsäure reagiert. Während des Brennens bilden sich hochgiftige Dioxine und karzinogen wirkender Russ. Also sei gewarnt, denn ein Brandfall kann auch in Gebäuden eintreten, in denen Räume mit PVC ausgelegt sind.

Geeignete Alternative – Teppichboden

Vom Schall her die beste Variante für die Einrichtung eines Büroraumes ist zweifelsfrei der Teppichboden. Denn die mit weicher, von vielen Fasern gebildete Oberfläche reflektiert die Schallwellen längst nicht so sehr wie jedes andere Bodenmaterial. Mitttlerweile sind hochwertige Industrieteppichböden auch äusserst pflegeleicht. Die meisten Schmutzpartikel können einfach aufgesaugt werden. Faserversiegelungen vermeiden erfolgreich das Eindringen flüssiger Sustanzen wie etwa verschüttete Tees oder Kaffees. Somit bilden sich auch keinerlei Flecken. Der Teppich erlaubt ein ruhiges, weiches und angenehmes Gehen.

Einziges Wermutströpfchen: Für die ergonomisch richtig ausgesuchten Bürostühle werden andere Rollen als für Hartböden gebraucht. Doch solange in Büroräumen keine hochflorigen Teppiche verlegt werden, ist dies auch kein wirkliches Problem.



Für welchen Bodenbelag Sie sich entscheiden, achten Sie auf die richtige Farbe. Wählen Sie gedämpfte, ruhige Farben, die trotzdem eine freundliche heitere Stimmung erzeugen. Lassen Sie sich gut beraten.

 

Oberstes Bild: © tratong – shutterstock.com

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