Grossbank JP Morgan wird Opfer eines gigantischen Hackerangriffs

08.10.2014 |  Von  |  News
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Grossbank JP Morgan wird Opfer eines gigantischen Hackerangriffs
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Die amerikanische Grossbank JP Morgan hat Anfang Oktober 2014 mitgeteilt, dass sie Opfer eines gigantischen Hackerangriffs geworden ist. Insgesamt wurden Daten von 83 Millionen Kunden gestohlen, darunter rund 76 Millionen Privathaushalte und 7 Millionen kleinere Unternehmen. Das ungeheure Ausmass der Attacke wird deutlich, wenn sich vor Augen hält, dass es in den Vereinigten Staaten nur etwa 122 Millionen Haushalte gibt.

Der Angriff auf die Datensicherheit des Geldhauses erfolgte laut Medienberichten bereits im August 2014. Die Hacker erbeuteten Nutzerdaten wie Namen, Post- und E-Mail-Adressen sowie Telefonnummern. Auch seien interne Daten der Bank in Gefahr gewesen. Allerdings versicherte das Institut, dass Kontonummern, User-IDs, Passwörter, Geburtsdaten und Sozialversicherungsnummern unangetastet geblieben seien. In einer Mitteilung von JP Morgan an die Kunden heisst es, das hinterlegte Geld sei weiterhin sicher. Es gebe bislang keine Anzeichen für betrügerische Handlungen, die im Zusammenhang mit der Cyber-Attacke stünden.

Nach dem Bekanntwerden eines der bislang grössten Hackerangriffe in den USA schrillten auch bei der amerikanischen Bundespolizei FBI die Alarmglocken. Wie die Agentur Bloomberg berichtete, untersucht das FBI, ob russische Hacker hinter der Sache stecken. Möglicherweise handelt es sich um eine Racheaktion im Zusammenhang mit den Sanktionen gegen Russland, die wegen der Ukraine-Krise erlassen wurden. FBI und JP Morgan arbeiten eng zusammen, um die Hintergründe der Cyber-Attacke aufzuklären.

Die New York Times hatte in einem früher erschienenen Artikel berichtet, dass neben JP Morgan noch vier weitere Geldinstitute in den USA attackiert wurden und daraus geschlossen, es habe sich um eine koordinierte Aktion gehandelt.

Vor nicht allzulanger Zeit hatte der Chef der Bank, Jamie Dimon, in seinem Jahresbericht für die Aktionäre auch Informationen zur Datensicherheit geliefert. Demnach beschäftigt das Unternehmen rund 1’000 Mitarbeiter im Bereich Cyber-Security und investiert grosse Mengen Geld in den Datenschutz seiner Kunden. Schätzungen der Bank gehen von Gesamtkosten in Höhe von 250 Millionen Dollar (198 Millionen Euro) bis Ende des Jahres 2014 aus. Trotzdem bestünden weiterhin Sorgen vor Hackerangriffen.

 

Oberstes Bild: © pcruciatti – Shutterstock.com

Über Ulrich Beck

hat Germanistik, Geschichte und Philosophie studiert und ist zusätzlich ausgebildeter Mediendesigner im Segment Druck. Er schreibt seit über 30 Jahren belletristische Texte und seit rund zwei Jahrzehnten für Auftraggeber aus den unterschiedlichsten Branchen.


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