Mobbing – eine teure Angelegenheit für Unternehmen

06.07.2014 |  Von  |  Allgemein
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Mobbing – eine teure Angelegenheit für Unternehmen
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Mobbing ist auch in Unternehmen ein zentrales Thema, denn es ist Alltag. Tatsächlich richtet Mobbing nicht nur Schaden bei den Betroffenen an, sondern kostet Unternehmen wertvolle Ressourcen und damit auch Geld.

Wer am Arbeitsplatz gemobbt wird, sieht sich einer Gruppendynamik ausgesetzt, aus der er allein oftmals nicht mehr herausfinden kann. Mobbing findet in Unternehmen überall dort Raum, wo eine allgemeine Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern besteht, wo Konflikte nicht gelöst, sondern einem Schwelbrand ausgesetzt sind, bei personellen oder organisatorischen Umstrukturierungen, bei Fusionen und in all den Situationen, in denen der berufliche Druck zunimmt.



Die Qualität von Mobbinghandlungen

Was zunächst noch harmlos beginnt, nimmt für den Betroffenen an Dramatik zu. Der Gemobbte wird von gleichgestellten oder untergebenen Mitarbeitern und schlimmstenfalls vom eigenen Chef schikaniert, ausgegrenzt, beleidigt oder mit kränkenden oder auch zu vielen Arbeitsaufgaben bedacht. Von Mobbinghandlungen spricht man allerdings immer erst dann, wenn sie häufig, systematisch und wiederholt auftreten und sich über einen längeren zeitlichen Rahmen erstrecken. Vor allem für gerichtliche Auseinandersetzungen spielt die zeitliche Qualität eine elementare Rolle, und so muss die Mobbinghandlung mindestens ein Mal pro Woche stattfinden und mindestens ein halbes Jahr andauern.

Aktuell haben vor allem die Systematik und die Intensität der Übergriffe zugenommen, ebenso wie die Aberkennung der Zugehörigkeit zu dem System, das die gemobbte Person verlassen soll. Für Mobbingopfer ist es bisweilen sehr schwierig, den genauen Beginn des Mobbings auszumachen. Ähnliches gilt für die Beweisbarkeit der Mobbinghandlungen, die neben dem üblichen Büroalltag eher subtil vorgenommen werden und deshalb schwer als solche zu erkennen sind.

Die Auswirkungen von Mobbing



Durch Mobbing entsteht auf Seiten des Gemobbten psychosozialer Stress, der zu verschiedenen seelischen und körperlichen Störungen führen kann. Folgen sind Leistungsabfall, der bis zur Arbeitsunfähigkeit führen kann, was in der Summe grossen Schaden für Unternehmen und auch einen volkswirtschaftlichen Schaden nach sich zieht. Auf der anderen Seite sind es die Täter, die einen Grossteil ihrer Arbeitszeit darauf verwenden, Intrigen zu schmieden, die Mobbingopfer zu traktieren und ihre Machtposition zu verteidigen. Das Betriebsklima wird beherrscht von Neid, Missgunst und Argwohn. Das sind alles andere als gute Voraussetzungen, um die Mitarbeiter zu guten Leistungen zu motivieren und ein Unternehmen erfolgreich zu machen.

Beste Voraussetzungen für eine Mobbingkultur

Tatsächlich resultiert das Mobbingverhalten der Täter oftmals aus der Angst, nicht ausreichend beachtet oder ungerecht behandelt zu werden. So wird insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Krisen, von Kosteneinsparungen und Personalabbau besonders viel gemobbt, um sich persönliche Vorteile gegenüber möglichen Konkurrenten zu verschaffen. Das Klima aus Verunsicherung und Angst um den Arbeitsplatz begünstigt Mobbing.

Neben der konjunkturellen beziehungsweise der allgemeinwirtschaftlichen Lage gibt es auch unternehmensinterne Faktoren, die Mobbing begünstigen. Dazu gehören die Organisationsstruktur sowie die Führungskultur in einem Unternehmen. Es ist eine ausgeprägte hierarchische Organisationsform, die ein Mobbingklima begünstigt, insbesondere dann, wenn zahlreiche Konkurrenten für ein- und denselben Posten in Betracht kommen und anfangen, um diesen zu kämpfen.

Innerhalb der Führungskultur sind es die gleichgültigen und beliebigen Chefs, die Mitarbeitern kein Feedback hinsichtlich ihrer erbrachten Leistungen geben. Die Aufgabengebiete sind nicht klar strukturiert, sondern überlappend und verwässert. Gleiches gilt für die Kompetenzzuweisungen der Mitarbeiter, so dass oftmals unklar bleibt, wer welche Kompetenzen hat. Der beliebige Chef verzichtet auch auf konkrete und erreichbare Zielvorgaben sowie auf eine regelmässige Rücksprache über die erzielten Fortschritte. Das ist die Chance für Mobber, sich fremde Erfolge zuzuschreiben sowie Fehler und Versäumnisse anderen Mitarbeitern zuzuweisen.

Mobber weisen bestimmte Persönlichkeitsstrukturen auf. (Bild: nito / Shutterstock.com)

Mobber weisen bestimmte Persönlichkeitsstrukturen auf. (Bild: nito / Shutterstock.com)

Die Persönlichkeit des Mobbers



Mobber weisen bestimmte Persönlichkeitsstrukturen auf. Sie sind nicht nur angstbesetzt, sondern verfügen auch über ein sehr schwaches Selbstwertgefühl, wodurch sie sich ständig von Kollegen bedroht fühlen. Ihr beruflicher Werdegang wird begleitet von dem Gefühl, gegenüber anderen zu kurz zu kommen, nicht gewürdigt und beachtet zu werden. Häufig fehlt es ihnen an Einfühlungsvermögen, sozialer Kompetenz und Verantwortungsgefühl. Mobber neigen dazu, ihre eigene Persönlichkeit falsch einzuschätzen, was gleichermassen auch für ihr Leistungsvermögen gilt. Ihre Feindseligkeit gegenüber Kollegen wird getragen von Respektlosigkeit und fehlender Eigenliebe und führt zu einer sehr negativen Sichtweise sowie zu einer negativen Lebenseinstellung.



Ein Mitarbeiter mit diesem Persönlichkeitsprofil ist weit davon entfernt, gemeinsam mit anderen ein Unternehmen zum Erfolg zu führen. Ein Mobber ist jemand, der seine Energie auf das Zerstören richtet und nicht bereit ist, ein positives Arbeitsklima zu fördern, das Kreativität und Motivation hervorbringt.

Die Auswirkungen von Mobbing auf betrieblicher Ebene

Gemobbte und deshalb gestresste Mitarbeiter machen Fehler, wodurch im produzierenden Gewerbe die Unfallrate ansteigt. Die Krankheitsrate erhöht sich, die Konzentration der Betroffenen lässt nach, wodurch die Produktivität und die Arbeitsleistung insgesamt sinken. Während mancher Gemobbte innerlich bereits gekündigt hat, werden andere Mitarbeiter durch Burn-out ausser Gefecht gesetzt. Gleiches gilt für den Mobber, der sich mehr auf das Mobben als auf die Arbeit konzentriert.

Das angespannte Mobbingklima wirkt sich meist auf ganze Abteilungen aus, was eine breitgefächerte Leistungsminderung und meist eine erhöhte Personalfluktuation nach sich zieht. Das Suchen und Einstellen neuen Personals verursacht nicht nur eine massive Erhöhung der Betriebskosten, sondern bedingt auch einen grossen Verlust wertvollen Know-hows und verursacht Wettbewerbsnachteile. Alles in allem ist Mobbing eine sehr teure Angelegenheit für Unternehmen, weshalb man sich ernsthaft fragen muss, weshalb Unternehmen der Mobbingkultur nicht konsequenter entgegenwirken.



 

Oberstes Bild: © lightwavemedia – Shutterstock.com


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