Twittern statt Hupen: Handynutzung am Steuer – ein weltweiter Trend

24.07.2014 |  Von  |  Kommunikation, Neue Medien, Studien
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Twittern statt Hupen: Handynutzung am Steuer – ein weltweiter Trend
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Kennen Sie diese Situation: Sie fahren gerade Auto und in Ihrer Hosentasche vibriert das Handy – eine neue Nachricht ist eingegangen. Wie ist Ihre Reaktion? Holen Sie das Smartphone zu Tage und lesen Sie die Nachricht direkt während der Fahrt? Oder stellen Sie Ihr Fahrzeug verkehrssicher ab, bevor Sie sich ans Mobiltelefon wagen?

Einer weltweit durchgeführten Befragung des Marktforschungsinstituts Ipsos zufolge nutzen weltweit 22 Prozent der Autofahrer ihr Smartphone während der Fahrt zum Verschicken von Nachrichten. Wo es keine Strafen gibt, sind es noch viel mehr.



Im weltweiten Durchschnitt verschicken 22 Prozent der Autofahrer per Smartphone während der Fahrt Nachrichten und liken auf sozialen Medien, so die Erkenntnis des Marktforschungsinstituts Ipsos, das im September 2013 weltweit 18.083 Erwachsene aus verschiedenen Ländern befragt hat.

Länderspezifisches Verhalten der Autofahrer wird massgeblich durch Bussgeld beeinflusst

Die Nutzung des Smartphones im Strassenverkehr korreliert stark mit der zu erwartenden Strafe. So liegt das Bussgeld für Handy am Steuer in Deutschland mit 40€ am unteren Ende des europäischen Durchschnitts. Dies hat zur Folge, dass rund 20% der Autofahrer bereits während der Fahrt zum Handy greifen. Ein anderes extrem stellt Ungarn dar. Hier wird das Handy am Steuer als Straftat mit bis zu 110€ gefahndet, was angesichts der lokalen Einkommenssituation eine horrenden Strafe darstellt. Es ist daher wenig überraschend, dass in Ungarn nur 9% der Befragten das Smartphone am Steuer zur Hand nehmen.

Liken am Lenkrad: Junge Leute können kaum ohne ihr Smartphone

Eine weitere Erkenntnis der Befragung ist die starke Altersabhängigkeit der Handynutzung am Steuer. In Deutschland gaben 34% der jungen Autofahrer unter 35 Jahren an das mobile Endgerät während einer Autofahrt aktiv zu nutzen. Bei den 35-49 jährigen waren es 17 Prozent, bei den 50-64 jährigen nur noch acht Prozent. Das Nutzerprofil zeichnet auch bezüglich weiterer Kategorien ein klischeehaftes Bild: Abgesehen von den jungen Nutzern sind es vor allem Autofahrer mit höherer Bildung (28%), Selbstständige (26%) und diejenigen mit hohem Haushaltseinkommen (23%), die angeben, soziale Medien während der Fahrt aktiv zu nutzen.

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Integrierte Lösungen zur nahtlosen Nutzung der Smartphones im Auto sind aktuell Forschungsgegenstand zahlreicher OEMs (Bild: Sashkin / shutterstock.com)




Potenziale für Autohersteller

Natürlich sollte die Aufmerksamkeit beim Autofahren uneingeschränkt auf die Strasse gerichtet sein. Jede Ablenkung stellt eine Risiko im Strassenverkehr dar. Doch was tun, wenn das Handy ständig piepst und neue Nachrichten ankündigt? Wenn der Tag gehetzt verläuft und man von einem Termin zum nächsten muss? Wenn jede Nachricht von äusserster Wichtigkeit sein könnte? Natürlich haben die Autohersteller das grosse Potenzial und die steigende Nachfrage nach vernetzten Fahrzeugen längst erkannt. Ein Online-Zugriff ist mittels Smartphone-Kopplung bereits in zahlreichen Premium-Modellen erhältlich. Aus Haftungsgründen müssen die Fahrzeughersteller allerdings Bedienkonzepte entwickeln, die eine Ablenkung des Fahrers minimieren. Dazu gehört auch das Sperren mancher Dienste während der Fahrt, aber auch die Entwicklung neuartiger Bedienkonzepte. Dabei werden Technologien wie Sprach- und Gestensteuerung sowie Touchscreens hochintegriert eingesetzt und deren Zusammenspiel harmonisch abgestimmt, um dem Fahrer eine intuitive und ablenkungsminimale Bedienung zu ermöglichen. Bereits heute gibt es weit entwickelte vernetzte Navigations- und Infotainmentsysteme, die allerdings schnell mehrere tausend Euro kosten können. Bezahlbare Lösungen für das Volumensegment sind noch selten. Beachtlich sind die neu entstehenden (Forschungs-)Kooperationen, wie die Allianz grosser OEMs mit Apple („CarPlay“) oder Google („Android Auto“). Diese belegen den anhaltenden Trend und deuten eine interaktive Zukunft des Autofahrens, frei von lästigen Bussgeldsorgen, an.

Oberstes Bild: wavebreakmedia / shutterstock.com


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