Zeit ist Geld – wenn das Management an Grenzen stösst

09.10.2014 |  Von  |  Organisation
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Zeit ist Geld – wenn das Management an Grenzen stösst
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Erinnern Sie sich an die gute alte Zeit? Gemeint sind hier nicht die Vorkriegsjahre, auch nicht die Ära nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Blick haben wir hier die 1970er-Jahre. Damals waren es etwa 1000 externe Nachrichten, die ein durchschnittlicher Manager im Jahr erfassen, auswerten und weiterverarbeiten musste. Gemütliche Zeiten für ein Management direkt am Menschen!

Heute werden Manager je nach Hierarchieebene mit etwa 30’000 externen Informationen per Telefon, Mail und Fax oder über Soziale und firmeninterne Netzwerke gefüttert. Der Aufwand für die Erfassung und Weiterverarbeitung der Informationen steigt exorbitant an und verschlingt jede Menge Arbeitszeit. Zeit, die aber auch heute nur begrenzt zur Verfügung steht.

Zeit wird zum wertvollsten Gut

Die Menschen haben gelernt, dass die Ansprüche in der digitalen Welt wachsen, Zeit aber ein konstanter Faktor bleibt, der immer nur begrenzt zur Verfügung steht. So klagen viele Manager darüber, dass die Flut an Nachrichten, Meetings und Besprechungen einen grossen Teil ihrer Arbeitszeit verschlinge. Dabei wird ein beachtlicher Teil der Zeit für Meetings, nämlich etwa 50 %, als nutzlos verstrichen eingeordnet.

War es bis vor einigen Jahrzehnten noch das Unternehmenskapital, das als wichtigstes Gut galt, wurde daraus zur Jahrtausendwende das Kapital aus Wissen und Information. Mittlerweile macht der Faktor Zeit eine Karriere, die sowohl dem geldwerten Kapital des Unternehmens als auch dem immateriellen Kapital in Form von Wissen und Information den Rang abläuft. Besonders in den Führungsetagen wird verfügbare Zeit immer knapper und zum wertvollsten Gut in vielen Unternehmen.

Zeit kann nicht gesammelt werden

Schön wäre es, wenn sich Unternehmen einen Vorrat an Zeit anlegen könnten, den sie dann bedarfsgerecht einsetzen könnten. Geht aber nicht. Der Tag hat nun einmal lediglich 24 Stunden, und die vergehen auch dann, wenn sie nicht effektiv und wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden. Zeit kann eben nicht im sicheren Stahlschrank gesammelt werden.

Stattdessen sammeln viele Manager unbearbeitete Informationen und Nachrichten, die sie insgesamt zwar als möglicherweise wichtig, andererseits aber auch als die grössten modernen Zeitfresser verstehen. In der Folge bleibt Zeit begrenzt, der Berg an News und Informationen hingegen wächst.

Wichtig sind hier neue Strukturen im gesamten Unternehmen zum Umgang mit Zeit. Klare Reglements beispielsweise über verkürzte Tagesordnungen bei Meetings sind hier genauso wichtig wie ein klug organisiertes Nachrichtenverteilsystem im Unternehmen.

Nur dann, wenn die richtige Information sofort an der genau richtigen Stelle ankommt, kann sie dort auch gefiltert, erfasst, ausgewertet und bei Bedarf weiterverarbeitet werden. Laufen hingegen Informationen unstrukturiert an allen möglichen Stellen im Unternehmen ein, werden sie zum echten Zeitfresser, der Zeit verschlingt, die anderweitig nicht mehr nützlich eingesetzt werden kann.

 

Oberstes Bild: © style-photography – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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